Langwelle geht in Rente: Sendemast in Eiðar wird abgebaut

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Der Langwellensendemast in Eiðar, Islands dritthöchstes Bauwerk, wird morgen gefällt. Im kommenden Jahr sollen alle Sendungen der nationalen Sendeanstalt RÚV auf Langwelle eingestellt und auf das UKW-System FM umgestellt werden. Das gilt auch für Übertragungen im Bereich der öffentlichen Sicherheit.

Der Kurzwellenbereich im Osten des Landes war bereits ausgebaut worden, RÚV nimmt aber auch weiterhin Hinweise auf Verbesserungsbedarf entgegen.
Die Beseitigung des Sendemastes verläuft ganz einfach – er wird durchgesägt und fällt um. Natürlich befinden sich Bauexperten und die Polizei vor Ort, wenn es soweit ist.
Unter anderem waren es Anforderungen der Flugsicherheit und eine zu grosse Nähe zum Flughafen in Egilsstaðir, die dem Sendemast zum Verhängnis wurden, erklärte der technische Leiter bei RÚV, Bragi Reynisson.

Gestern hat nun der Sendemast seine fast 25-jährige Geschichte beendet. Im Jahr 1996 war er errichtet worden, und mit 220 Metern das dritthöchste Bauwerk der Insel. Nur der Sendemast der US-Armee in Grindavík ist 305 Meter hoch, der RÚV-Sendemast bei Gúfuskálar auf der Halbinsel Snæfellsnes misst sogar 412 Meter. Letzterer war 1963 zunächst als Ortungsmast der Briten und Amerikaner errichtet und 1997 in einen Langwellensendemast umgewandelt worden.
Im kommenden Jahr soll dann auch der Gúfuskálar Mast beseitigt und die Langwellenübertragung ganz abgeschaltet werden. Inzwischen gibt es nämlich kaum noch Langwellenempfänger, und der Betrieb des ganzen Systems ist sehr teuer. Man wolle das Geld lieber in den Ausbau des UKW-Systems stecken. Der Rundfunksender Rás2 soll dann auch als Sicherheitssender dienen.

Die UKW Reichweite konnte in sämtliche ganzjährig bewohnten Regionen und entlang der gesamten Ringstrasse ausgebaut werden und erreicht auch die allermeisten touristischen Standorte. Einige ganz wenige Orte befänden ausserhalb der Reichweite, dort müsse man sich leider mit anderen Lösungen wie Satellitentelefonoder ähnlichem behelfen, erklärt Bragi.

Birkenwälder durch eingeschleppte Schädinge bedroht

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Experten der isländischen Forstverwaltung sehen den Wald auf der Insel durch unklare Bestimmungen beim Import von Holzprodukten in grosser Gefahr. Mit den Importen steigt das Risiko, neue Schädlinge mitgeliefert zu bekommen.

Erst kürzlich war ein Baumstamm mit Rinde aus Polen importiert worden. Die Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsbehörde MAST hatte verfügt, dass die Lieferung entweder vernichtet der zurückgeschickt wird, worauf das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Lebensmittel nach einer Klage des Importeurs diese Entscheidung zurücknahm. Der Baumstamm durfte so einreisen wie er war.

Dabei stellen Baumstämme mit Rinde eine besonderes Risiko dar, denn hinter der Rinde verbergen sich die Schädlinge. Strengere Bestimmungen müssten her, meint Pétur Halldórsson von der isländischen Forstbehörde.
“Wir importieren jedes Jahr im grossen Stil Weihnachtsbäume, und alle möglichen Pflanzen in Pflanzenerde, die mit irgendwelchen Resten herkommt. Aber wir wissen nie, was sich darin verbirgt, trotz Zertifikaten und Papieren, die dabei sind,” meint Pétur.

Einer der Schädlinge, den Forstleute auf gar keinen Fall in Island haben wollen, ist der Borkenkäfer, der riesige Schäden in den Wäldern des Kontinents angerichtet hat. Und nicht nur dort, auch in Skandinavien hat er sich durch die Wälder gefressen. Vom Borkenkäfer zerlöcherte Bäume werden dann zu leichter Beute für alle möglichen Pilzerkrankungen.
Die vom Rest der Welt isolierten Pflanzen und Bäume in Island sind besonders empfindlich für alle neueingeschleppten Schädlinge und Krankheiten. Besonders sorgen sich die Förster um den Birkenwald, denn die Birke bildet die einzigen natürlichen Wälder in Island. Zusätzlich zu einigen bereits bekannten Spannerarten gibt es zwei Schädlinge, Birkentrugmotte und eine neuimportierte Blattwespenart, die keine natürlichen Feind haben und in weiten Teilen des Südens junge Birkenblätter in trübes braunes Laub verwandeln.
“Da passiert bereits etwas, und wir wollen nicht, dass da noch schlimmere Dinge passieren,” sagt Pétur Halldórsson.

Arbeitskampf: Weiteres Treffen ergebnislos, Aussperrung ab nächsten Montag

Das Treffen von Arbeitgeberverband, Gewerkschaft und staatlichem Vermittler ist gestern Abend ergebnislos verlaufen. Ein neuer Kompromissvorschlag scheint ebensowenig in Sicht wie ein neues Treffen. Gestern hatte der Arbeitgeberverband mit Aussicht auf das Treffen die für Donnerstag geplante Aussperrung von 20.000 Gewerkschaftsmitgliedern um vier Tage verschoben.

Nach viereinhalb Stunden Sitzung wurden die Gespräche abgebrochen und eine Nachrichtensperre verhängt. Ein neuer Kompromissvorschlag war nicht vorgelegt worden. Der staatliche Verhandler Ástráður Haraldsson hat sich zum Nachdenken zurückgezogen.

Mbl.is gegenüber hatte Ástráður angegeben, er habe vier Stunden lang in Einzelgesprächen verbracht. Er werde einen neuen Kompromiss nur vorlegen, wenn er eine Wahrscheinlichkeit sieht, dass dieser Vorschlag von beiden Parteien angenommen wird. Auf keinen Fall wolle er in der Lage seines Vorgängers landen, dessen Kompromissvorschlag zum Scheitern verurteilt war, weil Efling das Wählerverzeichnis einbehielt, damit die Gewerkschaftsmitglieder nicht über den Vorschlag abstimmen konnten, schreibt Vísir. Es müsse dafür gesorgt werden, dass ein Kompromissvorschlag so ausfalle, dass die Beteiligten auch über den Vorschlag abstimmen.

Etwa 800 Hotelangestellte und Tankwagenfahrer befinden sich seit acht Tagen im Streik. Ein Streik weiterer Efling-Mitglieder war von der Gewerkschaft abgesagt worden, nachdem sich eine überwältigende Mehrheit innerhalb des Arbeitgeberverbandes (SA) organisierten Arbeitgeber für eine Aussperrung entschieden hatten. Diese Aussperrung betrifft 20.000 Gewerkschaftsmitglieder im Grossraum Reykjavík, die allermeisten von ihnen sind im Niedriglohnbereich tätig. Die Massnahme tritt am kommenden Montag um 16 Uhr in Kraft.