Kondolenzbekundungen aus der Politik zum Tod von Königin Elizabeth II

Iceland Review

Isländische Politiker haben zum Tod von Königin Elizabeth II von Grossbritannien kondoliert. Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson bezeichnete Elizabeth als „die grösste Monarchin unserer Zeit.“
Die Queen war gestern in ihrer schottischen Residenz Schloss Balmoral verstorben. Ihr Tod im Alter von 96 Jahren markiert das Ende einer 70-jährigen Amtszeit. Wie die BBC gestern schrieb, hatte die Queen im Jahr 1952 den Thron bestiegen und eine Vielzahl an sozialen Veränderungen erlebt.

Auch aus Island kamen Kondolenzbekundungen an die königliche Familie, die Bürger Grossbritanniens und des Commonwealth. Staatspräsident Guðni Th. Jóhannesson, Premierministerin Katrín Jakobsdóttir und Aussenministerin Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir formulierten ihre Beileidsbekundungen auf der Plattform Twitter.

Queen Elizabeth visits Iceland
Queen Elizabeth II beim Staatsbesuch 199

“Wo ist der Wald?”
Im Juni 1990 besuchte die Queen Island und traf mit Politikern und der damaligen Premierministerin Vigdís Finnbogadóttir zusammen. Während ihres Aufenthaltes besuchte sie auch Þingvellir und machte Halt am “Freundschaftswald” in Kárastaðir, wo sie einen humorvollen Kommentar über den isländischen Wald hinterliess (Zitat aus einem Artikel von Iceland Review):
“Die rote, weisse und blaue Farbe von Union Jack und der isländischen Flagge flatterte über Reykjavík, als Ihre Majestät Königin Elizabeth II am ersten Tag ihres Staatsbesuches am 25. Juni auch die Stadt besuchte, wo sie einige der Schätze isländischer Kunst und Kultur zu sehen bekam … Beim Mittagessen mit der Premierministerin in Þingvellir, der Wiege der isländischen Demokratie, sprach die Queen vom Besuch ihres Ururgrossvaters, König Christian IX von Dänemark im Jahr 1874, als er den Isländern ihre erste moderne Verfassung gewährte, den ersten Schritt auf ihrem Weg zu einer erneuten Unabhängigkeit. Nach dem Mittagessen und einem kurzen Besuch in der Kirche von Þingvellir machte der königliche Besuch seinen letzten Halt bei der Reise durchs Land, um Bäume im Freundschaftswald zu pflanzen, welcher in diesem Frühjahr in Kárastaðir eingeweiht worden war.
“Wo ist der Wald?” fragte Ihre Majestät etwas überrascht, als sie und die Staatspräsidentin durch die niedrig gewachsenen Baumreihen wanderten, die Anfang des Jahres von Mitarbeitern mehrerer ausländischer Botschaften in Reykjavík gepflanzt worden waren. Nachdem Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir ihr versicherte, dass dies einmal ein echter Wald werden würde, grub die Queen weiter und pflanzte einen Birkensetzling von gesunder Grösse.

IR, archive
Queen Elizabeth II visits Iceland in 1990

Justizminister will Landräte von neun auf einen reduzieren

Jón Gunnarsson

Justizminister Jón Gunnarsson hat entschieden, dass das Amt des isländischen Landrates (sýslumaður) im nordisländischen Húsavík beheimatet werden soll, nachdem alle bisherigen neun Amtssitze zu einem zusammengefasst worden sind. Die Landratsämter, die sich in allen grösseren Orten des Landes befinden, sollen demnach geschlossen werden, stattdessen soll es nach Willen des Ministers nur noch eines geben. Im Frühjahr hatte er angekündigt, dass sich dieses Amt auf dem Land befinden soll, und beauftragte die Regionalbehörde Byggðarstofnun damit, einen passenden Ort zu finden. Am Ende erhielt Húsavík im Nordosten Islands die meisten Punkte, berichtet RÚV.

Mehr elektronische Dienstleistung
Veränderte gesellschaftliche Bedingungen und technische Neuerungen sind wohl die Hauptgründe für die Zusammenlegung der Landratsämter. Beides rufe nach einer neuen und veränderten Organisation, denn die jetztige Handhabung behindere die elektronische Dienstleistung. Ein Gesetz zur Zusammenlegung der Landratsämter soll Ende des Monats dem Parlament vorgelegt werden.
Nicht alle sind mit Jón Gunnarssons Neuerung einverstanden, bei Vorlage des Vorschlags im Frühjahr hatte es bereits zahlreiche Einwände gegeben. Der Verband der Landräte etwa kritisiert den Plan, und auch der Bürgermeister der Westmännerinseln, wo sich eins der Ämter befindet, ist mit der geplanten Neuregelung nicht einverstanden.

Büro für fast alles
Im Büro des isländischen Landrates werden beispielsweise Anträge auf Führerschein oder Pass bearbeitet, hier werden Steuern und andere Gebühren eingezogen, polizeiliche Führungszeugnisse und andere Bescheinigungen ausgestellt, hier kümmert man sich um Familienangelegenheiten wie Erbsachen oder Aufenthaltsorte für Kinder getrennt Lebender. Ausserdem werden Versicherungsangelegenheiten bearbeitet und offizielle Registrierungen wie Grundbucheintragungen etc vorgenommen. Im Amt des Sýslumaður sitzt auch ein Notar, der Beglaubigungen von Urkunden vornimmt. Und wer zur Parlaments- oder Gemeindewahl nicht erscheinen kann, kann hier im Vorraus seinen Wahlzettel ausfüllen.