Unterwasserrestaurant und Schwimmbäder im neuen Gufunes Viertel geplant

Gufunesbryggja Yrki arkitektar

Eine Meereslagune, ein Schwimmbad, eine Vorschule, einen verpackungsfreien Supermarkt und ein Unterwasserrestaurant sind nur einige der Projekte, die im Reykjavíker Viertel Gufunes demnächst entstehen werden, berichtet RÚV. Der Stadtrat hat den Entwicklungsplan der Öko-Wohninitiative Þorpið-Vistfélag gebilligt, der im Wettbewerb um den besten Vorschlag für den Pier von Gugunes gewonnen hatte.

Industrieviertel mit neuem Angesicht
“Diese Region verändert sich von einer alten, toten Industriezone zu einem quicklebendigen Viertel,” sagt Áslaug Guðrúnardóttir, die Pressesprecherin und Marketingleiterin von Þorpið-Vistfélag. “Unser Vorschlag sieht zwei Gebäude vor, die sich zum alten Pier hin öffnen. Die Pläne sehen eine Meereslagune, ein Schwimmbad, Hot Pots, und Apartments dort vor, ausserdem soll ein bereits entworfenes Restaurant gebaut werden, das grösstenteils unter der Wasseroberfläche liegt. Wir werden eine Vorschule haben und einen Supermarkt, alles im gleichen Stil.”
Man will das Projekt in den kommenden drei bis fünf Jahren vollenden.

In Gufunes hat es lange eine Düngemittelfarbik und Müllsortieranlagen gegeben, doch seit diese Fabriken das Gelände verlassen haben, ist dort allerhand passiert. Unter anderem betreiben Reykjavík Studios dort ihre Filmstudios in einer alten Halle. Die Stadt Reykjavík hat Künstlern und Kreativen verlassene Fabrikgebäude als Ateliers angeboten.

Wassertaxis verkürzen City-trip
Þorpið-Vistfélag hat bereits ein Ökodorf in Gufunes aufgebaut. Schlagzeilen darüber gab es allerdings, weil Bewohner sich über die schlechte Qualität der Wohnungen und über den Mangel an öffentlichem Nahverkehrsoptionen in die Stadt beschwerten, zumal das Dorf ja als nachhaltig beworben worden war.
Áslaug erwähnt auch Ideen zum Bau einer Fussgängerbrücke nach Viðey, von wo aus ein Wassertaxi in das Stadtzentrum möglich sei. Von Gufunes selbst in die Stadt ist es nämlich ein ziemlich weiter Weg.

 

Meradalir: Zwei Ranger sind Tropfen auf den heissen Stein

Meradalir eruption, August 2022

Mehr als 13.000 Menschen haben den Vulkanausbruch in den Meradalir am Wochenende besucht. Eine grosse Anzahl dieser Besucher war für die 14 Kilometer lange Wanderung zu schlecht ausgerüstet, sagen Mitglieder der Rettungseinheiten. Islands Regierung hatte versprochen, den Dauereinsatz der Freiwilligenorganisation Landsbjörg durch Ranger zu ersetzen, doch die wären nur ein Tropfen auf den heissen Stein, meint der Grindavíker ICE-SAR Leiter Bogi Adolfsson.

“Am Ende haben wir viele verschiedene Aufgaben erledigt, wir haben den Parkplatz gemanagt, den Verkehr geregelt, der Polizei geholfen, alles mögliche transportiert, auch verletzte Besucher, und wir haben ihnen sogar zu essen gegeben,” erklärte Bogi RÚV gegenüber.  “Ranger helfen schon, aber zwei, oder zwei Planstellen, ich weiss nicht, was die Regierung da genau versprochen hat, das ist nur die Hälfte von dem was wir brauchen, finde ich. Ein Tropfen auf dem heissen Stein.” Bogi will mehr Polizei vor Ort sehen, was natürlich mehr Personal in der Polizeistation Suðurnes verlangt.
“Wenn die Regierung da nicht mehr investiert, damit das läuft, dann ist natürlich ganz einfach, dann annoncieren wir nach Leuten aus der Regierung, um den Freiwilligenjob mit uns zu machen,” sagt Bogi.

Dauereinsatz von 35 Rettungseinheiten
Seit Beginn des Vulkanausbruchs am 3. August haben mehr als 35 Rettungsteams mit mindestens 350 Freiwilligen an den Projekten rund um den Vulkan teilgenommen. Unter anderem hatten Freiwillige zu Beginn des Ausbruchs bei schlechtestem Wetter Holzpfosten für einen Wanderweg in die Berge geschleppt. Das Ausbruchsgelände befindet sich auf Privatland, und die Einnahmen vom Parkplatz gehen an die Landbesitzer, die das Geld für bauliche Massnahmen nutzen wollten.
ICE-SAR-Leiter Otti Sigmarsson schrieb in einem Facebook-Beitrag, einen touristischen Ort vollzeit zu überwachen gehöre nicht zu den typischen Aufgaben von Rettungsteams. Wie auch Bogi ruft Otti nach einer Verstärkung der Polizeimannschaft, nach mehr Geld für die Zivilschutzabteilung der Polizei, nach Rangern und anderen Möglichkeiten, um das Gelände jeden Tag zu überwachen. Die Rettungsteams könnten dann endlich wieder das tun, wofür sie ursprünglich geschaffen wurden: Einsätze bei Notfällen fahren.

Die Behörden hatten immer wieder betont, dass die Wanderung zu den Kratern nichts für Unerfahrene oder schlecht vorbereitete Besucher sei. Das aber hat so manchen nicht davon abgehalten, ohne Proviant oder Wasser und ohne Ausrüstung loszuziehen. Trotz des Verbots für Kinder unter 12 Jahren waren auch gestern wieder zahlreiche Kleinkinder auf dem Wanderweg zu sehen gewesen.

