Hof aus dem 19. Jahrhundert am Úlfarsfell ausgegraben

archaeology in iceland

Archäologen haben in der Nähe des Úlfarsfell zwischen Reykjavík und Mosfellsbær einen alten Hof ausgegraben. Das Gebiet war archäologisch untersucht worden, weil dort ein Einkaufszentrum entstehen soll. Dem Gesetz nach muss vor dem Beginn der Bauarbeiten nach historischen Überresten gesucht werden. Im Fall eines Fundes müssen diese dann beim Amt für Kulturerbe registriert werden.

Der ausgegrabene Hof Hamrahlíð war zwischen den Jahren 1850 und 1920 bewohnt. Die Archäologen fanden Alltagsgegenstände wie Messer, Geschirr, Teller, Gläser und einige landwirtschaftliche Gerätschaften.
Eine Archäologin erklärte RÚV gegenüber: “Wir haben Kochgruben gefunden, also haben die Leute hier gekocht oder Essen vorbereitet. Wir haben keine Erhebungen oder gebaute Feuerstellen gefunden, aber wir haben diese Löcher. In einem 35 Zentimeter tiefen Loch haben wir mindestens sechs Schichten von Asche und verbrannten Knochen und Kohle gefunden. Man kann an dem Boden deutlich sehen, dass die Leute an dieser Stelle viel gestanden haben.”

Hermann Jakon Hjartason vom Grabungsunternehmen Antikva ehf sagte RÚV, dass es über solche kleinen Höfe relativ wenige Forschungsarbeiten gebe. Er glaube, das was man dort finde, sei nur ein kleiner Teil einer grossen Geschichte. Die meisten Leute zu der Zeit seien Kleinbauern gewesen.

 

Grindavík will Staatsgelder für den Bau eines Vulkanbesucherzentrums

Search-and-rescue volunteers by the crater in Geldingadalur on the Reykjanes peninsula

Die Gemeinde Grindavík verlangt 100 Mio. ISK aus dem Staatshaushalt, um ein Gemeinschafts- und Besucherzentrum im Zusammenhang mit dem Vulkanausbrüchen in den Geldingadalir zu errichten, berichtet RÚV. Von der Gemeindeleitung heisst es, kaum eine Gemeinde in Island sei einem ähnlich unerwarteten und heftigen Ereignis ausgesetzt gewesen, ausser vielleicht Seyðisfjörður [die Lawinenkatastrophe vom Dezember 2020].

In dem Finanzierungsvorschlag an den Finanzminister heisst es, ursprünglich habe man das Kvika-Gebäude aus Besucherzentrum nutzen wollen, doch dann wurde klar, dass dieses Gebäude auch als Räumlichkeit für die Bevölkerung benötigt werde. Die Erfahrung habe gezeigt, dass es im Interesse des Zivilschutzes notwendig sei, in Zeiten vulkanischer Aktivität besondere Einrichtungen den Bewohnern der Region vorzubehalten.
Man rechne mit einer hübschen Summe aus der Staatskasse, um die beiden geplanten Gebäude zu errichten. Ausser Seyðisfjörður habe keine Gemeinde in Island mit solch grosse und unerwarteten Ereignissen zu kämpfen gehabt, überdies hätten sich die jährlichen Kosten des Zivilschutzes zwischen 2017 und 2019 nahezu verdoppelt.

Die freiwillige Rettungseinheit Þorbjörn, die eine Schlüsselrolle im Zusammenhang mit den Vulkanausbrüchen innehatte, konnte mit Hilfe der Gemeinde den Stützpunkt der Einheit auf- und ausbauen, ein notwendiges Projekt, um mögliche weitere Ausbrüche und Besucherstrom auch in Zukunft bewältigen zu können.

Der Gesamtwert der Werbekampagne rund um die Vulkanausbrüche habe sich auf um die 49 Milliarden ISK belaufen, die Einnahmen aus allen möglichen Medienbeiträgen betragen nach Angaben einer Cisco-Statistik etwa 175 Milliarden ISK.

