Rekordzahl an Hotelübernachtungen im Februar

Tourists hiking to Sapphire Ice Cave.

Im gerade vergangenen Februar hat es in Island eine Rekordzahl an Übernachtungen gegeben: 575,300 Gäste nutzten ein gebuchtes Bett auf der Insel. Das ist ein Anstieg von 45% im Vergleich zum Vorjahr, und ein Anstieg von 9,4% im Vergleich zum letzten Rekordjahr 2018.
Daten des Statistischen Amtes zufolge entfielen 79% oder 455,100 Übernachtungen auf ausländische Gäste, ein Anstieg von 55% im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich dazu lagen die Übernachtung von Einheimischen bei 120,100 und um 15% höher als noch im Februar 2022.

Von den 575,300 Übernachtungen fanden 435,700 in Hotels und Gästehäusern statt, um die 139,600 Übernachtungen wurden in anderweitigen Unterkünften getätigt, wie etwa Apartments, Ferienwohnungen, Campingplätze u.ä. Die Übernachtungen in Privatunterkünften ausserhalb der regulären Buchungssysteme wird auf 75.000 beziffert.

Die Hotelübernachtungen lagen bei 371,900 im Februar, was ein Anstieg von 37% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Im ganzen Land wurde mehr in Hotels übernachtet als vorher. Ausländische Touristen buchten 304,900 Nächte in Hotels (82%), Isländer buchten immerhin 62,300 Hotelübernachtungen oder 18%. Die Übernachtungen ausländischer Gäste stiegen um 46% an, die der Einheimischen um 8% im Vergleich zum Vorjahr.
Die Verfügbarkeit von Hotelzimmer war im Februar um 5% im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Die Auslastung lag bei 65,9% und damit um 14,9% höher als im Jahr zuvor.

Fréttablaðið und Hringbraut werden eingestellt

Die Nachrichtenplattform Fréttablaðið, eine der ersten kostenfrei verbreiteten Zeitungen in Island, hat heute ihren Betrieb eingestellt. Auch die Sendungen der TV-Station Hringbraut werden eingestellt. Etwa 100 Mitarbeiter haben ihren Arbeitsplatz verloren. Der Chefedakteur bezeichnete diese Massenentlassung als „Schock für die Demokratie in Island“.

Am Morgen hatte es in einer Pressemitteilung von Torg, dem Herausgeber von Fréttablaðið, Hringbraut und DV gehiessen, man habe die Entscheidung getroffen, das seit 2001 veröffentlichte Fréttablaðið einzustellen. Auch die TV-Station Hringbraut gehe vom Sender.
Auf einer ausserordentlichen Versammlung waren die Mitarbeiter von den Schliessungen informiert worden. Quellen von Vísir zufolge habe es bereits seit einiger Zeit für die Mitarbeiter eine grosse die Zukunft betreffende Unsicherheit gegeben. Das jähe Ende kam dann aber doch für die allermeisten völlig überraschend, nicht zuletzt für die Redakteure, die ihren freien Tag hatten oder für Artikel unterwegs waren.

Schwierige Zeiten für private Medien
Torg nennt verschiedene Gründe für das Scheitern des Unternehmens. Man habe einfach Pech gehabt, aber auch unter dem Rückgang der Printmedien gelitten. Die digitalen Medien übernähmen den Markt auch in Island. Zudem sei der Betrieb für private Medien in Island schwierig. Man könne nichts anderes tun als den Fakten ins Auge sehen. Alle Mitarbeiter hätten heute ihren Lohn ausgezahlt bekommen.
Weitere Gründe seien in den Folgen der Pandemie zu suchen, sowie in schwindender finzanzieller Unterstützung der Regierung, die privaten Medien während der Pandemie unter die Arme gegriffen habe, sich aber langam zurückziehe. Die Plattformen dv.is und Hringbraut.is, sowie das Iceland Magazine würden weiter betrieben, dort behalten 12 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze.

Trauriger Tag für alle Kollegen
Chefredakteur Sigmundur Ernir Rúnarsson bezeichnete es als einen “traurigen Tag” für seinen Kollegen bei Torg. Man habe hart daran gearbeitet, Fréttablaðið unter schwierigen Bedingungen am Leben zu halten, nach der Pandemie, und nach Beginn des Ukraine-Krieges, der eine grosse Auswirkung auf den Betrieb, und eigentlich auf den Betrieb aller privaten Medien gehabt habe.
Es gebe ein parteiübergreifendes Einvernehmen, dass man die staatliche Nachrichtenagentur fördere, alle anderen könnten sehen wo sie bleiben, wobei sich noch herausstellen müsse, ob es im Land überhaupt ein Interesse an demokratischen und dynamischen Medien gebe, so Sigmundur Ernir.

Fréttablaðið war zum ersten Mal am 23. April 2001 unter Leitung von Chefredakteur Einar Karl Haraldsson veröffentlicht worden. Das Erscheinen der Printausgabe hatte einen Wendepunkt in der isländischen Medienlandschaft markiert, weil diese Zeitung gratis an die Haushalte ausgeliefert wurde und sich aus Anzeigen finanzierte. Damit wurde Fréttablðið zur meistgelesensten Tagezeitung in Island.