Erste Pilotin Islands geht nach 38 Jahren in Rente

female pilots icelandair

Die isländische Pilotin Sigríður Einarsdóttir ist heute zum letzten Mal auf dem Internationalen Flughafen in Keflavík gelandet. Sie war die erste weibliche Pilotin in der kommerziellen Luftfahrt und hat in ihrer 38 Jahre langen Karriere den Weg für zahlreiche andere Frauen im isländischen Luftverkehr geebnet.
Am frühen Morgen landete ihre Lieblingsmaschine, eine Boeing 757 mit dem Namen Vatnajökull, und die Passagiere bescheinigten der erfahrenen Pilotin eine “ganz besonders sanfte” Landung.
Im Flughafen wurde sie mit Blumen und Applaus von einer Abordnung weiblicher Icelandair Piloten und Flugbegleitern empfangen.

Sigríðurs Karriere begann im Jahr 1984 an Bord einer Fokker F27 Turboprop, und drei Jahre später dann auf den neuen Maschinen der Fluggesellschaft. Im Jahr 1996 wurde sie Flugkapitänin.
Bei der Abschiedszeremonie sagte Sigríður: “Ich glaube das ist noch nicht so richtig bei mir angekommen, dass das die letzte Landung war. Es war erst kurz vor dem letzten Anflug, dass mir klarwurde, das dies mein letzter Flug gewesen ist, zumindest in einer Passagiermaschine.”
Auch wenn sie nun in Rente geht, kommt ihr überhaupt nicht in den Sinn, das Fliegen an den Nagel zu hängen. “Ich glaube nicht dass ich fertig bin damit. Das Fliegen macht soviel Spass. Ich muss jetzt mal meine Privatfluglizenz erneuern, um dann kleinere Flugzeuge fliegen.”

Nach Beginn ihrer Karriere in 1984 war Sigríður fünf Jahre lang die einzige Frau auf dem Pilotensitz gewesen. “Nach zehn Jahren waren wir drei,” erinnert sie sich. “Nach 20 Jahren wurde die 10. Pilotin eingestellt.” Heute seien bei der Icelandair 77 Pilotinnen beschäftigt.
Trotz des Fortschritts, an dem Sigríður massgeblichen Anteil hat, ist die Luftfahrt in Island immer noch in weiten Teilen männlich geprägt, nur 13% aller Piloten sind Frauen.
Aber: “Das ist kein Männerjob mehr,” sagt Sigríður. “Das haben wir gezeigt und bewiesen.”

Laden in Drangsnes erhält 7,8 Mio ISK an staatlicher Förderung

Árneshreppur á Ströndum, Westfjords.

In diesem Jahr haben acht “Tante Emma Läden” im Rahmen des Regionalentwicklungsplanes insgesamt 30 Millionen ISK als finanzielle Unterstützung zugesagt bekommen.  Beim Zuschlag spielte unter anderem eine Rolle, wie schwierig der Betrieb des Ladens wegen seiner Entfernung zu anderen Ortschaften gewesen ist, berichtet RÚV.
Mit den Geldern bedacht wurden die Geschäfte im Árneshreppur in den Westfjorden, Bakkafjörður, Hrísey, Grímsey, Kópasker, Kirkjubæjarklaustur und Raufarhöfn.

Laden als Gemeinschaftszentrum
Der Laden in Drangsnes erhielt mit 7,8 Mio. ISK die höchste Förderung. “Wir sind sehr dankbar und zufrieden mit dieser Unterstützung, weil wir den Laden umbauen und renovieren müssen, der uns in die Hände fiel, als die Genossenschaft sich aus dem Betrieb zurückzog,” sagt Gunnar Jóhannsson, der Vorsitzende der neuen Bürgergenossenschaft.
In Drangsnes wohnen um die 65 Einwohner, und die meisten halten am Geschäft eine finanzielle Beteiligung. Der neue Laden ist viel mehr als eine Ansammlung gefüllter Warenregale, denn dort gibt es auch eine Tankstelle, einen Postschalter und ein Gemeinschaftshaus. Man freue sich auf einen modernen Laden mit allen möglichen technischen Errungenschaften, sagt Gunnar. Es wird beispielsweise keine Preisschildchen mehr geben. Ausserdem ist ein Onlineshop geplant, und ein Café will man ebenfalls eröffnen.

