Riesige Lavahöhle unter den Jarðböðin entdeckt

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Die Lavahöhle, die vor vier Tagen bei Bauarbeiten unter der Lagune Jarðböðin im Norden des Landes gefunden worden war, muss voraussichtlich erst mal für die Öffentlichkeit gesperrt werden, weil sich dort heisse Quellensalze fanden, die durch Feuchtigkeit zerstört werden.

Fréttablaðið hatte von dem Höhlenfund berichtet. Die Höhle liegt an der Öffnung in 12 Metern Tiefe in einer 8000 Jahre alten Lavaschicht und dehnt sich um die hundert Meter in beide Richtungen.
“Das ist eigentlich unter diesen Umständen noch nie vorgekommen, dass sich da bei Bauarbeiten ein Höhlenloch öffnet,” sagte Daníel Freyr Jónsson, ein Höhlenexperte bei der isländischen Umweltbehörde. Zur Zeit ist man dabei die Höhle zu kartieren, und eigentlich war geplant, sie für die Öffentlichkeit so rasch wie möglich zugänglich zu machen, zumal sie mit drei bis sechs Metern Deckenhöhe bequem zu durchqueren ist.

Seltene Salzschicht reagiert auf Feuchtigkeit
Doch dann kam alles anders. Die ausgesprochen seltenen Ausfällungen, die bei einer näheren Inspektion gefunden wurden, haben nämlich durch die Nässe bereits Schaden erlitten.
Man vermutet, dass es sich bei den Ausfällungen um Salze aus den heissen Quellen handelt, die Höhle liegt ja genau unter dem Schwimmbad in einem geothermal hochaktiven Gebiet. Und die Salzdecke hat grössere Ausmasse als jemals in Island und möglicherweise weltweit gefunden wurde, nicht zuletzt weil sie vollkommen von jeglichen Wettereinflüssen geschützt war. Bis bei den Bauarbeiten ein Loch in der Höhlendecke entstand.

“Ich habe alle Höhlen des Landes gesehen,” sagt Guðni Gunarsson, der Vorsitzende des isländischen Höhlenforschungsvereins, “aber ich habe so etwas noch nie gesehen.” Erdwärme kommt in Höhlen ausgesprochen selten vor. Die Umgebung sei einer Unterwasserhöhle nicht unähnlich, doch der Bewuchs in dieser Höhle sei ausgeprägter als er je gesehen habe.
Guðni hält es für wichtig, dass Flora und Fauna der Höhle unter Naturschutz gestellt werden. Am besten fände er. wenn Schutz und Zugang für die Öffentlichkeit zusammengehen könnten.
Die Verteilung der Ausfällungen ist Guðni zufolge jedoch dergestalt, dass es schwierig ist, durch die Höhle zu gehen, ohne irreversible Schäden zu verursachen. Derzeit wird ein Deckel gefertigt, um das Loch im Boden zu verschliessen. Höhlenfans müssen sich also noch etwas gedulden, ob und wann sie die neue Höhle erkunden dürfen.

 

Chinesische Reisegruppen dürfen wieder nach Island kommen

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Die chinesische Regierung hat entschieden, den Verkauf von Gruppenreisen aus der Volksrepublik China in 40 Staaten zu gestatten. Island ist einer dieser 40 Staaten. Der Ticketverkauf soll am 15. März beginnen. Mit dieser Entscheidung wird ein Teil der Reisebeschränkungen für Chinas Bürger nach der COVID-19 Pandemie endgültig aufgehoben, berichtet RÚV.

Chinas Auslandreiseverkehr lebte bereits am 6. Februar auf, als die ersten Beschränkungen aufgehoben wurden, nachdem es seit 2020 so gut wie keine Flüge mehr von und nach China gegeben hatte.
RÚV berichtete gestern, dass die chinesische Regierung nun die Reise in weitere 40 Länder erlaubt, darunter auch Island. Das bedeutet, dass chinesische Touristengruppen wieder ein alltäglicher Anblick im Land sein werden.

He Rulong, der chinesische Botschafter in Island, sagte RÚV, die chinesische Gesellschaft sei zum normalen Leben zurückgekehrt und erlebe ein starkes ökonomisches Wachstum – dieses Wachstum wolle man auch in der nahen Zukunft noch weiter ausbauen.“Wir planen, die Anzahl der Arbeitsplätze um 12 Millionen zu erhöhen. Es hat also Priorität für uns, die Konsumnachfrage bei isländischen Verbrauchern zu befriedigen.”
Die Liste der Staaten, die Reisegruppen nun besuchen dürfen, ist noch nicht veröffentlicht worden, so RÚV. Es ist also nicht klar, welche anderen Staaten von der neuen Reisefreiheit der Chinesen profitieren dürfen.

Chinesische Reisende hatten in 2019 die viertgrösste Touristengruppe in Island ausgemacht. Seitdem waren sie Covid-bedingt jedoch kaum noch zu sehen gewesen. Trotz des Anstiegs der Besucherzahlen aus anderen Ländern lag die Zahl der chinesichen Reisenden weiterhin unter ferner liefen.
2019: 114.000
2020: 19.700
2021: 6.500
2022: 23.700
Im Januar hatten zahlreiche europäische Länder auf Empfehlung des Europäischen Rates Einreiseverbote für chinesische Touristen verhängt. Island war der Empfehlung nicht gefolgt. Botschafter He Rulong gab an, diese Tatsache habe die Entscheidung der chinesischen Regierung beeinflusst. “Ich glaube, das ist der Grund warum China Island für die Liste dieser 40 Staaten auswählte.”