Isländischer Sandwich-Snack aus Litauen importiert

Fertigbelegte Sandwiches, die man vielerorts auf der Insel kaufen kann, werden zum Teil nicht mehr in Island zubereitet. Der Generalimporteur Danól führt diese Sandwiches seit Beginn des Jahres aus Litauen ein.
Die belegten Brote, die unter dem Namen Food on Foot angeboten werden, kommen in gefrorenem Zustand auf die Insel und werden aufgetaut verkauft.

Friðrik Árnason, der Eigentümer des Hotels Breiðdalsvík, machte auf diesen Umstand auf seiner Facebookseite aufmerksam. Er schreibt, er sei enttäuscht gewesen, diese Sandwiches an Tankstellen im Süden des Landes vorzufinden, vor allem wenn man an Nachhaltigkeit, CO2-Fussabdruck und Umwelt denke.
Den nächsten Schock bekam er nach eigener Aussage beim Betrachten des Preisschildes: die litauischen, importierten und aufgetauten Sandwiches kosten nämlich nur die Hälfte von den belegten Broten, die vor Ort zubereitet werden. Mbl.is schreibt, nach Angaben von Mitarbeitern sei der Preis gleich.

Importierte Brote auf dem Land beliebt
María Jóna Samú­els­dótt­ir, die Geschäftsführerin der Danól, gab in einer schriftlichen Antwort an, die Qualität der belegten Brote sei hoch und das Verkaufsecho gross. Auf die Frage nach dem Preisunterschied schreibt María Jóna: “Wir können natürlich nicht die Preisentscheidungen anderer kommentieren, aber Danól unterhält gute Geschäftsbedingungen zum Anbieter, der selbstverständlich seine Produktion für einen weitaus grösseren Markt als nur Island ausbaut.” In diesem Fall profitierten die Verbraucher in Island von der Massenproduktion.

Der litauische Anbieter, so María Jóna, habe sich auf Brot und Süssgebäck spezialisiert und biete eine grosse Auswahl. Isländische Imbissanbieter hätten schon lange nach solch einer Lösung gesucht, wo günstiger Einkaufspreis, Qualität und einfache Darreichung zusammenkämen. Damit spare man Zeit, Vorratshaltung, Lagerung und Einkauf. Das Echo bei den Imbissanbietern gerade auf dem Land sei gross, denn viele von ihnen befänden sich weit vom nächsten Ort mit Einkaufsmöglichkeiten entfernt.

 

Neues Höchstalter für Pflegepersonal als “Verzweiflungstat” bezeichnet

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Als Verzweiflungstat, schlecht durchdacht und völlig fehleingeschätzt bezeichnen die Sprecher der Pflegeverbände die Idee des isländischen Gesundheitsministers, das freiwillige Rentenalter für Mitarbeiter in den Pflegeberufen auf 75 Jahre hochzusetzen. Die Regierung bestätige damit nur die ernste Lage in der Pflege in Island.
Gesundheitsminister Willum Þór Þórsson hatte gestern angekündigt, dem Parlament einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorzulegen, nachdem Krankenschwestern auf freiwilliger Basis bis zum 75. Lebensjahr im Beruf verbleiben können. Damit wolle man dem Personalmangel im Pflegebereich des staatlichen Gesundheitswesens begegnen.

Neuer Plan trifft vor allem Frauen
Halla Eríksdóttir, die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Krankenschwestern, sagte RÚV gegenüber, es sei Ironie, dass dieser Plan ausschliesslich medizinisches Fachpersonal und Frauen betreffe.
“Wir glauben, dass das eher eine Verzweiflungstat der Regierung ist als wohl durchdacht, denn so die die Lage derzeit aussieht, ist der Wille der Krankenschwestern, über das 70. Lebensjahr hinaus zu arbeiten, nicht ganz so gross wie die Regierung glaubt.” erklärte Halla. Auch die Arbeitsbeziehung zwischen Krankenschwestern und und Regierung sei nicht besonders positiv.
Halla zufolge gebe es im Gesundheitssystem Kündigungen, und der Glaube, dass ältere Pflegekräfte unter schwierigen Bedingungen länger arbeiten wollen, stelle nach Ansicht des Verbandes eine Unterschätzung der Lage dar.

Auch die Vorsitzende des Verbands der Pflegehelfer kann nur mit dem Kopf schütteln, immerhin habe ihr Verband seit Jahren auf die Lage aufmerksam gemacht. Sie bezweifle stark, dass die Idee des Ministers zu einem Erfolg führen werde. Ihre Verbandsangehörigen fänden es sicher gut, eine Wahlmöglichkeit zu haben, doch die meisten würden wohl eher zur rechten Zeit in Rente gehen, denn der Beruf sei sehr anstrengend. “Ich sehe nicht, dass diese Krankenschwestern, die dann auf die achzig zugehen, Schlange stehen, um Schwerkranke zu pflegen, das bezweifle ich doch stark.“ sagte Sandra. „Die hören doch eher früher auf. Ja, viel, viel eher.“

Skeiðarárjökull war Gletscher mit dem meisten Eisverlust in 2021

iceland glaciers

In einem Newsletter des Projektes ‘Schmelzende Gletscher‘ ist der Skeiðarárjökull als der am schnellsten abschmelzende Gletscher des Jahres 2021 beschrieben worden. Er hat in den 12 Monaten 400 Meter seiner östlichen Gletscherzunge verloren.
Islands Gletscher sind seit 25 Jahren auf dem Rückzug, ein klarer Hinweis auf Auswirkungen des Klimawandels in Island, heisst es in einem Überblick für das Jahr 2021 zum Zustand der Gletscher, den die Wetterbehörde veröffentlicht hat. Die einzige Ausnahme war das Jahr 2015, als die Gletscher sich im Gleichgewicht befanden und manche sogar ein wenig an Masse gewannen.
Seit 1995 haben Islands Gletscher Schätzungen zufolge acht Prozent ihres Gesamtvolumens eingebüsst.

Der Breiðamerkurjökull, welcher die beliebte Gletscherlagune Jökulsárlón mit Eisbergen füttert, hat ebenfalls an Masse verloren und ist um letzten Jahr um 150 Meter zurückgegangen. Die Lagune vergrössert sich dadurch von Jahr zu Jahr.
Schmelzende Gletscher ist ein Gemeinschaftsprojekt von Wetterbehörde, Nationalpark Vatnajökull, dem Umweltministerium, der Glaziologengruppe vom Geowissenschaftlichen Institut der Universität und dem südisländischen Naturkundemuseum.