Auch die Gemeindeverwaltung unterstütze den Laden in jeder Hinsicht. “Uns ist klar, dass wir so einen Mindestservice benötigen um überhaupt hier leben zu können,” sagt Gunnar. “Die Leute sehen das und verstehen, dass es wichtig ist, solche Siedlungen aufrecht zu erhalten.”
Als der alte Genossenschaftsladen vor knapp drei Jahren geschlossen wurde, standen die Einwohner vor der neuen Realität, für jeden Einkauf bei Wind und Wetter 70 Kilometer nach Hólmavík fahren zu müssen. Bei einer Bürgerversammlung wurde nicht lange gefackelt, man gründete eine neue Genossenschaft, die fünf Tage nach Schiessung des alten Ladens den neuen öffnete.

Acht Millionen Fluggäste in 2023 im Flughafen Keflavík erwartet

Keflavík Airport

Etwa 7,8 Millionen Fluggäste werden für das kommende Jahr am Internationalen Flughafen in Keflavík erwartet, wenn sich die Prognosen der Flughafengesellschaft Isavia bewahrheiten. Dann könnte es dort zeitweise ziemlich eng werden, berichtet RÚV.
Von den 7,8 Millionen werden geschätzte 2,2 Millione Fluggäste n Island als Destination anfliegen. Nur im Jahr 2018 waren mehr Gäste auf die Insel gekommen. Der Flughafen in Keflavík dient auch als Zwischenlandeplatz für Flüge zwischen den USA und Europa. Geschätzte 27 % der Gesamtpassagierzahl dürften Fluggäste in Zwischenlandung sein.

Im Jahr vor der COVID-Pandemie hatte die Zufriedenheit der Fluggäste mit steigender Enge in den Hallen immer weiter abgenommen. Isavia-Chef Sveinbjörn Indriðason kündigt ein besseres Fahrgastmanagement an, um die Belastung über den Tag zu verteilen. Die Zahlen stellten dennoch eine echte Herausforderung dar, und alle, die den Flughafen nutzten, würden dies im nächsten Jahr zu spüren bekommen. “Das wird eng, wir stehen mitten in Umbauarbeiten, aber wir trauen uns das zu und glauben, dass das klappt.”
Der erste Abschnitt der Bauarbeiten soll Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein, wenn eine neue Gepäckausgabe ihre Türen öffnet. Der sogenannte Ostflügel soll im zweiten Halbjahr 2023 schrittweise geöffnet und Ende 2024 vollständig genutzt werden. Dann, so Sveinbjörn, gebe es mehr Platz für die Fahrgäste.

Die grösseren Bauprojekte dauern länger. Der gesamte Flughafen soll bis zum Jahr 2030 in Abschnitten um ein Drittel vergrössert werden.
“In den vergangenen Jahren sind wir immer nur so ein bisschen unserem Schwanz hinterhergelaufen, und bis 2028 oder 2030 wird das auch erst mal so bleiben. Aber dann mache ich mir Hoffnungen, dass wir mit dem Markt wachsen können und ihm nicht hinterherlaufen, wie wir das bisher getan haben, weil das Wachstum unsere Vergrösserungskapazitäten überstiegen hat,” erklärt der ISAVIA-Chef.

Rätselhafte Pferdekrankheit im Südland, sechs tote Pferde

In Südisland ist eine rätselhafte Pferdekrankheit aufgetaucht, die derzeit von der Veterinäraufsichtsbehörde MAST in Zusammenarbeit mit dem Universitätslabor in Keldur untersucht wird. In einer Gruppe von 30 draussen lebenden Pferden waren zwischen dem 23. und 25. November 13 Tiere ernstlich erkrankt, sechs sind an der Krankheit verendet, ein Pferd befindet sich auf dem Weg der Besserung. Die Pferde waren am 21. November in einen Stall in der Hauptstadt gebracht worden, sie gehörten alle dem gleichen Besitzer. Ein weiteres kam aus einer anderen Gegend, und eines hatte sich bereits seit zwei Monaten im Stall befunden.

Wie MAST auf der Webseite schreibt, leiden die Pferde an hohem Fieber, einige zeigen starke Ödeme an den Vorderbeinen, an der Brust und am Kopf.
Weitere Krankheitsfälle sind nicht hinzugekommen, und offenbar handelt es sich nicht um eine hochansteckende Krankheit.

Sicherheitshalber sind auf der betroffenen Weide und im Stall Infektionsschutzmassnahmen ergriffen worden. Pferdeleute sollten ihre Pferde gut im Auge behalten und im Zweifel den Tierarzt rufen
Bislang ist unklar, um was für eine Erkrankung es sich handeln könnte, man vermutet entweder eine Gruppeninfektion oder eine Vergiftungserscheinung. Eine Bakterienanzucht verlief ergebnislos, Autopsieergebnisse stehen noch aus. Ausserdem sind Proben zur Virusdiagnostik ins Ausland geschickt worden.