Rekordwasserverbrauch durch Weihnachtsbad der Isländer

Mit einem zeitlich begrenzten Druckabfall beim heissen Wasser könnten die Hauptstadtbewohner morgen zu rechnen haben, wenn sich ein Grossteil der Reykjavíker ins traditionelle Weihnachtsbad begibt.
Sól­rún Kristjáns­dótt­ir, die Geschäftsführerin der Reykjavíker Wasserwerke Veitur, sagte mbl.is gegenüber, es gebe genügend heisses Wasser, sie rate den Leuten aber, nicht alle zur selben Zeit, am späten Nachmittag, ins Bad zu gehen, sondern auch morgens und mittags.
“Wir sehen Höchstverbrauchswerte, einen Tag nach dem anderen, die wir noch nie bei Veitur zuvor gesehen haben. Noch nie zuvor waren soviele Häuser an das Heissassersystem während einer Kälteperiode angeschlossen wie zur Zeit. Das war eine sehr langandauernde Frostperiode, die längste, die wir in diesem Jahrhundert erlebt haben,” erklärt Sólrún.
Eine grosse Herausforderung an das Wassersystem sei da entstanden, mit der man aber durchaus fertig werde. Oberste Priorität habe die Beheizung der Häuser und das Weihnachtsbad.

Rekordliterzahl und neuer Rekord
Der letzte Rekord im Heisswasserverbrauch liegt noch gar nicht so weit zurück, erst in der vergangenen Woche wurde er mit 18.400 Kubikmetern pro Stunde gemessen. Für morgen werden mehr als 19.000 Kubikmeter pro Stunde veranschlagt.
“Wir sind da angelangt, dass viele Heisswasserversorger im ganzen Land an ihre Grenzen stossen. Wir wissen, dass dort Chancen liegen, besser mit der Resource umzugehen, die wir gefördert haben,” mahnt die Wasserwerksleiterin.
In der vergangenen Woche hatten sogar die Reykjavíker Schwimmbäder schliessen müssen, nachdem im Hellisheiði Kraftwerk ein Schaden aufgetreten war, durch den kein heisses Wasser gefördert werden konnte.

Schon zuvor war angedacht worden, die Versorgung von Grosskunden wie etwa Schwimmbäder zu kappen, wenn die Nachfrage nach heissem Wasser eine bestimmte Grenze übersteige. Mit einem solchen Fall ist morgen nicht zu rechnen, sagt Sólrún.
Es könnte jedoch zu einem zeitlich begrenzten Druckabfall komme. Das wirke sich nicht auf die Beheizung der Häuser aus, oder dass es kein Wasser in der Dusche gebe. Einen erneuten Schaden im Hellisheiði Kraftwerk könne man weitgehend ausschliessen.