Seemann über Bord: Zweitägige Suche ohne Erfolg

The Icelandic Coast Guard defended Iceland during the Cod Wars

Seit dem Samstagnachmittag wird in der Bucht Faxaflói mit grossem Aufgebot ein über Bord gefallener Seemann gesucht. Auch heute sind Rettungseinheiten zu Wasser und aus der Luft in einem Gebiet von 18 Quadratseemeilen unterwegs. Gestern war auf einem Gebiet von 10 Quadratmeilen gesucht worden, berichtet RÚV.

Die Suchbedingungen sind bei leichtem Wind aus Nordnordost heute gut, so der Einsatzleiter der nationalen Rettungsorganisation Landsbjörg, Guðmundur Birkir Agnarsson. Diese Aktion sei sicher eine der umfangreichsten der letzten Jahre. Allein 15 Schiffe und zwei Hubschrauber hatten sich mit Dutzenden von Helfern an der Suche beteiligt. Seit Samstag befindet sich auch das Einsatzschiff der Küstenwache im vermuteten Gebiet. Man hatte das Einsatzgebiet vom errechneten Aufenthaltsort des Schiffes aus schrittweise erweitert und die Meereströmung mit einbezogen.
Der Seemann stammt aus Grindavík und hatte sich an Bord der Sighvatur GK-57 befunden, einem Schiff der Reederei Vísir.

Rätselhafter Pferdetod aufgeklärt: Clostridien nach Wurmspritze

Bei den sechs Ende November verendeten Pferden aus dem Südland liegt nun ein Ergebnis vor. Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hatte in Zusammenarbeit mit dem Labor in Keldur rätselhafte Todesfälle bei aufgestallten Pferden untersucht. Die 13 Pferde waren zwischen dem 23. und 25. November im Stall erkrankt, nachdem sie von einer Weide im Süden Islands in die Stadt gebracht worden waren, sechs von ihnen verendeten.
Alles weist darauf hin dass es sich um eine Clostridieninfektion handelt, eine genauere Spezifikation läuft noch, heisst es auf der Webseite von MAST.

Die Pferde hatten sich in zwei getrennten Gruppen befunden worden, bis sie am 21. November zusammengetrieben wurden und man ihnen ein Entwurmungsmittel injizierte. Nur die Pferde aus einer Gruppe erkrankten danach. Die Bakterien hatten sich offenbar auf dieser Weide stark entwickelt. Clostridien bilden ruhende Sporen, von denen es offenbar grosse Mengen im Fell der Pferde gegeben hat. Als die Haut durch die Kanülen der Entwurmungsinjektion verletzt wurde, fanden die Bakterien Zugang in den Organismus, denn unter der Haut herrschen anaerobe Bedingungen, bei denen Clostridien erwachen, sich vermehren und Giftstoffe bilden. Diese Giftstoffe können plötzliche Todesfälle verursachen, aber auch hohes Fieber und starke Schwellungen, die ebenfalls tödlich enden können. Eine solche Infektion ist sehr schwer zu behandeln und die Vergiftungserscheinungen kaum zu stoppen.

Bislang hat es in Island noch keine derartige Gruppeninfektion gegeben, auch wenn es sich nicht um ein neuen Erreger handelt, denn Clostridien kommen durchaus in Island vor, wie etwa der wenn auch seltene Tetanuserreger. Ebenfalls bekannt sind Botulismuserkrankungen im Rahmen einer Futtervergiftung durch Kadaververschmutzung im Heu.

Eine Impfung gegen Clostridien gibt es in Island nicht. Vielmehr wird davor gewarnt, Entwurmungsmittel per Injektion zu applizieren, weil immer die Gefahr besteht, dass sich an der Einstichstelle Infektionen bilden. Das Entwurmungsmittel verursacht dort auch Juckreiz, wodurch eine noch grössere Gefahr von Hautläsionen und rund um die Einstichstelle besteht, durch die der Erreger eindringen kann.
Es ist nicht bekannt, wie es zu einem derart hohen Befall von Clostridien auf der betroffenen Weide kommen konnte.
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Tierschutzfall im Hornafjörður: MAST lässt 55 Pferde schlachten

Auf einem Hof im Hornafjörður sind 55 Pferde beschlagnahmt und geschlachtet worden. Dem Besitzer werden schwerwiegende Vergehen gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen, berichtet RÚV. Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST hat ein zeitlich begrenztes Tierhaltungsverbot ausgesprochen. Am 22. November waren die Pferde von der Behörde beschlagnahmt worden. Die meisten Pferde auf dem Hof befanden sich im Besitz des Halters, wenn auch nicht alle. Den anderen Pferdebesitzern wurde freigestellt, ihre Pferde zu sich zu nehmen.
Sechs Tage nach Beschlagnahmung wurden die Tiere am 28. November unter Aufsicht der Behörde sortiert. In Absprache mit dem Besitzer wurde entschieden, 55 Pferde zu schlachten, wie es in einer Meldung bei MAST heisst.

