20 Schafe mit Schlitten aus dem verschneiten Glerárdalur geholt

Eigentlich sollten Ende Oktober alle Schafe aus den Bergen im heimischen Stall angekommen sein, doch gibt es immer welche, die lieber noch ein Weilchen länger Freiheit geniessen und sich allen Fangversuchen widersetzen. Eine solche Gruppe von Ausreisserschafen mit ihre Lämmern ist am Wochenende aus dem nordisländischen Glerárdalur geholt worden, und das mit erheblichem Aufwand. Das Glerárdalur liegt oberhalb von Akureyri, und dort herrscht bereits tiefster Winter.
Schon vor dem Wochenende waren bereits fünf Schafe dort gefangen worden, die man bei den routinemässigen Nachsuchefahrten entdeckt hatte, nun also diese Gruppe von 20 Tieren, die sich in der Nähe der Berghütte des Wandervereins aufhielt.

Gruppenleiter Sigurður Baldursson organisierte Schneeschlitten und Anhänger, auf denen die Schafe transportiert werden sollten, sowie eine Mannschaft mutiger Männer, denn es galt, drei Flüsse und Schluchten mit den Gefährten samt Anhänger zu überwinden. Zum Treiben der Tiere, so schreibt Akureyri.net, sei der Schnee zu tief gewesen, aber vielerorts habe auch zu wenig Schnee für die Schneeschlitten gelegen, sodass Umwege nötig waren.
Zweimal mussten sie losziehen, um alle Schafe abzuholen. Die Tiere seien in gutem Zustand gewesen, aber dennoch froh, der Kälte zu entkommen. Eine Wegstrecke betrug elf Kilometer, gegen 18.30 Uhr waren Männer und Schafe wieder zuhause angekommen.
Hier gibt es noch mehr Fotos von der Aktion zu sehen.

Partielle Sonnenfinsternis von Island aus zu sehen

Eine partielle Sonnenfinsternis wird morgen früh ab 8.59 Uhr in Island zu sehen sein, sofern die Wetterbedingungen es zulassen. Die Sonnenfinsternis wird um 9.46 Uhr ihren Höhenpunkt erreichen.
Der Astronomielehrer Sævar Helgi Bragason weist auf seiner Facebookseite darauf hin, dass man in Reykjavík eine 20 prozentige Verdunklung der Sonne wird sehen können, im Nordosten und Osten des Landes liegt der Verdunklungsteil bei 25 Prozent.
Alles natürlich nur, wenn es keine Wolken gibt, die Sonne und Mond verbergen.
Für ein derartiges Spektakel benötigt man eine spezielle Brille, um die Augen nicht zu schädigen.
Um 10.35 Uhr hat der Mond die Sonne dann hinter sich gelassen. In zwei Wochen, so schreibt Sævar, am 8. November, wird es eine partielle Mondfinsternis zu sehen geben.

 

Bebenserie am Herðubreið als Auftakt zu Askja-Ausbruch?

Neusten Messungen zufolge befinden sich grosse Mengen an Magma in der Magmakammer unter dem Vulkan Askja in Nordisland. Der Vulkanologe Ármann Höskuldsson meint, daraus könnte ein ziemlich kräftiger Ausbruch entstehen, es sei nur eine Frage der Windrichtung, wo die Asche niedergehe.

In der vergangenen Nacht hatte nördlich des Tafelbergs Herðubreið eine Bebenserie begonnen, die noch nicht vorüber ist. Gegen 23 Uhr wurde die Erde dort mit einer Stärke von 4,1 erschüttert. Nach Angaben der diensthabenden Wissenschaftler bei der Vulkanabteuilung des isländischen Wetterdienstes war dieses Beben das stärkste, seit dort vor 30 Jahren zum ersten Mal Messungen stattgefunden haben. Das Beben konnte bis nach Akureyri verspürt werden, mehr als 1400 Nachbeben haben sich seitdem ereignet, davon drei mit einer Stärke von mehr als 3. Herðubreið selbst ist in einem einzigen Vulkanausbruch vor 10.000 Jahren entstanden und gilt als inaktiv.

Askja könnte vor einem Ausbruch stehen
Vulkanologen glauben, dass diese Bebenserie am Herðubreið ein weiterer Hinweis darauf sein könnte, dass die Askja vor einem Ausbruch stehe. Der Vulkanexperte Ármann Höskuldsson ist ebenfalls dieser Ansicht. “Das ist Teil des Prozesses, der in der Askja im Gange ist, dass sie in Bewegung gerät, und dies zum ersten Mal im Jahr 2012.” Ein Vulkanausbruch in der Region verlaufe als Lavaausbruch, weitab von menschlicher Behausung.
Zuletzt war die Askja im Jahr 1961 ausgebrochen, als das Lavafeld Vikuhraun entstand. Im Jahr 1875 hatte es einen schweren Ausbruch mit soviel Aschefall gegeben, dass die Menschen aus umliegenden Regionen ihre Höfe verlassen mussten.

