Vier Verhaftungen nach mutmasslichem Mord in Ólafsfjörður

Von der Polizeidirektion Nordostisland verlautete, dass sich vier Personen in Untersuchungshaft befinden, nachdem in der vergangenen Nacht ein Mann im nordisländischen Ólafsfjörður tot augefunden worden war.
Die Polizei in Akureyri war um 2.34 Uhr nach einem Notruf ausgerückt. Im Polizeireport heisst es, dass ein Mann mit einem scharfen Gegenstand niedergestochen worden sei.
Der Tote war nicht Bewohner des Hauses, wo er aufgefunden wurde, laut Polizeibericht soll er ein Besucher gewesen sein.
Wiederbelebungsversuche waren ohne Erfolg geblieben, das Opfer wurde vor Ort für tot erklärt. Jetzt untersucht die nordisländische Polizei den Fall, und erhält Unterstützung durch Spurensicherung und Technikabteilung der Hauptstadtdirektion.
RÚV zufolge hatten sich der Tote und einer der Verdächtigen in einem langwierigen Streit befunden, der bereits zu Anfang des Jahres in Gewaltandrohungen geendet war.
Laut Polizeibericht befinden sich die Ermittlungen noch im Anfangsstadium, daher gibt es zur Zeit keine weiteren Informationen.

Autonome Forschungsanlage zeichnet Entstehung von Leben auf

Auf dem Breiðamerkursandur unter dem Vatnajökullmassiv verfolgt eine autonome Forschungsstation, wie Leben nach dem Gletscher entsteht, berichtet RÚV. Die Station, die den Namen “Solanders Auge” trägt, zeichnet auf, wie das Land, was unter dem Gletscher hervorkommt, von Flora und Fauna besetzt wird, ohne durch menschliches Zutun beeinflusst zu werden.
Daniel Solander war ein schwedischer Wissenschaftler, der wie viele andere vor etwa 250 Jahren nach Island reiste, um die bis dahin unbekannte Insel zu studieren. Die nach ihm benannte Anlage besteht aus Kameras,Tonaufnahmegeräten und anderen Messinstrumenten, sie ist das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit der Universität Islands und der europäischen IK-Einrichtung, die die Forschungsstation konstruierte. Eine ähnliche Anlage befindet sich auf Spitzbergen, weitere sind geplant, um Ökosysteme in der Wildnis besser untersuchen zu können.

“Jungfräuliches” Land aus dem Gletscher
“Die Forschungsanlage soll alle Ereignisse auf einem abgegrenzten Gebiet aufzeichnen, ohne Auswirkungen auf das Gebiet zu haben. Der Mensch kommt da nirgendwo hin. Das ist jungfräuliches Land, gerade mal 40 bis 50 Jahre alt, und die Botaniker der Hochschule sind schon sehr gespannt, wie sich das entwickelt, wie sich die chemische Zusammensetzung im Erdreich und in der Luft entwickeln. Wir können das alles mitverfolgen, und erhalten die Daten übers Internet direkt zu den Forschern,” erklärt Lars Hansen, der Leiter der IK-Einrichtung.

Steinunn Hödd Harðardóttir, eine Rangerin des Vatnajökull Nationalparks, findet das Projekt ebenfalls spannend.
“Das ist doch sehr neues Land, nicht mehr als 50 Jahre her, als es unter dem Gletscher hervorkam, und wir sehen unglaublich viel Vegetaton hier, die für dieses Gebiet sehr besonders ist. Und das ist sehr abgeschieden, wir kommen also nicht oft hierher, sodass die Vegetation sich ohne jede Einwirkung des Menschen hat entwickeln können.”

Ein sprichwörtliches Paradies sieht auch Þorvarður Arnason, der Leiter der Forschungsstation der Hochschule Islands im Hornafjörður.
“Hier sehen wir wie Land besiedelt wird. Wie ein Biotop entsteht. Wie sich ein Ökosystem entwickelt. Die Kohabitation von Organismen. Das ist eine ganz grossartige Versuchsanstalt für die Entwicklung des Lebens. Landnahme des Lebens.”