 

Gemeinde Ölfus denkt über Sperrung des Badegebietes Reykjadalur nach

Der heisse Fluss im Reykjadalur oberhalb von Hveragerði ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und Einheimische, doch lässt der Umgang mit dem nicht überwachten Gelände zu wünschen übrig. Nachdem sich am vergangenen Samstagmorgen Müll und vergessene Kleidung am Flussufer türmten, hat der Bürgermeister von Ölfus, Elliði Vignisson, seinem Ärger Luft gemacht. Enweder müsse, so Elliði, Geld für eine Badeaufsicht lockergemacht oder der Zugang zum Gelände in irgendeiner Form beschränkt werden. Das Gelände war erst vor zwei Wochen aufgeräumt und gesäubert worden.

Sperrung steht zur Debatte
Die Gemeinde Ölfus ist nicht Landeigentümer des Quellgebietes und hat keine Einkünfte aus dem Besucherstrom, obwohl sich das Gelände innerhalb der Gemeindegrenzen befindet. Bislang habe man das Quellgebiet in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden und dem Staat gestemmt.
Neben den Ideen zur Einsetzung einer Badeaufsicht oder Zugangsbeschränkung geht es auch ganz klar um eine mögliche Sperrung. „Wir haben auch angekündigt, dass wir durchaus die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Tal einen Teil des Jahres schlicht und ergreifend zu sperren, im Zweifel zugunsten der Natur, wenn die Sache derart aussieht,“ sagte Elliði mbl.is gegenüber. Wie es dem Tal wirklich gehe und wieviel Besuchsverkehr es vertrage, das könne nur die Umweltbehörde beurteilen.
Das Reykjadalur steht nicht unter Naturschutz, aber es ist im Verzeichnis der Naturdenkmäler zu finden. Ein Schutzstatus, so Elliði, sei bereits unter Vorbehalt diskutiert worden: man wolle zuvor prüfen, ob das an geothermischer Energie reiche Gebiet zwischen Hengill und Ölkelduháls genutzt werden könne, bevor man es unter Schutz stelle.

Fordert Beteiligung des landbesitzenden Staates
Was die Sache erschwere, sei die Tatsache, dass das Reykjadalur auf dem Gemeindegebiet Ölfus liegt und das grösste touristische Ziel in Hveragerði ist. Für die Bewohner der Gemeinde Ölfus werfe das Tal jedoch nichts ab, erklärt der Bürgermeister. Es sei daher kaum zu rechtfertigen, Steuergelder der Bürger von Ölfus darauf zu verwenden, um ausländischen Touristen den (kostenfreien) Zugang zu den Perlen der Gemeinde zu finanzieren.
Die Parkgebühren, die man zu entrichten hat, gehen an die Stadt Hveragerði. Eigentümer des Tales mit dem heissen Fluss ist jedoch der Staat, und Bürgermeister Elliði wünscht sich, dass der sich mehr an den Gesprächen beteiligt.
„Der Staat ist Landeigentümer und erhält die meisten Einkünfte durch den Tourismus, da ist es nur normal, dass der Staat auch Verantwortung übernimmt, oder eben den Zugang zu dem Gelände sperrt, wenn der Wille dazu vorhanden ist,“ meint Elliði.

Ranger nur in Naturschutzgebieten
Da das Gebiet um den Badefluss nicht unter Naturschutz steht, gibt es dort auch keinen Ranger, denn die sind vor allem in Naturschutzgebieten unterwegs. Auch wenn es natürlich nicht schaden würde, wenn sich einer um das Reykjadalur kümmern würde, meint Ásta Krist­ín Davíðsdótt­ir, die Teamleiterin der Ranger bei der Umweltbehörde. Es seien immer die Gemeinden, Landbesitzer oder das Naturkundeinstitut, die Vorschläge für einen Naturschutzstatus einreichen. Die Umweltbehörde hingegen kümmere sich nur wenig um das Gebiet, ausser es sei irgendeine Gefahr im Verzug. So hatte vor einigen Jahren der Zugang kurzfristig gesperrt werden müssen, weil sich auf dem Wanderweg der Boden über einer heissen Quelle geöffnet hatte.