Ármann erklärt, dass sich das riesige Spaltensystem der Askja bis hin zum Dettifoss erstrecke. In der Askja selbst sei alles möglich, sie habe sich stark angehoben und neusten Messungen zufolge warteten erhebliche Magmamengen unter der Erdoberfläche.
“Wir könnten dort durchaus einen ganz ordentlichen Vulkanausbruch bekommen, das ist nur eine Frage der Windrichtung, wo sich dann die Belästigung [Aschefall] zeigt.” sagt Árman.

Islands Delegation boykottiert IWC-Abstimmung zu Walschutzgebiet

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Die isländische Delegation bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) hat zusammen mit den Vertretern von 14 anderen Ländern den Raum verlassen, als die Kommission über die Gründung eines Walschutzgebietes im Südatlantik abstimmte, berichtet Vísir. Die Aktion hatte am Freitag zum Ende des Sitzungstages stattgefunden, mit dem Ergebnis, dass nicht genügend Repräsentanten anwesend waren, um über die Gründung abzustimmen. Die isländische Regierung kommentierte, man habe damit aus Protokollgründen und aus Fairness gegenüber abwesenden Mitgliedsstaaten Ablehnung demonstriert.

Idee zu Schutzgebiet ist 20 Jahre alt
Der Vorschlag zur Gründung eines Walschutzgebietes im Südatlantik zirkuliert nach Angaben der deutschen Schutzorganisation für Wale und Delphine (WDC) bereits seit 20 Jahren im IWC.  Eine einfache Mehrheit hatte sich bereits zuvor für die Gründung des Schutzgebietes ausgesprochen, für die Ratifizierung wird jedoch eine Dreiviertelmehrheit benötigt.
Islands IWC-Delegation besteht aus vier Vertretern, darunter jeweils einer vom Ministerium für Fischerei und Landwirtschaft, vom Aussenministerium, vom Marineforschungsinstitut. Der vierte Vertreter ist kein Politiker, sondern ein Industrieller, nämlich der Geschäftsführer des Walfangunternehmens Hvalur hf, Kristján Loftsson. Hvalur hf. ist das einzige Unternehmen in Island, welches nach ausgegebener Fangquote Wale jagt und deren Fleisch vermarktet.

Sitzung endet mit Konsens über Plastik im Meer
In einer Zusammenfassung des IWC zur Sitzung vom Freitag wird diese als “herausfordernd” bezeichnet, wobei sie positiv ende, weil an sich auf einen Konsens in Bezug auf Plastik in den Weltmeeren geeinigt habe. Die Abstimmung über das Walschutzgebiet muss nun bis zur nächsten Sitzung im Jahr 2024 warten.
Matt Collins, der Präident des internationalen Tierschutzfonds IFAW, kritisierte die Aktion in einem Twitterbeitrag. Collins zufolge schloss Island sich beim Verlassen der Abstimmung14 anderen Staaten an: Antigua und Barbuda, Benin, Kambodscha, Elfenbeinküste, Ghana, Kiribati, Laos, Liberien, Mauritanien, Marokko, Nauru Palau, St. Lucia, und die Solomon Inseln. Der Sitzungspräsident schaute nach dem Mittagessen, ob von den Vertretern jemand zurückgekommen war, doch die Plätze blieben leer. Collins drückte sich in einem Twitterpost dahingehend aus, dass diese Staaten die Kommission in “Geiselhaft” nähmen. Die Plätze blieben leer auch nach einer zweiten Pause, sowie einem leidenschaftlichen Aufruf lateinamerikanischer Staaten an die Abwesenden, den Anwesenden Respekt zu zollen.

Abwesenheit Islands aus Protokoll- und Fairnessgründen
Dúi Landmark, der Pressesprecher des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Nahrungsmittel, bestätigte dass die isländische Delegation die Abstimmung verlassen habe. In einer schriftlichen Erklärung an die Medien gab das Ministerium an, dass weniger als zwei Drittel der IWC Mitgliedstaaten an der diesjährigen Sitzung in Portoroz in Slowenien teilgenommen hätten, aus ganz unterschiedlichen Gründen.

In der Erklärung heisst es weiter, nach Ansicht von Vertretern aus Entwicklungsländern und Inselnationen in der Karibik sollte unter solchen Umständen eine Abstimmung nicht stattfinden. Eine Reihe von anwesenden Staaten hatte versucht, die Abstimmung dennoch durchzubringen, doch die isländische Regierung steht in der Sache auf der Seite der Ablehnenden, und hält eine solche Abstimmung für eine Protokollverletzung der IWC-Statuten.
Damit wird die Abstimmung zum südatlantischen Walschutzgebiet auf die nächste Sitzung des IWC verschoben.