Weihnachtsgeschenke für Angestellte sind eine Liste wert

jól Christmas

Isländische Weihnachtsgeschenke aus der Chefetage sind in diesem Jahr recht unterschiedlich ausgefallen. Am beliebtesten in 2022 waren der Geschenkgutschein und der Lebensmittelkorb, hat Fréttablaðið herausgefunden.

Bei den Ministerien zeigte sich das Amt der Premierministerin am grösszügigsten, hier durften sich die Mitarbeiter über einen Outdoor-Gutschein im Wert von 40.000 Kronen freuen. Das Sozialministerium schenkte eine Prepaidkarte über 25.000 ISK und eine Kerze, Justizministerium, Kultusministerium, Umweltministerium und Aussenministerium liessen 20.000 ISK pro Mitarbeiter springen, ausserdem gab es Rotwein, Pralinen und Schürzen, beim Hochschulminister und beim Landwirtschaftsminister gab es Warengutscheine beim Outdoorausrüster. Islands Finanzminister zeigte sich vergleichsweise knauserig, er schenkte eine Akkulampe und eine Rotweinflasche, beim Amtskollegen aus dem Infrastrukturministerium gab es einen Gutschein für die Badelagune.

Gutschein für halben Flug
Aus Akureyri berichtete das Fréttablaðið Unzufriedenheit bei den städtischen Mitarbeitern, denn anstatt einer Lammkeule wie bisher gab es einen Gutschein für die Fluglinie Niceair, allerdings deckte der nur einen halben Flug ab, und so mancher kann sich nicht mal leisten, überhaupt ins Ausland zu fliegen.
In anderen Gemeinden gab es Prepaidkarten, Geschenkgutscheine oder auch eine Jahreskarte in den Pool. In Kópavogur mussten die Angestellten auswählen, ob sie einen Geschenkgutschein für ein Geschäft oder ein Restaurant entgegennehmen, oder den Betrag einem wohltätigen Zweck spenden.
Die Angestellten des isländischen Parlaments Alþingi erhielten einen Geschenkgutschein für das Einkaufszentrum im Wert von 25.000 ISK, die Landeszentralbank hielt Gutscheine und Schokolade mit Spendenbeitrag bereit. Mitarbeiter des Finanzamtes erhielten Fleischpakete, Theaterkarten und kostspielige Sonnenbrillen für ihre Jahresfahrt in die Sonne.

Die Qual der Wahl hatten auch Mitarbeiter der Reykjavíker Wasserwerke und Landsvirkjun, ob sie einkaufen oder lieber in einem Hotel gastieren wollen. Bei der Post gab es Lebensmittelkörbe und einen bezahlten freien Tag, das Busunternehmen Strætó schenkte Lebensmittel mit einer Designerglassschale. Wolldecken schenkte das Landestheater sowie MAT’IS, bei der Harpa und der Grossapotheke Lyfjaval gab es Geschenkgutscheine im Wert von 20.000 ISK.

Landspitali liess seine Mitarbeitern ebenfalls die Wahl zwischen Geschenkgutschein beim Outdoorausrüster, einem Lagunenbesuch, oder Prepaidguthaben bei einer Bäckerei, oder einem Fleischer. Man konnte das Guthaben jedoch auch ans Rote Kreuz spenden. Ähnlich hielt es die Polizei, die mehrere Gutscheine zur Auswahl bereithielt. Die Kollegen bei der Küstenwache mussten sich mit einem Lebensmittelkorb und Duftkerzen bescheiden.

Freie Wirtschaft schenkt bezahlte Urlaubstage
Lebensmittelkörbe erfreuen sich immer noch grosser Beliebtheit bei isländischen Unternehmen, auch die Grosskonzerne Alcoa, Norðurál und Samherji wählten diese Form des Weihnachtsgeschenks.
Am grosszügigsten zeigten sich die Autohändlerr BL, Hekla und Askja, die jeweils 50.000 ISK pro Angestellten springen liessen, das Lebensmitteltechnologieunternehmen Marel packte noch zwei bezahlte Urlaubstage auf den 50.000 ISK Gutschein drauf. Össur wartete mit 40.000 ISK, einem bezahlten Urlaubstag an Weihnachten und einer Einladung zum Weinachtsbüfett auf. Bei CCP gab es dieses Jahr mal kein neues iPhone, sondern AirTags und einen Kalender, Origo bot einen bezahlten Urlaubstag und eine Gutscheinausahl.

Beim Baumarkt Húsasmiðjan konnten die Angestellten zwischen Lebensmittelkörben, Küchengeräten oder Prepaidkarten wählen, Byko schenkte einen bezahlten Urlaubstag, bei der Blauen Lagune gab es eine Prepaidkarte über 50.000 ISK und Kosmetika des Unternehmens.
Auch die Medien liessen sich nicht lumpen und bedankten sich bei den Mitarbeitern mit Gutscheinen für Brunch plus ein Handtuch (RÚV) oder Geschenkgutscheinen im Wert von 25.000 ISK (Fréttablaðið, DV, Hringbraut), beim Morgunblaðið gab es 40.000 ISK in Kartenform.