 

Französische Croissants und isländische Kleinur sind oft importiert

kleinur

Immer mehr Gebäck und Teilchen werden fertig nach Island importiert, darunter Croissants, Kleinur und das süsse Blätterteiggebäck Vínarbrauð.
Im Jahr 29021 wurden 4.196 Tonnen Gebäck eingeführt, im Jahr zuvor waren es 3.268 Tonnen gewesen. Zum Vergleich, im Jahr 2013 wurden 2.178 Tonnen Kekse, Plätzchen, süsses Brot, Knoblauchbrot und andere Brotsorten importiert. Die Zahlen stammen vom Statistischen Amt.

Auch einige Grossbäckereien importieren inzwischen Croissants und Vínarbrauð, wie etwa Bakarameistarinn, die Mosfellsbakarí und die Árbæjarbakarí. Ein Insider argumentiert, der Wettbewerb mit Lebensmittelketten, Restaurants und Hotels sei sehr gross und die Lage schwierig.
Kleinere Handwerksbäckereien wie die Bernhöftsbakarí, Brauð og co., Bæjarbakarí und die Biobäckerei Brauðhúsið stellen ihr Gebäck und Brot jedoch auch weiterhin noch selbst her.

Croissants mit Butter, die nicht importiert werden darf
Sigurður Bergsson, der Vorsitzende der Bäckerinnung, sagte mbl.is gegenüber, er sei doch erstaunt, dass Bäckereien ihr Gebäck gefroren bei Grosshändlern kauften. Die ersten Grossimporte habe es vor etwa 25 Jahren gegeben. Damals habe er dafür plädiert, dass die Bäckerinnung eine eigene Importgesellschaft gründet. “Ich finde es seltsam, dass wir Bäckereirohstoffe bei den gleichen Importeuren kaufen, die diese gefrorenen Waren importieren.” Seiner Ansicht nach schadet die Zollpolitik der Handwerksbranche.
“Da werden zum Beispiel Croissants aus Frankreich importiert, mit französischer Butter gemacht. Wir dürfen diese gleiche Butter nicht kaufen. Das importierte Croissant ist zollfrei, mit importierter Butter, aber wir dürfen keine importierte Butter kaufen. Da liegt ein Riegel aus Schutzzöllen vor, sodass wir nie mit diesen Waren konkurrieren können.” erklärt Sigurður.
Ein Grund für die vielen Importe sei der Fachkräftemangel bzw. die hohen Lohnkosten in Island. Im Ausland würden die Waren in grossen Fabriken am Fliessband hergestellt.

Gefrorenen Backwaren im Discounter
Die Einfuhr von Backmischungen und Teigen ist Zahlen des Statistischen Amtes zufolge seit 2016 zurückgegangen. Damals waren es noch 1.533,8 Tonnen, im Jahr 2021 ar die Menge auf 1.261,7 Tonnen gesunken.
Grossimporteur Danól beliefert Bäckereien und Lebensmittelgeschäfte. Man importiere täglich mehr als 100 Tonnen Mehl, so Geschäftsführer Gunnar Níels Ellertsson. Die gefrorenen Backwaren würden alle an die Lebensmittelketten geliefert.
ÍSAM ist ein weiterer Grossimporteur, der Bäckereien und Pflegeheime beliefert. Dritter im Bunde ist Garri, der in grossem Stil Muffins, Kuchen, Waffeln und Kleinur importiert.
Kürzlich war bekannt geworden, dass es in Imbissen und an Tankstellen Sandwiches aus Lithauen gibt, diese Waren werden ebenfalls fertig zuberetet und gefroren nachCroissa Island importiert.

Regenbogenfahne von Reykjavíker Kirche zerstört

Crowds gathered at Austurvöllur to show solidarity with Norway.

Die Regenbogenfahne vor der Hjallakirche in Kópavogur ist in der Nacht zum Sonntag abgenommen und zerstört worden, berichtet RÚV. Pfarrerin Sunna Dóra Möller glaubt, dass es sich um eine bewusste Tat handelt und hat das Zerstörungswerk bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Als Sunna Dóra am Sonntagmorgen zum Dienst erschien, fand sie die Fahne am Fuss der Fahnenstange, zwar zusammengefaltet, aber die Befestigungen am Stoff waren entfernt worden, sodass die Fahne nicht mehr gehisst werden kann.
“Wir haben die Fahne seit Beginn der Gay Days mit Stolz vor unserer Kirche hängen gehabt.” sagt sie. Das Gefühl, sie zerstört zu sehen, sei ungemütlich und man begreife nicht, was der Täter für einen Zweck mit seinem Werk verfolge.

Fahnenfrevel keine Zufälle
“Für mich ist das eine Tat aus Hass. Das kann man nicht anders bezeichnen. Wir sehen wie das überall passiert, das ist ja kein Zufall.” meint die Pfarrerin. “Ich finde, das zeigt genau das Gegenteil von dem was die Flagge symbolisiert, von den Zielen der Day Days und einer offeneren Debatte.”
Die wachsenden Vorurteile müssten offen diskutiert werden. Selbstverständlich werde sie eine neue Fahne kaufen und hissen. “Wir müssen wach bleiben, und die Kirche nimmt daran teil,” sagt Sunna.

Anfang der Woche hatten Unbekannte in Hella alle Regenbogenfahnen abgehängt, davor war in der Grafarvogskirche in Reykjavík der Regenbogen auf dem Boden mit Hassparolen besprüht worden. Auch der LGTBQIA Organisation Samtökin ’78 waren nach den Gay Days eine ganze Reihe von Belästigungen gemeldet worden.