Tiefdruckgebiet bringt Schneesturm

Cars trapped on the road

Gestern Abend hat die Polizei in Erwartung eines Unwetters im Süden und Westen des Landes die Ungewissheitsstufe des Zivilschutzes ausgerufen, berichtet Fréttablaðið. Für den Südosten, Süden, Suðurnes, den Westen und die Westfjorde gilt die orangefarbene Warnstufe, und zwar von heute Mittag bis voraussichtlich morgen früh.
Schon jetzt wird damit gerechnet, dass es wetterbedingt zu Strassensperrungen kommen wird. Informationen findet man auf umferdin.is. Die Behörden weisen darauf hin, dass heute in den betroffenen Landesteilen kein Reisewetter herrscht.
Wenn die Vorhersagen eintreffen, wird das Hauptquartier der Einsatzkräfte in Reykjavík geöffnet, um schnell und gezielt handeln zu können.
Wetterexperten rechnen mit Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke, oder 18-25 m/s, sowie Schneefall in weiten Teilen des Landes. Zum Abend hin nimmt der Wind dann zu. Im Nordosten und Osten des Landes soll es vergleichsweise ruhig bleiben.
Islandreisende sollten ihre Pläne entsprechend anpassen.

Gemeinden sollten über Windparks entscheiden, nicht das Parlament

Landvernd's map showing all the sites that have been proposed for wind energy projects around Iceland. The Icelandic energy and utility federation says that there's no plan to erect wind turbines on all these sites simultaneously. Map via Landvernd.

Eine Entscheidung darüber, ob Windparks in einer Gemeinde errichtet werden, soll bei den lokalen Behörden liegen, und nicht etwa beim Parlament, sagt Samorka, der Verband der Energie und Stromversorger in Island, berichtet RÚV.
Derzeit versucht eine parlamentarische Arbeitsgruppe, Feedback von Versorgern und regionalen Behörden im ganzen Land zu dem Thema zu bekommen.
Samorka möchte Windparks in Regionen errichten, wo Windrichtung und umgebende Landschaft für solche Projekte günstig erscheinen, und wo es eine bereits existierende Infrastrukur gibt, aber vorausgesetzt, dass die Gemeinschaft die Windräder unterstützt und dass keine unter Naturschutz stehenden Gebiete geschädigt werden.
“Das ist eine Entscheidung zu einer zeitweiligen Nutzung in einer bestimmten Region, und natürlich sind es die Anwohner und ihre gewählten Vertreter, die am besten entscheiden können, welche Auswirkungen es geben wird und ob [die zu errichtenden Windräder] gebaut werden sollen,” sagte Samorka-Direktor Finnur Beck.
Der Bürgermeister des Bezirks Fljótsdalshérað im Osten Islands war kürzlich zitiert worden, dass er mit Samorka darin übereinstimme, dass Entscheidungen zu dem Thema von den jeweiligen Gemeinden gefällt werden sollten.

Besorgnis über drohende Landschaftsverschandelung
Es gibt grosse Besorgnis darüber, dass bald eine Windparkindustrie die Horizonte der Insel beherrschen könnte, denn geplant sind solche Anlagen in beinahe jedem Küstenwinkel Islands. Die isländische Naturschutzorganisation Landvernd hatte die Windräder als “Angriff auf Islands Natur” bezeichnet und angesichts der Pläne ein Karte der geplanten Projekte erstellt, auf der zu sehen ist, wie Island am Ende aussehen könnte. Zur Zeit liegen mindestens 40 Projekte auf dem Tisch. Investoren und Konzerne kommen fast alle aus dem Ausland.
Finnur sagt, längst nicht alle der vorgeschlagenen Projekte würden auch gebaut, es seien nur die Optionen aufgezeigt worden, als die nationale Energiebehörde nach Vorschlägen verlangt hatte.

Auf die Frage, on Samorka die Windparks “überall” errichten wolle, dementierte Finnur sehr schnell.
“Nein, und es ist gut dass danach gefragt wird,” sagt er, “ Es hatte einen langen Zeitraum gegeben [für die Einreichung von Vorschlägen] und dies führte zu einer Reihe von Ideen über potenielle Windenergieprojekte. Aber diese Standorte müssen erst mal geprüft werden, und es bleibt eine Menge Arbeit an vielen dieser Orte, und ich habe keinen Grund zur Annahme – oder es ist eigentlich ausgeschlossen – dass an all diesen Orten Windräder aufgestellt werden, die im derzeitigen Rahmenprogramm als mögliche Standorte genannt wurden.”

3. und 4. Energiepaket
Island hatte im Jahr 1992 den EU-Vertrag zur Zusammenarbeit unterzeichnet, und seither insgesamt drei EU-Energierahmenverträge. Die Unterzeichnung des letzten, Energiepaket 3, war in der Bevölkerung bereits kritsiert worden, viele Menschen befürchteten, dass dies den Weg in ähnlich rapide steigende Strompreise wie in Norwegen bereiten würde.
Mit Unterzeichnung des vierten Energiepaketes würde Island am EU-Energiemarkt aktiv teilnehmen und grüne Energie auf den Kontinent liefern, wo man sich vertraglich verpflichtet hat, 40 % erneuerbare Energie zu nutzen, um das Pariser Abkommen erfüllen zu können. Eine Infrastruktur für solche Lieferungen – Seekabel auf den Kontinent u.ä. – ist noch nicht vorhanden. Kritiker sehen einen Ausverkauf voraus, sowie massiv steigende Strompreise für die Inselbewohner.
Bislang ist das 4. Energiepaket im Parlament noch nicht zur Sprache gekommen.