Weniger Schafe als Menschen in Island

Ersten Zahlen aus dem Lebensmittelministerium zufolge ist die Zahl der Schafe in Island seit letztem Jahr um fünf Prozent zurückgegangen, von etwa 386.000 Tieren auf 366.000 Tiere, berichtet Bændablaðið.
Die Zahlen der Herbstzählung war von 95% aller Schafbauern im letzten Herbst eingereicht worden. Nach Angaben des Ministeriums ist aber davon auszugehen, dass der Anteil derjenigen, die ihre Herbstmeldung abgegeben haben, noch höher liegt, wenn man die Landwirte berücksichtigt, die im Vorjahr ihren Betrieb an den Nagel gehängt haben.
Die Mutterschafe sind von 301.000 Tieren auf 288.000 Tiere zurückgegangen. Die Zahl der zur Zucht eingesetzten Jungauen ging von 66.000 auf 60.000 zurück, das ist ein Rückgang von sechs Prozent.
Zur Zeit läuft eine Kontrollübersicht der Herbstmeldung, die Mitte April beendet sein wird. Das Ergebnis könnte historisch sein, denn aller Voraussicht nach gibt es nun weniger Schafe als Menschen in Island: am 1. Januar 2023 hatten 387.758 Menschen in Island gelebt.

 

Erste Fotos aus Island stammen möglicherweise von Ida Pfeiffer

Die offenbar ältesten in Island aufgenommenen Fotos sind möglicherweise gefunden worden, das berichtetet die Sendung Ísland í dag. Die Fotos waren einige Wochen vor dem bislang bekannten ältesten Foto aufgenommen worden, im Frühjahr 1845, und zwar von der österreichischen Abenteurerin Ida Pfeiffer.
Gefunden hatte das Foto Guðmundur J. Guðmundsson nach umfangreicher Recherche in einer österreichischen Zeitung, allerdings in schlechter Qualität, und das zweite Foto fehlt. Nun sucht Guðmundur nach besseren Abdrucken der Fotos – und natürlich den Negativen. Dazu hat er Kontakt zu allen möglichen Leute, Institutionen und Ministerien aufgenommen, bislang ohne Erfolg. Zur Zeit beteiligen sich das Freilichtmuseum Árbæjarsafn und das Reykjavíker Fotomuseum an der Suche.

Erstes Foto gleich am Hafen?
Auf dem einen Foto ist eine Hütte zu erkennen, möglicherweise in Reykjavík, eine Daguerrotypie, die Ida Pfeiffer gleich nach der Ankunft im Hafen von Hafnarfjörður aufgenommen haben dürfte. Es ist zwar bekannt, dass Ida fotografieren konnte, nicht aber dass sie auch in Island fotografiert hat.
“Als ich die Übersetzung von Ida Pfeiffers Buch vorbereitete, bin ich auf einige Artikel gestossen, und dort war zu lesen, dass sie gelernt hatte Daguerrotypien anzufertigen. Ich war mir aber fast sicher, dass sie nicht mit dem Fotoapparat nach Island gefahren ist,” erzählt Guðmundur, “aber dann lese ich in dem gleichen Buch, dass sie einen Fotoapparat dabeihatte. Sie bekam nämlich Probleme, weil die Zollbeamten nicht wussten, was das war und den Apparat für ein Spionagewerkzeug hielten.”
Schliesslich stiess er auf einen Artikel in einer österreichischen Zeitschrift, und ein Foto der beiden Daguerrrotypien, leider von sehr schlechter Qualität, dennoch war der Übersetzer hocherfreut über seinen Fund. Leider meldeten sich weder der Autor des Artikels noch der Fotograf auf seine Anfragen. Also geht die Recherche weiter, diesmal mithilfe offizieller Stellen in Österreich.

Erste Frau auf der Hekla
Die Reiseschriftstellerin Ida Pfeiffer war im Frühling 1845 in Hafnarfjörður an Land gegangen, alleinreisend, auf der Suche nach Material für ein Buch über die nordischen Länder. Wie es im Klappentet des Buches heisst, wurde sie von der Natur der Insel nicht enttäuscht, von den Einwohnern hingegen sehr, diese waren ihren Beschreibungen nach unfreundlich und schmuddelig, was Zeitgenossen natürlich als empörend empfanden. Dennoch sind gerade diese Beschreibungen eine bemerkenswerte Quelle über die Islanderlebnisse einer bürgerlichen Europäerin in der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Ida besuchte Reykholt, Þingvellir und den Geysir, ausserdem war sie die erste Frau, die den Vulkan Hekla bestieg. Ihre Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.