Doktorand untersucht Futter und Entwicklung von Wildvogelküken

plover chick in iceland

Der Postdoktorand Camilo Carneiro an der Universität Island hat diesen Sommer im Rahmen eines Forschungsprojekts die Entwicklung mehrerer isländischer Vogelarten im Hinblick auf Nahrungsressourcen untersucht.
Für das Projekt waren 110 Vogelnester überwacht worden, unter anderem von Regenbrachvogel und Regenpfeifer. Zur laufenden Überwachung dieser Arten durch die Universität gehörten auch Legedaten und Angaben zum Schlupferfolg.

Da sich die Eier während der Embryonalentwicklung in ihrer Dichte verändern, können Forscher den Tag des Schlüpfens mit hoher Genauigkeit abschätzen. Gleich nach dem Schlüpfen wurden die Elternvögel markiert und mit farbigen Ringen vermessen.
Die Küken wurden überwacht und alle drei Tage gemessen. Für das Anlegen eines Ringes müssen die Forscher jedoch warten, bis die Beine der Küken lang genug sind, damit der Ring ihre Mobilität nicht beeinträchtigt. Auch Kotproben der Küken wurden gesammelt, um ihre Nahrung zu überwachen und die Beziehung zwischen Nahrungsresourcen und Kükenentwicklung besser zu verstehen.

Besonderes Interesse galt der Krähenbeere (krækiber) als Nahrungsbestandteil. Die Beeren wurden ebenfalls alle drei Tage vermessen, und die für das Wachstum der Küken zur Verfügung stehende Fruchtbiomasse kalkuliert.
Zusätzlich zu herkömmlichen Überwachungsmethoden setzte die Studie auch GPS-Technik ein, um die Migrationsmuster der Vögel zu überwachen.
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Steuern und Gebühren auf Autos sollen stark ansteigen

cars traffic Reykjavík

Die Kosten für Autobesitz in Island könnten ab dem kommenden Jahr um einiges steigen, sollte der Haushaltsentwurf 2023 in seiner jetzigen Form vom Parlament verabschiedet werden. Der Entwurf sieht Erhöhungen bei Benzin- und Emissionssteuern vor, sowie eine Erhöhung der Kfz-Steuer. Auch Elektroautos sollen ab 2023 besteuert werden. Des weiteren stehen Mautgebühren auf dem Programm. Die angestrebte Energiewende macht eine Umstrukturierung der Besteuerung von Fahrzeugen und Kraftstoffen notwendig, beides sind Hauptfinanzierungsquellen für Islands Verkehrsinfrastruktur.

“Geht viel zu weit”
Die Anhebungen von Steuern und Gebühren auf Fahrzeuge bringen dem Staat zusätzliche Einnahmen von 36 Prozent, so Rúnólfur Ólafsson, der Vorsitzende des Isländischen Automobilverbandes (FÍB) „Und dann kommt das mit neuen Steuern auf Benzin und Diesel“, sagte Rúnólfur gegenüber RÚV. „Das geschieht zeitgleich mit Aussagen des Infrastrukturministers zu einer stark erhöhten Neubesteuerung der öffentlichen Nutzung von Fahrzeugen mit sogenannten Straßennutzungsgebühren in Tunneln, über Brücken und so weiter.“

Öffentlicher Personennahverkehr ist in Island nur beschränkt vorhanden. Ein Grossteil der Bevölkerung ist auf ihr Privatfahrzeug angewiesen, um zur Arbeit zu kommen, oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können. Rúnólfur zufolge treffen die zusätzlichen Kosten den verletzlichsten Teil der Bevölkerung. “Das sind riesige Gebührenanhebungen, die da auf einmal kommen, und wir glauben, dass das viel zu weit geht, so wie es jetzt vorgeschlagen wird.”

E-Autos werden auch teurer
Die Regierung schlägt außerdem vor, eine Mindestverbrauchsteuer von fünf Prozent auf alle Fahrzeuge anzuwenden, was bedeutet, dass für Elektrofahrzeuge kein voller Rabatt mehr gewährt wird. Finanzminister Bjarni Benediktsson versprach, dass man auch weiterhin Anreize zum Kauf umweltfreundlicher Autos bieten wolle.
Der Automobilclub rechnet hingegen damit, dass der geplante Anstieg von Verbrauchs- und Mehrwertsteuern die Kosten für Elektroautos um 300.000 ISK [$2.150; 2.150 €] in die Höhe treiben könnten, für einige Autos könnten gar Mehrkosten von bis zu einer Million ISK [7.160 $; 7.160 €] zusammenkommen.

Island finanziert die Instandhaltung und Entwicklung seiner Infrastruktur durch Steuern auf Fahrzeuge und Kraftstoff. In einer Mitteilung zum Haushaltsentwurf hiess es, dass die Umstrukturierung dieser Besteuerung eine der größten Herausforderungen für das Finanzministerium in den kommenden Jahren darstellt.

 

Naturschutzstatus des Geysir bestätigt

Premierministerin Katrín Jakobsdóttir und der Minister für Energie, Klima und Umwelt, Guðlaugur Þór Þórðarsson, haben gestern an einer Zeremonie am Geysir teilgenommen, bei der Schutzstatus und ein Managementplan für das Gebiet noch einmal bekräftigt wurden.
Das Geysirgebiet war bereits im Jahr 2020 unter Naturschutz gestellt worden, doch erst jetzt hatte es dazu eine Zeremonie mit Unterzeichnung eines entsprechenden Dokuments gegeben.

Geysir ist nicht nur einer der beliebtesten touristischen Orte Islands, hier gibt es auch einzigartige geologische Formationen, Fauna und Mikroorganismen. Damit spielt das Gebiet eine grosse Rolle für die Forschung. Ein neuer Managementplan will daher besonderen Wert auf die Wissensvermittlung legen.
Beim Festakt sagte Katrín Jakobsdóttir: “Der Schutz des Geysirgebietes in Anbetracht seiner einzigartigen natürlichen Schönheit ist ein wichtiger Schritt für den Naturschutz in Island. Der Naturschutzplan, der heute bestätigt wurde, stellt sicher, dass auch zukünftige Generationen das Gebiet so geniessen können wie wir das heute tun.”
Þórdís Björt Sigþórsdóttir von der Umweltbehörde war ebenfalls beim Festakt anwesend. Die Mangerin für Naturschutz und Planung sagte, der Schutzstatus des Geysir sei etwas, mit dem die meisten Isländer einverstanden seien. Interessanterweise seien die Landsleute erstaunt, dass der Geysir bislang noch kein Naturschutzgebiet gewesen sei.