Freiwillige beseitigen Offroadspuren und entdecken neue Spuren

offroad

Gestern morgen machte sich die Ortsgruppe Ost des isländischen Allradclubs auf den Weg in die Berge, um dort Reifenspuren auf der Kverkfjallaleið nördlich des Vatnajökull zu beseitigen. Die Spuren waren vor gut drei Wochen dort von italienischen Touristen hinterlassen worden. Kurz nach der Offroadparty konnten sie gefunden und zu einer hohen Geldstrafe verurteilt werden. Ein erfahrener Hochlandmann bezeichnete die Reifenspuren als das üblste was er jemals gesehen habe.

Offroadspuren kosten ganzen Arbeitstag
Am Sonntagmorgen machte sich also ein Team aus acht Freiwilligen auf den Weg, bewaffnet mit Proviant, Rechen, Schaufeln und allem möglichen anderen, was bei der Spurenbeseitigung helfen könnte.
Als sie an der Stelle ankamen, hatten sich bereits andere Offroadaktivisten der vermeintlichen Freifahrt angeschlossen und die Spuren vertieft. Die Freiwilligen mussten auswählen, welche Spuren am schlimmsten aussahen und Vorrang hatten. “Wir haben am Ende dann das beseitigt, was wir am schlimmsten fanden, das was am hässlichsten aussah,” erklärte Jón Garðar Helgason vom 4×4 Club. Das war die Spur bei Kreppubrú ins Möðrudalur, und sie reichte so weit, dass die Männer am Sonntag nicht mal fertig wurden.
“Ausgerechnet hier ist nur Sand. Sand und Geröll. Das wird ziemlich tief, sodass das nicht so einfach mit dem Rechen ist. Das ist so unglaublich viel, das ist das Problem,” beschreibt Jón Garðar die Ausbesserungsarbeiten. Man reche über die Spuren so, dass die Linien nicht mehr zu sehen sind, bzw nicht mehr so aufällig in der Landschaft sind.

Neue Spuren vom Morgen
Nach zehn Stunden Arbeit machten die Freiwilligen sich wieder auf den Weg nach Hause, müde, aber ziemlich stolz, und staunten nicht schlecht, als sie in der Nähe des Möðrudalur neue Fahrspuren entdeckten, die am Morgen noch nicht dagewesen waren. “Wir haben das gleich der Polizei gemeldet,” bestätigt Jón Garðar.
Die drei Italiener waren unter anderem gefunden worden, weil ihr Fahrzeug bei der Fahrspassaktion beschädigt worden war.

Mehr Pflegefamilien werden benötigt

Bicycle, child

Mehr Kinder in Island als je zuvor benötigen Pflegefamilien, weil die Zahl der Pflegeeltern immer weiter zurückgeht, berichtet RÚV. Ende vergangenen Jahres hatten sich 420 Kinder in Pflegefamilien befunden, und das Jugendamt schätzt, dass jedes Jahr weitere 120 bis 170 Kinder eine solche Familie brauchten.

In Island gibt es drei Arten von Pflegeunterbringung für Kinder: eine vorübergehende Unterbringung für bis zu einem Jahr, die auf zwei Jahre verlängert werden kann. Hier soll das Kind am Ende zu einen biologischen Eltern zurückkehren.  Die Langzeitunterbringung geht bis zum 18. Lebensjahr, hier ist es nicht Ziel, den Jugendlichen zu seinen biologischen Eltern zurückkehren zu lassen.  Eine unterstützende Unterbringung schliesslich ist für Kinder gedacht, die besondere oder aussergewöhnliche Betreuung benötigen, sie läuft über zwei Jahre. Kinder in dieser Unterrbingungsform haben oft Verhaltensauffälligkeiten oder emotionale Probleme, oder sie kommen aus unsicheren Verhältnissen. Diese Art von Pflege gilt als fulltime Job für Pflegeeltern.
Zur Zeit werden vor allem vorübergehende und unterstützende Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Die Anträge für letztere haben sich in den letzten zehn Jahre sogar verdoppelt.

Es muss passen
Behördenleiterin Ólöf Ásta Farestveit beklagt einen Mangel an Pflegeeltern in Island, vor allem im Hauptstadtbereich. Eine genaue Zahl der benötigten Stellen gab sie nicht an, aber “wir brauchen immer mehr”.
“Das Problem ist dass nicht alle Kinder zu allen Pflegeeltern passen, und Pflegeeltern sind alle unterschiedlich. Wir suchen Familien aller Art, di eine gewisse Stabilität aufweisen, soohl finanziell als auch sozial, aber vor allem Eltern, die die Kinder so umsorgen können, wie sie es brauchen.”
Sonja Björg Írisar Jóhannsdóttir und Kolbrún Helga Margrétar Pálsdóttir sind seit einem Jahr Pflegeeltern und nehmen an dem unterstützende Programm teil. Kinder in diesem Programm verbringen Zeit mit ihren Unterstützungsfamilien, die dabei helfen, ein soziales Netzwerk für die Kinder aufzubauen. Dadurch erhalten die biologischen Eltern Raum und Zeit für sich selber.

Inspirierende neue Rolle
Beide Frauen empfinden ihre vielseitige Rolle als erhellend und inspirierend. “Wir haben bis zu vier Kinder, jenachdem, ein Pflegekind, zwei Kinder in unterstützender Pflege, ein eigenes Kind, wenn man es so nennen kann.” sagt Sonja Björg. “Wir lernen uns hier selber kennen. Wir sehen an allem eine neue und frische Seite. Wir lernen etwas Neues über uns selbst.”
Kolbrún pflichtet ihr bei. “Ja und diese Kinder sind die besten in der Welt. Sie bringen uns immer etwas bei – viel mehr als wir ihnen beibringen.”

