Krabbentaucher unbedingt ans Meer zurückbringen

Auch Vögel hatten unter dem Unwetter der vergangenen Tage zu leiden. Exemplare des Krabbentauchers etwa wurden an Land geweht, von wo der kleine Seevogel sich ohne Hilfe nicht fortbewegen kann, berichtet RÚV.

Der Krabbentaucher hat seit der Jahrhundertwende in Island nicht mehr gebrütet, im Winter ist er jedoch ein oft gesehener Gast im Küstenbereich. Er ist der kleinste unter den Alkenvögeln, mit 18 Zentimeter Länge und einem Gewicht von gerade mal 150 Gramm so klein und leicht, dass er bei Sturm fortgeweht werden kann.

In Südland waren Vögel der Art an Land gefunden worden, die dort festsassen. “Ich habe gerade erst wieder eine Meldung erhalten, über einen weiteren Vogel bei Sólheimar, die können also ganz schön weit ins Land verweht werden,” erklärt die Biologin beim Naturkundeinstitut, Borgný Katrínardóttir.
Das Institut bittet alle, die so einen kleinen Vogel finden, ihn mitzunehmen und ans Meer zurückzubringen. Von alleine schaffen die Krabbentaucher es nämlich nicht, zum Wasser zurückzufliegen. Wegen der Vogelgrippe sollte man sich danach die Hände waschen.

Fischzucht: Büroleiter verzögerte Veröffentlichung des neuen Lachszuchtgesetzes

Bíldudalur Arnarfjörður

Im Bericht des isländischen Rechnungshofs zur Fischzucht, der am Montag veröffentlicht worden war und ein düsteres Bild der Industrie in Bezug auf Eignerschaft und Wildwuchs zeichnete, geht es auch um einen Vorfall, der sich im Sommer 2019 ereignete.

Damals hatte ein Büroleiter im Ministerium für Arbeit und Innovation veranlasst, dass das neue Gesetz zur Lachszucht erst vier Wochen nach Ratifizierung in den Regierungsnachrichten veröffentlicht wurde.  Damit war das Gesetz nicht gleich nach der Ratifizierung gültig, und Lachszuchtkonzerne hatten Zeit, ihre Daten nach den alten Bestimmungen bei der Planungsbehörde einzureichen. Im Bericht des Rechnungshofes heisst es, dass es ein Mitarbeiter aus dem Ministerium gewesen sei, der darum gebeten habe, das Gesetz nicht gleich zu veröffentichen.

Ermittlungen eingestellt, Büroleiter wegrationalisiert
Das Ministerium habe sich damals an die Polizeidirektion der Hauptstadt gewendet, die herausfinden sollte, ob die Vorgehensweise des Büroleiters ein Gesetzesbruch war. Der Büroleiter war zunächst vom Dienst suspendiert und dann im Rahmen von Veränderungsmassnahmen innerhalb des Ministeriums entlassen worden. Er hatte dort seit 2013 gearbeitet.
Die Polizei hatte die Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, dort begannen Ermittlungen im Juni 2021. Im vergangenen September teilte der Staatsanwalt dem Ministerium mit, die Untersuchung habe nicht ergeben, dass der damalige Mitarbeiter seine Position für sich oder andere missbraucht habe. Eine Ermittlung würde wahrscheinlich keine Schuld aufzeigen oder Licht in die Angelegenheit bringen, die wurde daher eingestellt, berichtet RÚV.

Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben
Der Leiter des Rechnungshofes hält diesen Vorfall für sehr ernst. Die genannte Verzögerung habe das Vertrauen der Öffentlichkeit und anderer Interessensvertreter darin untergraben, dass Unternehmen Gleichberechtigung und Transparenz respektierten.
“Offenbar haben die Unternehmen, die zwischen der Genehmigung und dem Inkrafttreten des Gesetzes vorläufige Bewertungsberichte vorgelegt haben, von der Verschiebung der Veröffentlichung profitiert und einen unangemessenen Spielraum erhalten, um die vorläufigen Bestimmungen des Gesetzes einzuhalten“, heißt es in dem Bericht des Rechnungshofes.

Der isländische Rechnungshof hatte im vergangenen Jahr auch angekündigt, die Tierschutzabteilung der Veterinäraufsichtsbehörde (MAST) zu prüfen. Die Behörde war im Zusammenhang mit wiederholten Tierquälereien, den nicht nachgegangen war, in die öffentliche Kritik geraten.

