Starker Sonnensturm, viel Nordlicht

Auch heute Abend darf in weiten Teilen des Landes wieder mit einem farbenreichen Nordlichterfest gerechnet werden. Besonders ausgefallen waren gestern die tiefroten Farbanteile der Nordlichter.
Der Meteorologe Einar Sveinbjarnarson bezeichnet das Phänomen auf seiner Facebookseite Blika als “Pralinenschachtel”. Die Weltraumwetterbehörde NOAA im amerikanischen Colorado hatte schon gestern eine Bekanntmachung veröffentlicht und einen starken Sonnensturm im Magnetfeld der Erde angekündigt.
Der K-Index liege bei 7 oder mehr, heute Abend könnte die Show noch farbenprächtiger ausfallen.
Sollte der Index 8 oder 9 erreichen, könnte sich fïr Nordlichterfans eine Pralinenschachtel öffnen, so Einar.
Es lohnt sich also, die Wolkenvorhersage anzuschauen und Jacke und Kamera griffbereit zu halten.

Arbeitskampf: Aussperrung verschoben, neue Gespräche am Abend

State Mediator Ástráður Haraldsson

Die geplante Aussperrung des isländischen Arbeitgeberverbandes (SA) gegen sämtliche Mitglieder der Gewerkschaft Efling wird um mindestens vier Tage verschoben. Eigentlich sollte sie an diesem Donnerstag, den 2. März beginnen und 20.000 Efling-Mitgliedern das Betreten ihres Arbeitsplatzes verbieten. Ausssperrung impliziert, dass weder Löhne noch Rentenbeiträge gezahlt werden.

Der amtierende staatliche Vermittler Ástráður Haraldsson hat beide zerstrittenen Verhandlungsparteien für heute Abend zu einem Waffenstillstand eingeladen, um eine Grundlage für die Wiederaufnahme der Tarifgespräche zu finden. SA war daraufhin Ástráðurs Vorschlag gefolgt und hatte die geplante Aussperrung verschoben. Efling hatte sämtliche geplanten Streiks bereits in der vergangenen Woche ausgesetzt, nachdem die angeschlossenen Mitglieder des Arbeitgeberverbandes sich per Abstimmung für die Aussperrung entschieden.

Wind weht allerdings nun auch aus anderer Richtung: der Dachverband der isländischen Gewerkschaftem, ASÍ, hat im Namen von Efling beim Arbeitsgericht Klage eingereicht, weil die Aussperrung illegal sei. Die Klage war am Wochenende eingegangen, mit einem Urteil wird vor Donnerstag gerechnet.

ASÍ-Vorsitzender Kristján Þórður Snæbjarnarson hatte angegeben, die geplante Aussperrung sei möglicherweise nicht rechtens, und zwar sowohl weil Formfehler vorliegen, als auch aus juristischen Gründen. An der Abstimmung hatten sich dem Verband angeschlossene Unternehmen aus ganz Island beteiligt, obwohl die Gewerkschaft ausschliesslich Mitglieder im Hauptstadtbereich vertritt. Wäre die Abstimmung korrekt verkaufen, hätten nur Unternehmen aus dem Vertretungsbereich Eflings – dem Grossraum Reykjavík –  über die Massnahme abstimmen dürfen.
Diese Klage ist die vierte in der Tarifauseinandersetzung zwischen Efling und dem Arbeitgeberverband.

 

Haraldur Þorleifsson bei Twitter entlassen

halli twitter

Der isländische Unternehmer Haraldur Þorleifsson gehört zu denen 200 Personen, die am vergangenen Wochenende bei Twitter ihren Job verloren haben.
Haraldur hatte sein Unternehmen Ueno im Jahr 2021 an Twitter verkauft. Er hatte seinerzeit verlangt, dass der Erlös als Gehalt angerechnet wird, auf das er Lohnsteuern zahlen würde, eine weitaus höhere Summe als auf die Summe als Verkaufserlös. Damit war er der Isländer mit der höchsten Steuerlast im Lande, um dem Land zurückzugeben was er in schwierigen Zeiten an Hilfe einst erhalten hatte.

Der überzeugte Philantrop hatte zuletzt mit seinem Projekt “Rampen für Island” für Aufsehen gesorgt, mit dem er aus eigener Tasche Rollstuhlfahrerrampen im ganzen Land fianziert und gebaut hatte. Haradur sitzt wegen einer chronischen Erkrankung selbst zeitweise im Rollstuhl.

Seit dem Verkauf von Ueno hatte er als Angestellter und Kommentator bei Twitter gearbeitet. Einem Bericht des Morgunblaðið zufolge entdeckte Haraldur, dass er entlassen worden war, nachdem er sich nicht mehr in sein Twitter-Arbeitskonto einloggen konnte. Und er war nicht allein.
Twitters neuer Besitzer Elon Musk hatte gleich nach dem Unternehmenskauf mit Verschlankungen begonnen, um mehr Profit aus der sozialen Plattform zu schlagen.
Die New York Times berichtet, bei der Übernahme seien noch 75000 Mitarbeiter bei Twitter beschäftigt gewesen, die Zahl ist nach einer riesigen Entlassungswelle im letzten November auf 2000 geschrumpft. An diesem Wochenende wurden weitere 200 entlassen, etwa 10% der Belegschaft.
Haraldurs Kommentar auf Twitter verrät indes genug über seine Geisteshaltung.