Walfang schädigt den Ruf des Landes, glauben 65% der Isländer

Eine Umfrage, die für den Naturschutzbund Islands erstellt wurde, hat herausgefunden, dass die Mehrheit der Isländer, oder 65 Prozent, im Walfang negative Auswirkungen für den Ruf des Landes sieht. Der Vorsitzende des isländischen Tourismusverbandes findet, es ist an der Zeit dass die Regierung die Auswirkungen auf den Tourismus ernstnehme, berichtet Vísir.
Etwa 35 Prozent der Befragten sprach sich gegen die Jagd auf Finnwale aus, 33 Prozent sind dafür, ein Drittel hat keine Meinung. Aber nur 20 Prozent der Isländer halten den Walfang für wichtig für die isländische Wirtschaft.

Walfang setzt Island international in schlechtes Licht
Jóhannes Þór Skúlason, der Geschäftsführer des Tourismusverbandes, sieht in der Umfrage eine klare Veränderung zum Vorjahresergebnis, und zwar zum Schlechteren. Sein Verband habe stets auf die negativen Effekte und die Rufschädigung hingewiesen. Urlauber würden Island als Reiseziel meiden, solange der Walfang betrieben werde, und die negative Berichterstattung ausländischer Medien zum Walfang, vor allem der BBC, CNN und der Süddeutschen Zeitung, tue ein Übriges, Island als Naturziel in düsteres Licht zu setzen.

Walfang und Blutstuten vergraulen Touristen
Erst im Februar diesen Jahres hatte die Vorsitzende des Tourismusverbandes, Bjarnheiður Hallsdóttir gesagt, Walfang und Blutstutenwirtschaft hätten die gleichen negativen Auswirkungen auf den Tourismus und würden Urlauber von einer Islandreise und vom Kauf isländischer Erzeugnisse abhalten.
Sie verlangte von der Regierung, das Gesamtinteresse Islands zu prüfen und rechnete vor, dass die Jahreseinnahmen des Blutaufkäufers von zwei Milliarden ISK den Einnahmen durch 7700 Islandtouristen entsprächen.

Landwirtschaftsministerin Svandís Svavarsdóttir hatte zu Jahresbeginn eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die über die Zukunft des isländischen Walfangs entscheiden soll. Die diesjährige Fangsaison steht unmittelbar bevor, eine Entscheidung ist noch nicht bekanntgegeben worden,

Eine weitere von der Ministerin eingesetzte Arbeitsgruppe, diesmal zum Thema Blutstuten, hatte Anfang Juni ihr Gutachten termingerecht abgegeben. Auf Grundlage der Ergebnisse hatte Svandís die Blutwirtschaft für weitere drei Jahre genehmigt, allerdings mit weitaus strengeren Auflagen für alle Beteiligten.
Einen Tag vor der Entscheidung hatten Tierschutzverbände eine Unterschriftenliste aus dem deutschsprachigen Ausland im Ministerium überreicht.

Maskenpflicht in der Uniklinik, COVID-Zahlen steigen

landspitali national university hospital iceland

Die Universitätsklinik Landspítali und die Klinik in Akureyri haben wieder Hygienemassnahmen eingeführt, weil die Zahl der COVID-19 Patienten erneut ansteigt, berichtet RÚV.
So dürfen stationäre Patienten nur noch von einer Person für die Dauer von einer Stunde besucht werden, ausserdem muss das Pflegepersonal wieder einen Mundnasenschutz im Klinikgebäude tragen. Diese Information wurde heute von der Seuchen- und Einsatzleitung der Klinik bekanntgegeben.

Mit dem heutigen Tag befinden sich im Landspítali 30 Patienten mit COVID-19 in stationärer Behandlung, zwei von ihnen liegen auf der Intensivstation, einer am Beatmungsgerät.
Der Anstieg der Einweisungen passt zum Anstieg der Fallzahlen in der Gesellschaft, daher griff man am Mittag zu den Massnahmen.
Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason gab an, Einschränkungen für die Öffentlichkeit seien erst mal nicht wahrscheinlich.