 

Schneelawine reisst 15 Pferde in den Tod

Im Skagafjörður ist heute gegen 13 Uhr zwischen den Höfen Stekkjaból und Hólkot im Unadalur westlich von Hofsós eine Schneelawine abgegangen. Das Team “Grettir” der örtlichen freiwilligen Retter rückte aus, denn in dem Gebiet, wo die Lawine ins Tal traf, hatten sich 15 Pferde befunden, doch leider kamen sie zu spät..
Die Pferde sind bei dem Unglück alle ums Leben gekommen. Bewohner des Unadalur gaben an, beide Höfe seien nicht in Gefahr gewesen, auch Gebäude wurden nicht beschädigt, berichtet Vísir.

Schneesturm an Weihnachten: Touristen fahren trotzdem

Seit dem Morgen des 24.12 schneit es in Island wieder unaufhörlich, nachdem nach dem Schneesturm am vergangenen Wochenende ein wenig Ruhe eingekehrt war. Schon gestern Abend setzte der Schnee im Süden des Landes viele Menschen in ihren Häusern fest, und den Landsleuten war geraten worden, sich früher als normal auf den Weg zu Verwandten zum Weihnachtsfest zu begeben. Der meiste Schnee war für das Südland und den Südosten erwartet worden, und zuverlässig stellte er sich auch ein. Seit heute herrscht in weiten Teilen wieder Ausnahmezustand.
Die Region um den Mývatn ist für den Verkehr gesperrt, zwischen Egilsstaðir und Reyðarfjörður, sowie die Ringstrasse zwischen dem Markarfljót und Kirkjubæjarklaustur. Im Osten des Landes herrscht auch eine extreme Kälte, am Flughafen von Egilsstaðir wurden -21 Grad Frost gemessen.

Grosseinsatz der Rettungskräfte
Zahlreiche freiwillige Helfer der Rettungsteams verbrachten ihr Weihnachtsfest statt mit der Familie unterm Weihnachtsbaum draussen im Schnee, um festsitzenden Reisenden zu helfen. Bei Pétursey war ein Reisebus mit 30 Touristen durch die Strassensperrung gefahren und hatte aus dem Schnee gezogen werden müssen, was kein leichtes Projekt ist. Auf dem Rückweg ignorierte der Fahrer erneut die Sperrung und benötigte auch diesmal die Hilfe der Bergrettung.
Allein in Vík sind gestern tagsüber und bis in die Nacht hinein rund 50 Einsätze wegen festsitzender Mietwagen gefahren worden, und auch im Nationalpark Þingvellir mussten Touristen ausgegraben werden.
An die 150 Touristen waren im Süden in Schwierigkeiten geraten und benötigten Hilfe, und so mancher Mietwagen sass auf gesperrter Ringstrasse fest, nachdem er die bemannte Sperrung durchfahren hatte. Schliesslich war die Sperrung der Ringstrasse ab dem Markarfljót bis nach Kirkjubæjarklaustur gefolgt, und Mitarbeiter der Polizei hatten den Streckenposten helfen müssen, die Sperrstationen zu bemannen. Genutzt hat dies jedoch wenig.
Der Gebietleiter des Südlands, Jón Herrmansson, gab RÚV gegenüber an, so mancher Tourist habe die Streckenposten beinahe umgefahren, und es habe auch unverschämte Äusserungen gegenüber Rettungsmitarbeitern und Polizisten gegeben.

Retter müssen Wanderer im Schneesturm suchen
Am späten Nachmittag mussten die Freiwilligen schliesslich bei heftigen Schneesturm nach zwei Gruppen Touristen suchen, die sich von ihrem Hotel im Reynishverfi aus auf eine Wanderung zum Strand Reynisfjara begeben und die Orientierung verloren hatten. Von Landsbjörg hiess es, der Schneesturm sei so stark gewesen, dass man nicht einmal die Spezialfahrzeuge der Einheit zum Hotel hatte bringen können, um damit nach den Leuten zu suchen.
Zur gleichen Zeit warteten Dutzende von Touristen in der gleichen Region darauf, aus ihren festsitzenden Mietwagen geholt zu werden.  Gegen Abend konnten die Schneewanderer gefunden werden und wurden im Hotel und auf einem Bauernhof untergebracht.

Ein Hotelmitarbeiter aus Vík meinte Vísir gegenüber, viele Touristen würden Islands Natur nicht respektieren, und man sei bass erstaunt gewesen, wie wenig Absagen gebuchter Zimmer es am Tag vor Weihnachten gegeben hatte, obwohl die Wettervorhersage ganz klar schlecht gewesen sei. Viele der Besucher feierten kein Weihnachten und wollten Schnee und Nordlicht erleben. Den Schnee hätten sie nun zur Genüge bekommen, und gestresst sei kaum einer wegen des Schneesturms.
Schliesslich meldet mbl.is am Abend, dass am Reynisfjall eine Schneelawine abgegangen und drei Fahrzeuge von Einheimischen unter sich begraben habe.
Das eisige Schneewetter soll auch die kommenden Tage anhalten, und Touristen tun gut daran, ihre Reisepläne entsprechend anpassen, denn auch die Räumarbeiten benötigen Zeit und Mannschaft, zumal vielerorts festsitzende Fahrzeuge ein Vorankommen der Schneepflüge erschweren.