Gefahrenzustand auf dem Arbeitsmarkt durch wachsende Ausbeutung

Locals and tourists enjoy the sunshine in Reykjavík's Austurvöllur square.

Als Gefahrenzustand für den Arbeitsmarkt bezeichnete die Präsidentin des Gewerkschaftsdachverbandes ASÍ das Zusammentreffen von hohem Bedarf an Arbeitskräften und dem Zustrom ausländischer Arbeitskräfte, die ihre Rechte nicht kennen. Drífa Snæland forderte mehr Arbeitsplatzkontrolle, der jetzige Zustand sei nicht hinnehmbar, berichtet RÚV.

Allzuoft gebe es Nachrichten im Land von ausländischen Arbeitskräften, die nicht respektiert würden, lange Schichten gegen geringen Lohn absolvierten. Vor dem Wochenende hatte der Geschäftsführer der Gewerkschaft für Facharbeiter ein Umdenken und bessere Behandlung ausländischer Arbeitnehmer gefordert, sowie verstärkte Kontrollen und mehr Widerstand der Gewerkschaften.
Drífa erklärte, die Situation biete sich vor allem im Tourismus und anderen servicegeprägten Branchen, und nun drängten zunehmend Personen mit sensiblem Hintergrund auf den Arbeitsmarkt, wie etwa Flüchtlinge, Asylbewerber u.ä.
Arbeitsplatzkontrolle müsse von allen Gewerkschaften, den Kontrollbehörden und dem Arbeitsamt verstärkt betrieben werden, um kriminelle Aktivitäten auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern, denn solches schade dem Ansehen des isländischen Arbeitsmarkt als Gesamtes.
Die schlimmsten Beispiele fänden sich, so Drífa, in der Tourismusbranche. Dort hat es nach der COVID-Pandemie den meisten Zuwachs gegeben und die Nachfrage nach Arbeitskräften ist sehr hoch.

Drífa sagt, die stärkste Waffe sei das Bewusstsein und die Kenntnis seiner Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer, aber auch als Arbeitgeber. Hier sei es besonders wichtig, diese Informationen an die ausländischen Arbeitskräfte weiterzuleiten.

 

Futtergewohnheiten von nachtaktiven Meeresvögeln erforscht

Leach's storm petrel

Winzigkleine GPS Tracker mit einem Gewicht von nur 0,95 Gramm helfen Wissenschaftlern, einmal im Jahr die Bewegungen von drei nachtaktiven Vogelarten auf den Westmännerinseln zu verfolgen, berichtet RÚV. Dabei handelt es sich um den Atlantiksturmtaucher (Puffinus puffinus), den Wellenläufer (Oceanodroma leucorrhoa), und die Sturmschwalbe (Hydrobates pelagicus). Alle drei Arten überwintern auf der südlichen Erdhalbkugel, beiderseits des Atlantiks.
“Das ist bislang in Island noch nicht durchgeführt worden: wir erstellen eine Karte der Futtergebiete für diese Arten,” erklärt Erpur Snær Hansen, der Direktor des Naturforschungszentrums. Die ersten Ergebnisse aus den Trackern sind gerade in die Datenbanken hochgeladen worden, weitere folgen im Lauf des Sommers.

Geheimnisvolle Nachtvögel
Die drei nachtaktiven Arten sind verwandt. “Sie gehen an der Küste der äusseren Westmännerinseln nur bei Nacht an Land, die kann man also kaum irgendwo beobachten,” sagt Erpur. Er vergleicht diese Vögel mit Fledermäusen, sie seien “ geheimisvoll in vielerlei Hinsicht.”
Die GPS Tracker haben etwa ans Licht gebracht, dass die Wellenläufer der Westmännerinseln ihre Nahrung im Westen der Inselgruppe suchen, am Rand der Kontinentalplatte. Manche Exemplare, so zeigen die Daten, sind sogar noch weiter unterwegs. “Einer der Vögel ist bis nach Rockall geflogen, das ist 600 Kilometer südlich der Inseln, ganz schön weit weg,” sagt Erpur. “Sie alle fliegen zum Mittelatlantischen Rücken, wo sich die grossen Wale aufhalten, dann fliegen sie nach Süden und verteilen sich auf ein grosses Gebiet.”

Sinkender Bestand im Atlantik
Die winzigen Tracker an den Vögeln zu befestigen ist eine komplizierte Sache. “Das ist schwierig, weil die Vögel unter der Erde leben und wir die erst mal finden müssen. Wir imitieren ihren Ruf, und sie antworten uns, und dann wissen wir wo sie leben. Aber es ist eine weitere Herausforderung, dahin zu kommen, sie zu erwischen und den Tracker anzulegen.”
Das kleine Gerät enthält keine Transmitter, damit muss der Vogel erneut gefangen werden um die Daten abzulesen.
Die Wellenläufer, die in Island übersommern, verbringen den Winter in Namibia und Brasilien. Die Atlantiksturmtaucher überwintern in Argentinien. Erpur erklärt, dass es von diesen Vögeln nicht mehr viele gibt, und vor allem die Anzahl der Wellenläufer im Atlantik sei zurückgegangen. Die ermittelten Daten solen dabei helfen, herauszufinden, wie es dem Bestand wirklich geht, aber auch einen Vergleich zwischen den beiden Sturmtaucherarten anzustellen.