Kreuzfahrt: Islands Häfen werden immer beliebter

cruise ship Akureyri

Im kommenden Jahr wird eine Rekordzahl an Kreuzfahrtschiffen in Island erwartet, berichtet das Fréttablaðið. An einigen Tagen sind die drei grössten Häfen des Landes bereits ausgebucht. Für die Häfen Reykjavík, Ísafjörður und Akureyri erwartet man einen Zuwachs von bis zu 60 Prozent.
In diesem Jahr hatten 478 Kreuzfahrtschiffe in diesen drei Häfen angelegt. Bis Ende November haben 763 Schiffe für das kommende Jahr einen Ankerplatz gebucht, und die Buchungen gehen weiter.
“Bei uns ist an einigen Tagen bereits ausgebucht,” gibt Hafendirektor Gunnar Tryggva­son vom Hafen Faxaflói an. Einige Schiffe müssten möglicherweise im Aussenhafen vor Anker gehen.
In diesem Jahr hätten 180 Schiffe im Alten Hafen und in Skarfabakki angelegt, für 2023 seien 270 Schiffe gebucht. Die Einnahmen hätten sich in diesem Jahr auf 700 Mio ISK belaufen, für das kommende Jahr rechne man mit mehr als einer Milliarde ISK.

Kreuzfahrt im Norden kommt in Mode
Die steigende Beliebtheit isländischer Häfen habe mehrere Gründe, so Gunnar. “Der grosse Markt im karibischen Meer ist schon lange gesättigt, der Ukrainekrieg hat den Diamanten der Ostseekreuzfahrt – Sankt Petersburg in Russland – versperrt, und dann entdecken neue wie weitgereiste Generationen den Zauber des Nordens.”

Pétur Ólafsson, der Hafendirektor der nordisländischen Häfen sieht zudem einen Rückgang der Kreuzfahrten in Asien, wovon Schiffsrouten im Norden profitierten. Auch er sieht keinen Grund zur Klage. “Wir gehen von 180 Schiffen in diesem Jahr auf mindestens 280.”
Hier gilt das Wachstum auch den kleinen Häfen auf den Inseln Hrísey und Grímsey. Allein für Hrísey haben 60 kleinere Schiffe für das kommende Jahr einen Ankerplatz gebucht. Auch im Norden rechnet man mit Einnahmen von mehr als einer Milliarde ISK.

Für die Westfjorde erinnert sich der scheidende Hafenmeister Guð­mundur Magnús Kristjáns­son sich an keinen derartigen Schiffsverkehr. Man verdoppele gerade die Anlegeplätze, denn im kommenden Jahr werden 213 Schiffe erwartet (118 in diesem Jahr) und die Einnahmen des Hafens dürften ebenfalls ordentlich steigen.

 

Vorname Lúsifer in 2. Instanz abgeschmettert

Der Isländer Ingólfur Örn Friðriksson hat einen Prozess gegen den Staat verloren, mit dem er sich den Namen Lúsifer hatte einklagen wollen. Zweimal hatte der isländische Namensausschuss die Aufnahme von Lúsifer in das Namensregister verweigert, mit der Begründung, dass dieser Namen seinem Träger Schaden zufügen könne.
Ingólfur will Lúsifer als Zweitnahmen anstelle von Örn tragen. Mit der Niederlage gibt er sich nicht zufrieden und plant schon weitere Schritte. Dabei hatte es zunächst gut für ihn ausgesehen, als das Reykjavíker Bezirksgericht den ersten Beschluss des Namensausschusses ausser Kraft setzte. Allerdings forderte der Richter seinerzeit, dass der Auschuss ein weiteres Mal über den Namen befinde. Als er auch bei zweiten Mal abgelehnt wurde, zog Ingólfur vor Gericht – und verlor.

Für seinen Wunschnamen kämpft er seit 2019, als der Ausschuss einem anderen Antragsteller den Namen Luzifer in englischer Schreibweise verweigert hatte. Die Sache sei für das Gericht nun vielleicht erledigt, aber, so Ingólfur, “wenn sie argumentieren, dass dies ein schlecnter Name im begrifflichen Bewusstsein der Allgemeinheit ist, dann wissen wir, dass sich das begriffliche Bewusstsein der Allgemeinheit verändert.” Es gebe mehr Wege, es mit dem Namensausschuss aufzunehmen als auf juristischem Weg.

Ingólfur ist seit 2001 Satanist in der Kirche Satans. Dort stehe der Name Lúsifer für Erleuchtung und Vernunft, und gleichzeitig für Einfallsreichtum im Umgang mit dem Leben. Auf jeden Fall werde er seinen Kampf fortsetzen, und wenn es nur das Warten darauf sei, dass sich die Gefühle der Isländer gegenüber Luzifer änderten, sagt Ingólfur. Denn der Mythologie nach sei Luzifer, der Lichtbringer, ja ein gefallener Engel und gar kein schlechter Kerl.