Schlachtung als “Notlösung”
In einer schriftlichen Antwort der Veterinäraufsichtsbehörde vom Oktober in Bezug auf Arbeitsmethoden und Massnahmen bei Vergehen gegen das Tierschutzgesetz heisst es unter anderem, dass die Tiere nach einer Beschlagnahmung in den Gewahrsam der Behörde gehen und dass die Behörde Verantwortung für sie trage. Vor einer endgültigen Entscheidung über das Schicksal der Tiere hat der Besitzer jedoch das Recht auf Widerspruch.
Sobald die Tiere in Behördengewahrsam gekommen sind, hat die Behörde nach 48 Stunden das Recht, die Tiere töten zu lassen. Während dieser zwei Tage haben MAST und Besitzer Zeit, eine bessere Unterbringung für die Tiere zu finden. Gelingt dies nicht, werden sie getötet (Art 37 des Tierschutzgesetzes). Duldet der Zustand der Tiere wegen Unterfütterung, Grausamkeit, Unfälle oä jedoch keinen Aufschub, kann die Behörde laut Art. 38 auch unverzüglich schlachten lassen, und das Schlachthaus ist verpflichtet, eine solche Schlachtung sofort durchzuführen.
Auch das Widerspruchsrecht des Besitzers ist dann ausser Kraft gesetzt. MAST bezeichnete die Schlachtung in ihrer Antwort an RÚV als “Notlösung”. Die Behörde betont, dass sie auch nach Beschlagnahmung von verwahrlosten Tieren niemals Besitzer der Tiere sei, auch wenn sich die Tiere in Gewahrsam der Behörde befänden.
Bei verwahrlostem Vieh suche man in der Regel nach einem Landwirt in der Umgebung, der die Tiere aufkaufe und übernehme.

Tauziehen um Verkauf von beschlagnahmten Tieren
Auf die Frage, ob die Behörde nicht das Recht habe, beschlagnahmte Tiere an Interessenten zu verkaufen, so wie es im 37. Artikel des Tierschutzgesetzes steht (“versteigern oder lebend verkaufen”), hiess es, MAST unterstütze eher den Verkauf des Tieres als seine Schlachtung. In manchen Fällen seien Tiere jedoch so schlecht dan, dass es richtiger erscheine, sie schlachten zu lassen.
Im Fall der verwahrlosten Pferde aus dem Borgarfjörður waren Spenden gesammelt wurden, um einen Teil der hungernden Pferde freizukaufen. Die 26 Pferde, darunter 10 in kritischem Zustand, waren durch die Behörde an den Eigentümer zurückgegeben worden.

Verbände und Unternehmen fordern Verbot der Lachszucht im Meer

fish farming iceland

Die Lachszucht in offenen Meeresgehegen soll in Island verboten werden, “bevor es zu spät ist” – das fordern 25 Umweltverbände und Unternehmen von Islands Ministerin für Fischerei, Landwirtschaft und Lebensmittel. Sie verlangen auch die Vorlage eines glaubwürdigen Plans, der darauf abzielt, diese Form der Aquazucht in Island zu verbieten, berichtet Vísir.

In einer gemeinschaftlichen Erklärung an die Medien verweisen die Initiatoren auf die 80.000 entkommenden norwegischen Zuchtlachse beim Unternehmen Arnarlax in den Westfjorden. Der isländische Wildlachsbestand wird auf insgesamt 50.000 Exemplare geschätzt. Es handle sich daher um einen “ausgesprochen schwerwiegenden Umweltunfall”, der schwerwiegende genetische Folgen für den Wildlachsbestand in Island haben werde.
“Der Unfall ist eine weitere Bestätigung dafür, dass all die schönen Versprechungen der Unternehmen in der Aquazucht falsch sind, und er offenbart auch die Gleichgültigkeit des Unternehmens gegenüber den Interessen der Natur, als entschieden wurde, gegen das Strafgeld Protest einzulegen,“ heisst es unter anderem. Die Lebensmittelaufsichtsbehörde MAST hatte Arnarlax eine Zahlung von 120 Mio. ISK Strafgebühr auferlegt, weil das Unternehmen gegen die Meldepflicht des Unfalls verstossen hatte.
Die Verschmutzung von Wildbeständen durch Genmaterial sei ein „irreversibler Umweltunfall“, schreiben die Initiatoren.

Angelsport bringt mehr Einnahmen als Aquazucht
Um die 2250 eingetragene Wohnsitze vertrauten auf Einkünfte aus ihren Lachsflüssen, der Angelsport schaffe dabei mehr Einnahmen als die Aquazucht jemals erbringen könne. Der wirtschaftliche Wert des Lachs- und Forellenangelsports belaufe sich auf jährlich 13,5 Milliarden ISK.
Die Verbände fragen, warum Islands Regierung ausländischen Konzernen die Resourcen des Volkes eigentlich schenke.

“Es ist klar, dass, wenn die Regierung wirklich daran interessiert ist, die Wildlachspopulationen sowie Islands Natur zu schützen, sie die Fischzucht in Meeresbecken stoppen muss. Solange die Aquazucht in Island praktiziert wird, muss dies nach den strengsten Standards erfolgen. Vor allem zu erwähnen sind die wiederholt an die Regierung übermittelten NASCO-Standards. Die unterzeichnenden Verbände und Unternehmen fordern den Minister auf, diese Standards umzusetzen und keinen Rabatt auf sie zu gewähren, während diese umweltschädlichen Aktivitäten in den Fjorden des Landes betrieben werden.”

Folgende Unternehmen und Verbände haben die Erklärung unterzeichnet:
NASF á Íslandi, Landssamband Veiðifélaga, Icelandic Wildlife Fund, Laxinn Lifi, Landvernd, Náttúruverndarsamtök Íslands, Ungir Umhverfissinnar, Lax-á, Veiðiflugur, Veiðivön, Höklar, Six Rivers Project, Stóra-Laxá, Fuss, Laxá á Ásum, Starir, Miðfjarðará, Eleven Experience, Norðurá, Stangaveiðifélag Reykjavíkur (SVFR), Hreggnasi, Vatnsdalsá, Veiðifélagið, Fish Partner und Flugubúllan