Erlassene Spritsteuer statt Böller zur Finanzierung der Retter?

ICE-SAR, rescue boat Fáskrúðsfjörður, björgunarsveitin Gesli

Im ostisländischen Fáskrúðsfjörður wundert man sich beim regionalen Rettungsteam, warum die isländische Umweltbehörde sich so vehement gegen den Kauf von Feuerwerkskörpern ausgesprochen hat. Bislang sei kein zufriedenstellender Weg gefunden worden, um die Arbeit der freiwilligen Retter zu finanzieren. Dabei könnte der Staat in Sachen Kraftstoffsteuer durchaus helfen, berichtet RÚV.

Die Ortsgruppe Geisli im Fáskrúðsfjörður finanziert sich fast ausschliesslich durch den Verkauf von Feuerwerkskörpern, zu Silvester und für den sogenannten þrettánda, dem Tag, wenn die Weihnachtszeit mit einem Feuerwerk offiziell zuendegeht.

Fliegen verschmutzt mehr als Böllern
Man habe bislang nicht erlebt, dass die Umweltbehörde sich mit solcher Vehemenz gegen andere Umweltverschmutzungen einsetze, so Óskar Þór Guðmundsson, der Leiter der Seenotrettungseinheit im Fjord. “Ich habe noch nie solche Aktionen von der Umweltbehörde erlebt, etwa dass die Leute nicht fliegen. Weil durchs Fliegen sicher viel mehr Umweltverschmutzung entsteht als durch diese Feuerwerkskörper.” meint Óskar. Aber natürlich sei es schwierig, die Umweltbehörde zu kritisieren, weil sie ja nur ihren Job mache.
Bislang sei es nirgendwo gelungen, einen anderen Finanzierungsweg für die freiwilligen Rettungseinheiten im Land zu finden, der Feuerwerksverkauf bringt einfach die meisten Einnahmen. “Und wenn es gelingt, den Feuerwerksverkauf in Island zu verringern, dann hat das direkte Auswirkungen darauf, wie gut die Rettungsteams für ihre Aufgaben gerüstet sind.”

Staat könnte Spritsteuer spenden
Allerdings könnte der isländische Staat durchaus etwas für die Freiwilligen tun. Die Ortsgruppe Geisli fungiert als wichtiges Bindeglied für die Sicherheit der Seeleute in der Region. Dafür verfügt das Team über ein PS-starkes Schnellboot. Der Betrieb dieses benzinbetriebenen Bootes könnte erleichtert werden, wenn die Retter nicht auch noch Wegezoll in Form von Kraftstoffsteuer zahlen müssten. Zum Jahreswechsel war diese um 8% angehoben worden.

“Wenn ich das Boot volltanke, dann kostet das unser Rettungsteam sicher um die 250-260.000 ISK (1.640-1.700 Euro) an Benzin. Und davon gehen zwischen 120-130.000 ISK (780-850 Euro) direkt an den Staat. Wenn der Staat uns nur das ersparen würde, wäre uns schon viel geholfen,” schlägt Óskar vor.

 

Hotelquote in Reykjavík 101 ausgereizt

Fosshotel quarantine Reykjavík COVID-19

Im Reykjavíker Postleitzahlbezirk 101 gibt es inzwischen 32 Hotels, das sind soviele wie nie zuvor. Hinzu kommen über 40 Gästehäuser und mehr als 100 AirBnB Wohnungen, die an Touristen vermietet werden. Vor der COVID-Pandemie hatte es um die 2600 Gastzimmer gegeben, diese Zahl hatte danach rapide abgenommen, und liegt inzwischen bei fast 3000 Zimmern in 101.

Die Buchungen für die kommenden Monate laufen gut, so Hildur Ómarsdóttir, die stellvertretende Geschäftsführerin von Iceland Collection Hotels. Die Nachfrage nach Zimmern sei ganzjährig gross, wobei während der Sommermonate ein Reykjavíkaufenthalt oft am Anfang oder Ende der Islandreise stehe.

Einwohner- und Besucherzahl gleich hoch
Um die 16.000 Einwohner sind in 101 gemeldet, und ähnlich viele Touristen werden in der Hochsaison dort gezählt. RÚV schreibt, die Innenstadtbewohner hätten zwar durchaus Spass an den ausländischen Besuchern, zumal sie die Stadt mit Leben erfüllten. Aber nicht alle zeigen sich begeistert, vor allem wenn sich zur nächtlicher Stunde Busse durch die Strassen zwängen und Mietwagenfahrer die wenigen verfügbaren Parkplätze in Beschlag legen.
Sigrún Tryggvadóttir vom Bürgerverband berichtet, sie habe schon oft Touristen über einen Mangel an Einheimischen klagen hören, in der Stadt träfen sie vor allem andere Touristen und die ausländischen Mitarbeiter aus der Gastronomiebranche.

Hotelquote ausgereizt
Dennoch ist das Investoreninteresse an neuen Hotels auch weiterhin gross. Der Stadt liegen etwa Anträge vor, das alte Gebäude von Landsbanki oder das alte Parlamentsbürogebäude in Hotels umzuwandeln. Doch aus solchen Plänen wird nichts, denn die Hotelquote für 101 ist nahezu ausgeschöpft. Die Quotenregelung sieht vor, dass nicht mehr als 23 Prozent der Quadratmeter in diesem Stadtbereich für Hotels genutzt werden dürfen, das gleche gilt für Laugavegur und Hverfisgata.
Diese Regelung war im Jahr 2018 beschlossen worden, und da soll sich vorerst auch nichts ändern, versichert Reykjavíks Bürgermeister Dagur B. Eggertsson. Man habe eine Obergrenze erreicht und den weiteren Aufbau in andere Viertel verwiesen, wie etwa entlang der Sæbraut, am Kirkjusandur, Lauganes, Suðurlandsbraut und entlang der geplanten Stadtbahnrouten.