Wer in Island Pflegeeltern werden möchte, muss einen Kompetenztest bestehen und einen fünftägigen Kurs absolvieren. “Du musst eine tiefgehende Nabelschau betreiben,” sagt Sonja Björk. “Dein Familienleben, deine Kindheit und alles. Aber das ist wirklich informativ, und macht auch Spass.”

 

Meradalir: Vulkanausbruch in Pause, keine Aktivität zu sehen

Meradalir eruption, August 2022

Der Vulkanausbruch in den Meradalir ist entweder beendet oder legt eine Pause ein. Seit gestern Morgen gibt es keine Anzeichen von Tremor oder vulkanischer Unruhe mehr, zitiert Vísir die Expertin für Naturkatastrophen, Lovísa Mjöll Guðmundsdóttir, vom isländischen Wetterdienst.
“Wir überwachen das weiterhin, denn beim letzten Ausbruch war es so, dass einige Tage zwischen dem Rückgang der Aktivität und einem erneuten Aufleben vergingen. Das schauen wir uns also ganz genau an,” erklärte Lovísa Mjöll. Beim Vulkanausbruch in der Holuhraun im Jahr 2015 hatte es ähnliche Pausen gegeben, erklärte ihre Kollegin Sig­ríður Magnea Óskars­dótt­ir.

Noch sei es zu früh, den Ausbruch offiziell für beendet zu erklären. Normalerweise geschehe das erst drei Monate nach der letzten vulkanischen Aktivität. Der Ausbruch in den Meradalir hatte am 3. August 2022 begonnen.

Zahlreiche Rettungseinsätze am Wochenende

Rettungsteams aus dem Südland sind gestern Abend gegen 19 Uhr ausgerückt, um eine erschöpfte Wanderin vom Kattahryggur in der Þorsmörk zu holen. Während ihre Wandergruppe weiterzog, warteten die Freiwilligen mit der Erschöpften auf den Hubschrauber, der sie gegen 23 Uhr in bewohntes Gebiet flog. Zum Befinden der Frau gibt es bislang keine weiteren Angaben.

Das schöne Wochenenwetter hat den Freiwilligen von Landsbjörg zahlreiche Einsätze beschert. Am frühen Sonntagmorgen hatten erschöpfte Wanderer aus der Berghütte Kistufellsskäli nördlich des Vatnajökull abgeholt werden müssen, nach Mittag benötigte ein Landwirt die Unterstützung der Rettungsleute, um eine Rinderherde über den Fluss Tungufljót zu treiben.

Vier Autofahrer mussten um Hilfe bitten, einer sass in der Hólmsá auf der Fjallabakroute fest, ein anderer in der Þríhyrningsá im Ostland. Der dritte sass im Schlamm auf dem Sprengisandur fest, der vierte in einem kaputten Fahrzeug auf dem Hlöðufellsvegur im Südland.
Ausserdem halfen die Freiwilligen beim Krankentransport, als Verletzte vom Svartifoss, vom Snæfellsjökull und von Stórhöfði auf den Westmännerinseln geholt werden mussten.

 

Zwei Tote und ein Verletzter nach Schiesserei in Blönduós

Zwei Tote und ein Schwerverletzter, das ist die tragische Bilanz einer Schiesserei im nordisländischen Städtchen Blönduós am frühen Sonntagmorgen. RÚV berichtet, einer der Toten sei der Schütze selbst gewesen. Die schwerverletzte Person ist per Hubschrauber ins Landspítali nach Reykjavík gebracht worden.

Die Schiesserei hatte sich in einem Wohnhaus gegen sieben Uhr am Sonntagmorgen zugetragen. Der Sohn des erschossenen Hausbesitzers hatte sich mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Baby im oberen Stockwerk befunden, Vísir schreibt, er habe sich auf den Angreifer gestürzt, wobei dieser zu Tode gekommen sei. Weder habe der Angreifer Selbstmord begangen, noch sei er erschossen worden. Sohn und Lebensgefährtin waren zunächst festgenommen worden, befinden inzwischen jedoch wieder auf freiem Fuss. Alle an dem Drama Beteiligten sind isländische Staatsbürger mit Wohnsitz in Blönduós.

Waffenschein sollte entzogen werden
Der Schütze ist ein ehemaliger Angestellter des Toten, RÚV zufolge hatte er mit psychischen Problemen zu kämpfen. Er war im Besitz eines Waffenscheins und einer Schusswaffe. Zuletzt hatte die Polizei ihn bereits vorgeladen, weil er jemanden mit dieser Waffe bedroht hatte. Vísir berichtet, dass ihm der Waffenschein in den kommenden Tagen ohnehin hätte entzogen werden sollen.

Nach Angaben der Polizeidirektion Nordisland waren Polizisten zum Tatort ausgerückt, nachdem ein schwerer Vorfall mit einer Schusswaffe gemeldet worden war. Zum Zeitpunkt des Einsatzes forderte die Polizei auch eine bewaffnete Sondereinheit aus Reykjavík an, die per Hubschrauber nach Blönduós geflogen werden sollte. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass die Sondereinheit nicht mehr notwendig war, und der Einsatz aus Reykjavík wurde abgeblasen.
Die ausgerückten Polizisten waren zwar bewaffnet, aber am Tatort ist keine Polizeiwaffe zum Einsatz gekommen.
Nach Polizeiangaben wurde der Schütze tot aufgefunden, sowie eins seiner Opfer. Die zweite Person erlitt einen Bauchschuss. Sie wurde medizinisch versorgt und der Tatort gesichert. Noch am gestrigen Abend fand eine geschlossene Informationsveranstaltung für die Einwohner statt, wo auch ein Traumateam des Roten Kreuzes psychologische Unterstützung anbot.