Reykjavíker Strassenschilder ärgern Grafik-Nerds

Reykjavíker Strassenschilder stören offenbar das Auge von allzugenauen Mitbürgern, die festgestellt haben, dass die Schilder mit unterschiedlichen Fonts bedruckt worden sind, berichtet Vísir. Der zuständige Büroleiter gab zu, die Beschriftung passe in der Tat nicht mehr zusammen und gelobte Besserung.
Bei Twitter hatten Reykjavíker augenfällige Beispiele für Strassenschilder gesammelt, die offenbar übriggeblieben waren, nachdem die Stadt neue Schilder aufgestellt hatte. Dort sieht man unterschiedliche Schriftzüge des gleichen Strassennamens.

In der Strasse Kaplaskjólsvegur etwa gibt es das alte und das neue Strassenschild. Hjalti Jóhannes Guðmundsson, der Büroleiter der Stadtbetriebe, erklärte, der Unterschied rühre daher, dass verschiedene Firmen zu verschiedenen Zeiten Aufträge ausgeführt hätten. Das sehe nun nicht gerade gut aus, und man prüfe jetzt die Ausführung der Strassenschilder.
Seinerzeit habe man wohl eher über den Standort der Schilder, Höhe und Breite entschieden, und sich weniger Gedanken gemacht, ob der Schriftzug in Helvetica oder Arial gedruckt wird.

 

Kooperationsabkommen zwischen Island und Grönland unterzeichnet

Ein neues Kooperationsabkommen zwischen Island und Grönland ist im Rahmen der Konferenz des Arktischer Rates gestern im Safnahúsið in Reykjavík unterzeichnet worden. Premierministerin Katrín Jakobsdóttir hielt aus dem Anlass eine Rede unter anderem in dänischer und grönländischer Sprache, bevor sie und der grönländische Spitzenpolitiker Múte Bourup Egede das Abkommen unterzeichneten, berichtet Fréttablaðið.

“Es ist ein bemerkenswerter Schritt in der Zusammenarbeit zwischen Island und Grönland, diese vertraglich festzulegen. Da geht es um mehrere Bereiche, wo bestimmte Ziele erreicht werden sollen,” sagte die Premierministerin. “In dem Abkommen wird die Zusammenarbeit in Forschung, Hochschulbetrieb, Kultur und Gleichstellung der Geschlechter festgeschrieben. Dann wollen wir auch den Grundstein legen für ein Freihandelsabkommen zwischen Island und Grönland.” Bislang habe es zwischen den beiden Ländern kaum eine nennenswerte Zusammenarbeit gegeben.
“Wir haben bei isländischen Unternehmen grosses Interesse bemerkt, ihren Betrieb auf Grönland auszuweiten, ich denke, da liegen viele Möglichkeiten.” sagte Katrín.

Historischer Tag für Island und Grönland
Múte Bourup Egede, der Vorsitzende der grönländischen Bezirksregierung, bekräftigte, dass es sich um einen historischen Tag in Bezug auf Kooperation und Freundschaft beider Länder handle. “In Zeiten wie diesen, wo in Europa Krieg herrscht, da glaube ich, dass es wichtig, dass Länder, die Demokratie und Freiheit zu ihren Werten zählen, auf diplomatischem Weg mit einem Abkommen wie diesem zusammenarbeiten. So stärken wir unsere Gesellschaften,” sagte Múte.

Die Idee zu der Zusammenarbeit stammte Katrín zufolge von ihrem grönländischem Amtskollegen, der sie vorgeschlagen hatte, als die isländische Politikerin im Frühjahr als erster Premierminister seit 25 Jahren das Nachbarland besuchte. Nun sei er nach Island gekommen, um die Idee in die Tat umzusetzen, das zuvor ausgearbeitete Abkommen zu besiegeln, und nebenbei die Konferenz des Arktischen Rates zu eröffnen.

Múte war schon gestern nach Island gereist. Am bemerkenswertesten bezeichnete er das Wetter auf der Insel. “Ich denke, normalerweise erlebt ihr Sonne und Regen am gleichen Tag. Ich freue mich schon darauf, wenn es am Nachmittag zu regnen beginnt.” sagte der Grönländer. In Grönland regnet es im Vergleich zu Island nur sehr wenig und das Wetter ist eher beständig. Der isländische Regen ist daher für den Gr0nländer ein regelrechtes Sightseeing-Erlebnis.

Schwerbehinderte zahlen 50-75% ihrer Rente für Miete

Erst Ergebnisse einer Umfrage des Instituts für Gesellschaftswissenschaften für den isländischen Schwerbehindertenverband ÖBÍ weisen darauf hin, dass jeder zehnte Schwerbehinderte mehr als 75 Prozent seiner monatlichen Mittel für Wohnen ausgibt. In den meisten Fällen wird davon Miete bezahlt.
Die finanzielle Mietbelastung behinderter Menschen liegt einer weiteren Studie zufolge sogar weit über den Landesdurchschnitt, demnach muss ein Drittel der Behinderten mehr als 50 Prozent für die monatliche Miete aufwenden, berichtet Vísir.

Þuríður Harpa Sigurðardóttir, die Vorsitzende des Schwerbehindertenverbands, gab an, die Entwicklung bereite grosse Sorge, denn immer häufiger seien Betroffene gezwungen, sich an den Verband zu wenden, weil sie den Monat finanziell sonst nicht überlebten. Die Kosten für Wohnung, Lebensmittel, Medikamente und medizinische Versorgung seien gestiegen, die Renten der Betroffenen hätten sich jedoch nicht im Einklang mit den Preissteigerungen für lebensnotwendige Güter verbessert.

Behinderte müssten mit um ein Viertel niedrigeren Zahlungen als der monatliche Mindestlohn auskommen, die derzeitige Inflation verstärke das Problem nur noch weiter. “Besonders hart wirkt sich das auf Kinder von Schwerbehinderten aus, die kaum an gesellschaftlichen Unternehmungen teilnehmen können. Am schlimmsten aber stehen schwerbehinderte Alleinerziehende mit ihren Kindern da.”
Nach Angaben der Schuldnerberatung kommt fast die Hälfte aller Hilfegesuche von Personen mit Behinderungen. Diese Zahl habe sich seit 2016 verdoppelt.