Steuererhöhungen 2023 auf allen Gebieten

Zum Jahreswechsel sind auch in Island in allen möglichen Bereichen die Steuern und Gebühren kräftig erhöht worden. Vísir hat eine (unvollständige) Liste zusammengestellt.
Die Verbrauchsteuer wird um 7,7% erhöht und betrifft Alkohol, Kraftstoffe, Fahrzeugsteuer, und Kilometergeld sowie Rentenfonds, Rundfunkgebühren und andere Gebühren, die dem Staatshaushalt zugutekommen. Der Islandreisende bekommt das gleich im Dutyfree Laden am Flughafen zu spüren, denn die Alkoholsteuer stieg von 10 auf 25% und die Tabaksteuer von 40 auf 50%. Die Rundfunkgebühr stieg um 7,5% und kostet nun statt 18.800 ISK 20.200 ISK. Beim Energieversorger ON schlägt eine Strompreiserhöhung um 6,3% zu Buche.

Autofahren wird teurer
Benzin und Dieselkraftstoff werden um 7,7% teurer, das macht etwa acht Kronen pro Liter aus. Die Fahrzeugsteuer steigt von zweimal jährlich 7.540 ISK auf 15.080 ISK.
Elektroautos und Hybridfahrzeuge werden mit 5% etwas teurer in der Anschaffung. Ein Fahrschein auf der Fähre Herjólfur zu den Westmännerinseln kostet für Auto und Passagiere 10% mehr, und auch der Tunnel Vaðlaheiðargöng zwischen Akureyri und dem Osten kostet ab dem 1. Januar je nach Fahrtenanzahl um die 8% mehr.
Milch und Milchprodukte werden um 3,5% teurer, weil die Erzeugner mehr für ihre Milch erhalten.
Auch die Post langt zu, um die 5-10% mehr bezahlt man nun für Briefe und Pakete im Inland.

Gemeinden erhöhen Gebühren
In den Gemeinden sind die Gebühren ebenfalls angepasst worden, jedoch mit unterschiedlicher Ausprägung. In Reykjavík stiegen sie um 5%, in Kópavogur um 7,7%, Hafnarfjörður kommt mit 9,5%, und Akureyri berechnet 10% mehr für Dienstleistungen im sozialen Sektor, darunter auch Sozialdienste für alte und behinderte Menschen und Essen auf Rädern.
Der Kindergartenbesuch wird teurer, im Skagafjörður um 6%, und 7,7% mehr für die Verpflegung der Kinder. Das Fjarðarbyggð erhöht um 5%, in Garðarbær sind es 7%.
Die kräftigste Steuererhöhung erfolgt bei der Grundsteuer, weil der Einheitswert gestiegen ist. Die Grundsteuer eines Wohnhauses in Reykjavík steigt um 21%, in einem Gewerbegebäude gar um 25%. Für einen Hausbesitzer bedeutet das statt bisher 96.000 ISK nun 116.000 Kronen Grundsteuer.
Die Jahreskarte für das Schwimmbad in Reykjavík kostet ab diesem Jahr 41.000 ISK, eine Einzelkarte 1210 ISK. Auch in Ísafjörður und Bolungarvík wird das Schwimmen teurer.
Und nicht zuletzt werden Schulspeisung und Kindergartengeld teurer, die Erhöhungen liegen zwischen 5 und 9%. In Reykjavík kostet eine Monatskarte für warmes Schulessen nun 11,744 ISK. Beim Kindergartengeld zahlt man je nach Gemeinde zwischen 4,9 und 7,7% mehr pro Kind.

Gästehaus Alex wird Gesundheitszentrum

Das ehemalige Gästehaus Alex in Reykjanesbær wird in ein Gesundheitszentrum umgewandelt, berichtet RÚV. Auf 1050 Quadratmetern soll das erste privatgeführte Ärztehaus mit 15 Praxen auf der Halbinsel entstehen. Ein Neubau befindet sich bereits in Planung.

Viele Islandtouristen kennen noch das Gästehaus in der Aðalgata 60, eins der ersten Gästehäuser der Region, wo man die Nacht vor dem Flug verbringen konnte. Doch die Alex-Zeiten gehören der Vergangenheit an. Immer mehr Menschen siedeln sich in der Gemeinde Suðurnes an, inzwischen leben dort um die 30.000 Einwohner, und der Bedarf an medizinischer Versorgung steigt.
Die Umwandlung des Gästehauses in ein Gesundheitszentrum findet in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Höfði und der isländischen Krankenversicherung statt. Fünf Jahre lang soll das Ärztehaus in dem Gebäude bleiben, dann folgt ein Umzug in einen geplanten Neubau, wo nicht nur medizinische Dienste sondern auch ein Supermarkt Platz finden.

 

Immer mehr Schimmelbefall in öffentlichen Gebäuden

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Das isländische Institut für Naturwissenschaften stellt immer mehr Schimmelbefunde in Häusern fest. Im gerade vergangenen Jahr sind 1.532 Fälle von Schimmelbefall in Innenräumen gefunden worden, was einen Zuwachs von 278 positiven Proben oder 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Im Vergleich zum Jahr 2020 ist es sogar ein Drittel mehr – das liegt jedoch möglicherweise daran, dass mehr Labore als zuvor solche Proben untersuchen. Im vergangenen Jahr waren die meisten Proben zur Untersuchung nach Dänemark geschickt worden.  Inzwischen gibt es spezialisierte Unternehmen, die Innenräume auf Wasserschäden und Schimmelbefall untersuchen.

Vor allem Schulen und Kindergärten sind betroffen, allein im Grossraum Reykjavík ist in 30 Einrichtungen Schimmel gefunden worden, Tendenz steigend. Unterricht und Betreuung müssen entweder in anderen Gebäuden oder anderen Bereichen eines betroffenen Gebäudes fortgesetzt werden.

Sanierungsbedarf, Trägheit und neue Baustoffe
Der Architekt und Ingenieur Björn Marteinsson hält all dies für keinen Zufall. In den Jahren nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch sei an der Instandhaltung gespart worden,so Björn, inzwischen seien viele öffentliche Gebäude um die 50 Jahre alt und bedürften der Sanierung. Viel schwieriger sei es hingegen, Gründe für einen Schimmelbefall an neueren Gebäuden zu finden. Seiner Ansicht nach habe sich in den vergangenen 10 bis 15 Jahren beim Hausbau viel verändert, und nicht alle technischen Neuerungen eigneten sich für die in Island herrschenden Bedingungen, aber auch bei der Fertigstellung von Gebäuden müsse besser zu Werke gegangen werden.
Helgi Grímsson, Bereichsleiter bei der Stadt Reykjavík sieht das Problem auf mehreren Ebenen. Island sei nicht das einzige betroffene Land und vieles komme da zusammen, neue Baustoffe beim Hausbau, neue Designvarianten, allem voran sieht er jedoch eine weit verbreitete Trägheit, bei Wasserschäden und Schimmelflecken sofort angemessen zu reagieren.