 

Alþingi stimmt dem 3. Energierahmenplan zu

Ferðamenn, Norðurland

Die dritte Ausführung des Energierahmenplanes ist gestern mit 34 Ja-Stimmen gegen sieben Nein-Stimmen und 15 Enthaltungen vom Parlament angenommen worden. Der Minister für Umwelt und Energiepolitik war nicht anwesend.
Zehn Jahre ist es her, dass der letzte Rahmenplan verabschiedet worden war, und ähnlich kontrovers war der diskutiert worden, denn grob entscheidet dieser Plan, welche Flüsse gestaut werden und damit Wasserfälle verschwinden, und welche Flussregionen vor dem Kraftwerksbau geschützt werden.
Vor der Abstimmung hatte der Umwelt- und Verkehrsausschuss Kompromisse eingebracht, die vor allem von Umweltschützern und einer Minderheit im Parlament scharf gerügt und als Kuhhandel bezeichnet worden waren.

Kontroversen um den Rahmenplan
Im Energierahmenplan gibt es drei Kraftwerkskategorien: eine für Orte, die sich für ein Kraftwerk eignen und gebaut werden können, eine Kategorie für Orte in einer Warteschleife, weil für die Eignung weitere Daten fehlen, und eine Kategorie für Orte, die so unter Schutz stehen, dass dort kein Kraftwerksbau möglich ist.
Die Mehrheit im Umwelt- und Verkehrsauschuss hatte kürzlich ihr Gutachten veröffentlicht, und der erwähnte Kompromiss zeigt sich darin, dass die Stauwerke Kjalölduveita und Héraðsvötn aus der Schutzkategorie in die Wartekategorie gesetzt werden, dafür wandern Skrokkalda und die Kraftwerke an der unteren Þjórsá von der Nutzungskategorie zurück in die Warteschleife.
Vertreter der Umweltagentur hatten geäussert, es gebe keine neuen Daten, mit denen die Verschiebung von Skrokkalda und untere Þjórsá von der Nutzungs- in die Wartekategorie rechtfertigt werden könne, und dass diese Verschiebung nichts als Kuhhandel und eine rein politische Entscheidung sei.

Linksgrüner stimmt gegen seine eigene Partei
Drei Oppositionsparteien im Parlament hatten vorgeschlagen, den Rahmenplan so zu ergänzen, dass Héraðsvötn und Kjalölduveita in der Schutzkategorie bleiben. Dieser Vorschlag wurde mit 33 gegen 21 Stimmen abgelehnt. Ein Abgeordneter enthielt sich der Stimme, und ein Abgeordneter der Linksgrünen, Bjarni Jónsson, stimmte für die Ergänzung. Bjarni ist einer von zwei linksgrünen Vertretern im Umweltausschuss, und er hatte sich geweigert, das Gutachten zum Rahmenplan zu unterzeichnen, weil seine Partei Héraðsvötn in die Wartekategorie verschoben hatte.

Orri Páll Jóhannesson, der andere Linksgrüne im Ausschuss, sagte RÚV gegenüber: “Wenn wir die Wartekategorie ausweiten müssen, um sie durchs Parlament zu bringen, dann bleibe ich bei der Entscheidung auf Grundlage des Gutachtens, wonach Kraftwerksoptionen in der Wartekategorie erneut geprüft werden.” Zum Thema Héraðsvötn und Kjalölduveita gab Orri zu, dass diese Flüsse durchaus schützenswert seien, dass es da aber eine Kontroverse gebe und man die Sache eingehender prüfen müsse. Das Verschieben der beiden Flüsse in die Wartekategorie bedeute absolut nicht, dass sie gleich darauf in die Nutzungskategorie gehen würden.