Hildur Guðnadóttir für Golden Globe nominiert

Hildur Guðnadóttir

Die Filmkomponistin Hildur Guðnadóttir ist für den Golden Globe in der Kategorie der besten Filmmusik für ihre Arbeit am Spielfilm Women Talking nominiert worden. Die Nominierungen durch die Hollywood Foreign Press Association (HFPA) waren gestern verkündet worden.
Der renommierte Preis geht am 10. Januar zum 80. Mal in Los Angeles an die besten Arbeiten aus Film und TV.
Neben Hildur Guðnadóttir wurde auch Regisseurin Sarah Polley in der Kategorie Bestes Drehbuch nominiert.

Mbl.is berichtete, dass Hildur nicht für ihre Arbeit am Film Tár nominiert worden war. Tár mit Cate Blanchett in der Titelrolle erhielt drei Nominierungen in anderen Kategorien. Als Favoriten des Jahres gelten The Banchees of Inisherin, der die meisten Nominierungen erhielt, Everything Everywhere All at Once, The Fabelmans, und Babylon.
Women Talking erzählt die Geschichte von acht Frauen aus einer abgeschiedenen Mennonitenkolonie. Nachdem sich herausstellt, dass Männer aus der Gemeinschaft über Jahre Frauen Drogen eingeflösst und nachts vergewaltigt hatten, sehen die Protagonistinnen sich gezwungen, ihre Realität mit ihrem Glauben auszusöhnen.

In einem Interview mit dem Onlinemagazin Credits gab Hildur an, die Filmemacher hätten sich entschieden, Traumaspezialisten für die Schauspieler zu engagieren, weil das Thema so unglaublich sensibel und emotional sei.
Die Musik diene, so Hildur, als Transmitter für Hoffnung: “Für diese Erzählung musste die Musik wirklich ein Transportmittel für Hoffung und Vorwärtsbewegung sein, um uns den Mut zu geben, weiterzumachen, und alle zusammenzubringen in diesen Diskussionen und Entscheidungsfindungen darüber, was zu tun ist. Die Musik musste uns zu ihnen ziehen und uns eine Verbindung und Gemeinschaftssinn schenken.”

 

Containerhafen im Finnafjörður: Gemeinden wollen jetzt Staat an der Seite haben

Die beiden Gemeinden rechts und links der Halbinsel Langanes im Nordosten Islands verlangen, dass der Staat sich an den Verhandlungstisch rund um die Hafenbautätigkeit im Finnafjörður setzt. In dem Fjord sind ein Containerschiffhafen und ein Industriegebiet geplant. Der deutsche Bauherr Bremenport beansprucht bis zum Jahr 2060 Exklusivrechte für den Betrieb auf dem Gelände, berichtet RÚV.

Exklusivrechte des ausländischen Bauherren bis 2060
Im Frühjahr 2019 hatten Vertreter aus Vopnafjarðarhreppur und Langanesbyggð einen Vertrag mit Bremenport über den Bau eines internationalen Containerschiffhafens im Finnafjörður unterzeichnet. In diesem Frühjahr kam eine Absichtserklärung darüber hinzu, dass die Exklusivrechte der Deutschen zur betrieblichen Nutzung des Finnafjörður von 2040 auf 2060 ausgeweitet werden.
Nachdem ein weiterer Nachtrag zum Vertrag von 2019 auf dem Tisch erschien, begannen die Einheimischen, die das Grossprojekt angestossen hatten, dann doch zu zögern.
“Wir schauen uns diesen Vertrag sehr genau an, um zu prüfen, worin genau dieser Nachtrag besteht,” erklärt der Bürgermeister von Langanesbyggð, Björn S Lárusson. Da gebe es viele Unsicherheiten für die zwei kleinen Gemeinden, und jetzt müsse man besser entscheiden, wohin die Reise gehe und welcher Gewinn dabei eigentlich herausspringe. Aber auch, was passiere, wenn weitere Unterschriften geleistet würden. “Welche Verpflichtungen wir da unterzeichnen und welche potentiellen Rechte wir abgeben.”

Grossprojekt mit vagen Informationen
Es fehle an Informationen von Bremenport zu ihren Absichten. Das ganze Projekt wandle sich von einem Hafen mit dazugehörigen Betrieben im Finnafjörður zu einem umfangreichen Industriegebiet. Man habe über Fischzucht geprochen, sowie über energieintensive Industrie, doch Björn zufolge sei da noch nichts klar. Daher hätten die beiden Gemeinden Vopnafjarðarhreppur und Langanesbyggð nun um ein Treffen mit dem zuständigen Minister gebeten, um Unterstützung zu erhalten.
“Wenn dieser Nachtrag über mehr Aktivität dort und andernorts unterzeichnet wird, dann müssen wir eigentlich den Staat mit im Team haben.” meint der Bürgermeister.