 

Tankwagenfahrer und Hotelmitarbeiter bereit zum Streik

hotel workers strike Reykjavík

Gestern abend haben sich weitere Hotelangestellte und LKW-Fahrer bei einer Urabstimmung für Streikmassnahmen entschieden. Die Wahlbeteilung lag über 80 Prozent.
In einer Mitteilung der Gewerkschaft Efling heisst es, dass sich von den 487 im Wählerverzeichnis eingetragenen Gewerkschaftsmitglieder, die bei den Hotels Edition und Berjaya beschäftigt sind, 205 für Streik entschieden, 40 waren dagegen und 6 enthielten sich.
Bei den LKW-Fahrern von Samskip, Ólíudreifing und Skeljungur sprachen sich von den 74 Gewerkschaftsmitgliedern auf der Liste 48 für einen Streik aus, sieben dagegen, zwei enthielten sich.
Die rund 300 Mitarbeiter der Íslandshotel-Kette befinden sich bereits seit gestern im unbefristeten Streik.

Tauziehen um Wählerverzeichnis
Nachdem das Reykjavíker Bezirksgericht den Vorschlag des staatlichen Vermittlers als rechtmässig bezeichnet hatte, verlangte Efling eine beschleunigte Anhörung vor dem Berufungsgericht. Der staatliche Verhandler, Aðalsteinn Leifsson, bezeichnete das als fruchtlos. Nach Angaben des Bezirksgerichts hätten jegliche Klagen vor anderen Instanzen keine Auswirkungen auf die Durchsetzung des Urteils.

Weiterer Gegenstand der Auseinandersetzung ist das Wählerverzeichnis der Gewerkschaft, deren Aushändigung Gewerkschaftsführerin Sólveig Anna Jónsdóttir verweigert. Sie hatte angegeben, eine Ausfertigung der Liste über alle 20.000 Mitglieder für den Vermittlungsprozess sei “hoch kompliziert”.

Der staatliche Vermittler hatte daraufhin einen Vollstreckungsantrag auf Einholung des Wählerverzeichnisses von Efling gestellt. Wie RÚV berichtet, wird der Vollstreckungsbefehl in nur wenigen Tagen umgesetzt, in diesem Fall begeben sich Vertreter des Verhandlers ins Büro der Gewerkschaft, um das Wählerverzeichnis dort zu holen.

Walfleisch im Wert von 2,771 Mio ISK in Japan angekommen

Das norwegische Containerschiff Silver Copenhagen ist nach siebenwöchiger Seereise mit seiner Ladung, 2.576 Tonnen gefrorenes Walfleisch, im Zielhafen Shimonoseki in Japan angekommen, berichtet Vísir. Bei der Ladung handelt es sich um den ersten Walfleischexport seit vier Jahren, und gleichzeitig die grösste Menge seit 35 Jahren.

Das Schiff war von Hafnarfjörður aus am 21. Dezember aufgebrochen und hatte die Route um das Horn von Afrika genommen. Nur einmal hatte es geankert, ausserhalb des Hafens von Singapor, um die Besatzung zu wechseln und Proviant an Bord zu nehmen.

Der Exportwert der Lieferung beläuft sich auf 2.771 Mio. ISK. In den Jahren 2018 und 2017 waren jeweils um die 1.500 Tonnen Walfleisch im Wert von etwa einer Mio ISK exportiert worden, in den Jahren 2016 und 2015 waren es 1.529 Tonnen für 1.584 Mio ISK und 1.816 Tonnen für 1.792 Mio ISK. Das Jahr 2014 hatte mit 2.325 Tonnen Walfleisch 1.759 Mio ISK erbracht.

Stöð2 berichtet, es könne anhand der Zahlen davon ausgegangen, dass beim aktuellen Export ältere Vorräte mitverkauft wurden, denn die Zahl der erbeuteten Wale habe nicht höher gelegen als in den Vorjahren. Jeder der 150 Mitarbeiter des Walfangunternehmens habe damit in der drei Monaten währenden Fangsaison 18,5 Mio ISK erwirtschaftet. Rechne man, dass die Hälfte des gerade exportierten Fleisches aus den Vorjahren stamme, komme man auf um die drei Mio. ISK pro Mitarbeiter im Monat.