Parlament verabschiedet einstimmig LGBT-Aktionsplan bis 2025

Pride Rainbow Reykjavík

Das isländische Parlament Alþingi hat Mitte Juni vor seiner Sommerpause einem Aktionsprogramm für Angelegenheiten homosexueller Menschen zugestimmt, den Premierministerin Katrín Jakobsdóttir vorgelegt hatte. Alþingi hatte den bis 2025 gültigen Aktionsplan einstimmig angenommen. Das Programm ist das erste seiner Art in Island, in dem es einzig um Themen homosexueller und andersgeschlechtlicher Menschen geht, berichtet RÚV.
In einer Bekanntmachung der Regierung heisst es, Hauptziel des Programms bestehe darin, Fortschritte und rechtliche Verbesserungen der LGBT Gemeinschaft zu fördern und das Bewusstsein für ihre Situation in Island zu schärfen.
Im Mai war die Regenbogenkarte 2022 der LGBT Gemeinschaft veröffentlicht worden, eine Art Massstab, wie die Rechte von LGBT in den einzelnen Ländern gesichert sind. Island befindet sich dort auf den neunten Platz und ist damit seit der letzten Karte um fünf Plätze aufgestiegen.

Teil des neuen Aktionsplans und eines seiner Hauptziele ist es, Island auf der sogenannten Rainbow Map noch weiter nach oben zu heben. Ausserdem wurde ein Investmentfonds für LBGT-Themen eingerichtet, der für den Zeitraum 40 Mio ISK erhalten wird. Der Fonds soll Projekte finanzieren, die sich für besonders dringende Themen homosexueller und andersgeschlechtlicher Menschen einsetzen.
Das Büro für Gleichstellung der Geschlechter und Menschenrechte im Haus des Premierministers soll die Umsetzung der Projekte überwachen und den Status der Maßnahmen in einer einsehbaren Messlattengrafik veröffentlichen. Ein Vorbild dieser Grafik ist bereits im Aktionsplan zur Gleichstellung der Geschlechter und im Präventionsplan gegen sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt und Belästigung zu finden.

Island eins der teuersten Länder in Europa

Die neusten Zahlen des Europäischen Amtes für Statistik, Eurostat, lassen nur wenig gutes Haar an der Insel im Atlantik, denn in vielen Kategorien thront sie an der Spitze der ausgewerteten Preise. Lebensmittel etwa sind in Island um 42 Prozent teurer als im Durchschnitt in Europa, Spitzenreiter sind jedoch Kleidung, Verkehrsmittel und Alkohol, berichtet RÚV.

In der Liste der teuersten Länder in Bezug auf Lebensmittel liegt Island mit 42 Prozent an dritter Stelle, teurer sind nur Norwegen und die Schweiz. Nirgendwo in Europa ist es so teuer, Kleidung und Schuhe zu kaufen, im Durchschnitt zahlt man 35 Prozent mehr dafür auf der Insel.
Hotelübernachtungen und Restaurantbesuche kosten ebenfalls 35 Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt, auch hier sitzen Norwegen und die Schweiz an der Spitze der Liste.

Kostspieliger Alltag
Wohnungsmiete, Instandhaltung, Wasser, Strom und Heizung kosten in Island 52 Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt. Für Einrichtungsgegenstände und Bodenbelag müssen 20 Prozent höhere Preise als in Europa gezahlt werden.
Am mit Abstand teuersten jedoch ist es, das Haus zu verlassen und sich von einem Ort zum anderen zu bewegen. Ganz gleich ob Strassenverkehr, Luftverkehr, Schiff oder See, jede Fortbewegungsart kostet 86 Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt.
Autos, Motorräder und Fahrräder kosten im Durchschnitt 16 Prozent mehr als in Europa. Teuer ist es auch, mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben, 52 Prozent mehr darf man für Telefon, Internet usw bezahlen.

Teurer Spass, mit und ohne Alkohol
Auch Spass haben hat seinen isländischen Preis, Freizeitunternehmungen und Unterhaltungsaktivitäten sind im Durchschnitt 48 Prozent teurer als in Europa. Und wenn man sich die Preise schöntrinken will, muss man so richtig in die Tasche greifen, denn die Preise für Alkohol und Tabak liegen um 214 Prozent höher als im europäischen und EFTA Durchschnitt. Nur in Norwegen ist rauchen und trinken noch teurer.
In keiner Kategorie liegen isländische Preise unter dem Durchschnitt.