Mutter spricht über racial profiling

Claudia Ashanie Wilson

Claudia Ashanie Wilson ist zutiefst bestürzt darüber, dass die Polizei ihren 16-jährigen Sohn gleich zweimal mit einem entflohenen Straftäter ähnlicher Hautfarbe verwechselt hat. Sie sagte RÚV gegenüber, sie hoffe dass die isländische Polizei und die Gesellschaft von diesem Vorfall Lehren zögen.
Nachdem vor dem Wochenende ein 20-jähriger Straftäter der Polizei entwischt war, hatte man ihn zur Fahndung ausgeschrieben. In dem Zusammenhang traf die Polizei gleich zweimal auf Claudias Sohn. Einmal wurde er nach einem Hinweis aus der Bevölkerung von einer schwerbewaffneten Spezialeinheit im Bus fälschlicherweise angehalten. Dieser Vorfall erregte öffentlichen Unmut, weil sich die beiden jungen Männer ausser bei der Hautfarbe nicht im geringsten ähneln. Am folgenden Tag wurde Claudias Sohn ein weiteres Mal angehalten, diesmal befand er sich in Begleitung seiner Mutter in einer Bäckerei, und wieder rückte die Spezialeinheit nach einem Hinweis aus der Bevölkerung an.

“Worte, die eine schwarze Mutter niemals hören will”
“Um es mal kurz zu sagen, das war ein totaler Alptraum. Mein unschuldiges Kind ist da in sehr gefährliche und bedrohliche Situationen gebracht worden, nur wegen seiner Hautfarbe,” sagt Claudia. “Ich habe das vielleicht schon mal gesagt, aber es gibt drei Worte, die eine schwarze Mutter niemals im gleichen Satz hören will, das sind ‘Polizei’, ‘Waffen’ und ‘dein Kind’.”
Claudia ist in Island als Anwältin für Menschenrechte tätig. Sie sagt, sie sei für das starke Unterstützungsnetz ihrer Familie dankbar. “Er bekommt die notwendige Traumahilfe und er ist in der glücklichen Lage, gleich zwei Mütter und zwei Väter sowie Freunde und Familie zu haben, die sich alle um ihn kümmern.”

Vorfall mit einer Lektion
Claudia bezeichnet den Vorfall als demütigend, doch trotz des Traumas, den er ausgelöst hat, könne man dennoch auch von ihm lernen. “Es gibt viel zu viele Geschichten darüber, ich würde sagen, die Vorgehensweise der Polizei gegenüber Kindern ausländischer Herkunft, und vor allen Dingen den Kindern, denen man die ausländische Herkunft ansieht. Das allein schon kann zu Misstrauen gegenüber der Polizei führen, und ich denke, das möchte niemand.”

In ihrer Tätigkeit als Anwältin für Menschenrechte habe sie wiederholt gehört, dass es innerhalb der isländischen Polizei racial profiling gebe. Das müsse ausgemerzt werden. Die Polizei habe in diesem Fall Fehler begangen, was das Vertrauen der Öffentlichkeit mindere. “Wir werden keine Probleme lösen, indem wir den Elefant im Raum ignorieren. Wir müssen da zusammenarbeiten, das ist ein soziales Thema, für das wir alle Verantwortung tragen.”

 

Vogelgrippe breitet sich in Island weiter aus

súlur súla gannets

In der vergangenen Woche sind acht von 15 Proben positiv auf die Vogelgrippe getestet worden, informiert die isländische Veterinätaufsichtsbehörde. MAST hat alle Geflügelhalter aufgefordert, ihre Vögel vor der ansteckenden Krankheit sicher unterzubringen. Bislang gilt das Infektionsrisiko für den Menschen und andere Säugetiere jedoch als eher gering, auch Katzen und Hunde gelten als nicht gefährdet.
Die acht positiven Proben stammten aus drei verschiedenen Regionen des Landes: drei kamen von Basstölpeln aus Njarðvík und Grindavík, drei von Basstölpeln aus Snæfellsnes, einer stammte von einer Graugans aus Akureyri, und eine von einer Mantelmöve aus Húsavík. Die ersten positiven Proben waren Anfang des Monats bestätigt worden, damals war ein verendeter Rabe neben einem privaten Hühnerstall gefunden worden, mehrere Hühner waren daraufhin erkrankt und hatten gekeult werden müssen.

Ansteckungsgefahr für Hausgeflügel
“Es ist klar, dass die Vogelgrippe diesmal bei den Wildvögeln weitverbreitet auftritt, daher ist das Risiko für Geflügel hoch,” heisst es in der Meldung von MAST. “Am meisten sind Vögel dem Risiko einer Ansteckung ausgesetzt, die draussen gehalten werden, oder in Gebäuden ohne ausreichenden Infektionsschutz.”
Zum Schutz vor einer Ansteckung sollten Geflügelhalter daher ihre Tiere in geschlossenen Gebäuden oder unter einem festen Dach halten, damit sie nicht mit den Wildvögeln oder deren Ausscheidungen in Berührung kommen. Beschäftigte in der Landwirtschaft sollten ihre Schuhe wechseln und bei der Versorgung von Geflügel Schutzkleidung tragen. Futter- und Wassertröge und anderes Gerät sollte nur in einem Stall genutzt werden.
Wer verendete Vögel findet, sollte sie entweder gar nicht anfassen, oder nur mit Handschuhen, in eine Plastiktüte stecken und den Fund den Behörden melden.