Wikingerdrama The Northman premierte in London

the northman film

The Northman, ein Spielfilm aus der Feder des isländischen Dichters Sjón und Robert Eggers, hatte in London gestern Premiere. Der “Wikinger-Rachefilm” zeigt auch isländische Schauspiler vor der Kamera, unter anderem die Sängerin Björk. The Northman wurde vom Publikum gut aufgenommen, ein Kritiker nannte ihn “spektakulär” und “visuell erstaunlich”.

Eine Riege bekannter Namen schlüpft in Wikingerkleidung, darunter Willem Dafoe, Nicole Kidman, und Alexander Skarsgård als Prinz Amleth, die Hauptperson des Films. Ausserdem sind die Isländer Ingvar E. Sigurðsson und Hafþór Júlíus Björnsson zu sehen.

Björk in The Northman
A screenshot from the official trailer of The Northman / YouTube

Der Film erzählt die Lebensgeschichte von Prinz Amleth, der sich aufmacht, seinen ermordeten Vater zu rächen. Der Mörder ist niemand anderes als der Onkel des Prinzen, der die Mutter des Jungen entführt. Das Drehbuch basiert auf einer skandinavischen Legende, die auch Shakespeare zu seinem Hamlet inspirierte.
In Island hat The Northman am 14. April Kinopremiere. Hier gibt’s den Trailer zum Film.

 

Minister wegen rassistischer Bemerkung scharf kritisiert

Sigurður Ingi Jóhannsson

Infrastrukturminister Sigurður Ingi Jóhannsson sieht sich harscher Kritik wegen einer rassistischen Äusserung ausgesetzt, die er auf der Jahrestagung des Bauernverbands in der vergangenen Woche hatte fallenlassen. Oppositionsprolitiker und die Öffentlichkeit haben die Bemerkung kritisiert, und Rücktrittsforderungen wurden laut. Der Minister, der auch als Vorsitzender der Fortschrittspartei fungiert, hatte in der Folge eine schriftliche Entschuldigung auf seiner Facebookseite veröffentlicht und verweigerte tagelang weitere Kommentare.

DV berichtet, dass Sigurður Ingi die Geschäftsführerin des Bauernverbandes, Vigdís Häsler, als “die schwarze da” bezeichnet habe. Vigdís ist Isländerin, aber in Indonesien geboren und adoptiert. Sigurður Ingis Assistentin hatte gleich nach dem Vorfall angegeben, die Bemerkung sei nicht gefallen und sie “totalen Blödsinn” genannt. Nachdem Vigdís den Vorfall in einem Facebookbeitrag beschrieb, kam vom Minister kurz darauf die Entschuldigung.
Heute Morgen schliesslich gab er an, der Vorfall habe sich in der Folge einer feuchtfröhlichen Feier ereignet, und er sei von Teilnehmern zu Aktionen genötigt worden, an denen er eigentlich nicht habe partizipieren wollen. Die rassistische Bemerkung sei im Zusammenhang mit einem Gruppenfoto gefallen.

Kritik aus der Öffentlichkeit
Der Minister ist für seinen Ausfall in der Öffentlichkeit scharf kritisiert worden. Viele forderten seinen Rücktritt, weil derartige Bemerkungen eines Ministers unwürdig seien. Rücktritssforderungen kamen auch aus der Opposition. Die Abgeordnete der Piraten, Halldóra Mogensen, sagte vor dem Parlament, diese Bemerkung könnte als Gesetzesbruch ausgelegt werden. Abgeordnete aus der Reformpartei erkundigten sich bei der Ministerpräsidentin, ob sie es nicht für offensichtlich halte, dass Sigurður Ingis Bemerkung ein Verstoss gegen die Ethikregeln für Abgeordnete und Minister sei.

Reaktionen aus der Politik
In ihrer Antwort gab Premierministerin Katrín Jakobsdóttir an, Sigurður Ingis Entschuldigung zeige, dass die Bemerkung inakzeptabel gewesen sei und nicht haben fallen dürfen. “Ich bestreite die Worte gegen die Geschäftsführerin des Bauernverbandes nicht, aber wir müssen auch akzeptieren können, wenn Leute sich entschuldigen,” sagte Katrín.
Nach einer Kabinettssitzung am Morgen bezeichnete Finanzminister Bjarni Benediktsson die Bemerkung als “einfach sehr unglücklichen Vorfall.” Weder er noch die Ministerin für Hochschule, Wissenschaft und Innovation, Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir, wollte sich dazu äussern, ob der Ansicht seien dass Sigurður Ingi zurücktreten sollte.
Vigdís hatte schon zuvor angegeben, dass sie sich zu dem Vorfall nicht mehr äussern werde.

 

Ungewöhnlich nasser Winter 2021/22

Der gerade vergangene Winter ist der niederschlagsreichste seit Menschengedenken gewesen, berichtet RÚV. In der Hauptstadt hatte es ungewöhnlich wenig Sonnenstunden gegeben, dafür ungewöhnlich viele in Akureyri.
Im Süden, Südosten und im Westland wurden Rekordmengen an Niederschlag gemessen. Allein in Reykjavík ist die Niederschlagsmenge dreimal so hoch gewesen wie im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre, und der März war der nasseste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Nur viermal war mehr Niederschlag gemessen worden, im November 1993, im Februar 1921, im Januar 1907 und im November 1958. An 14 Tagen hatte die Hauptstadt unter einer Schneedecke gelegen, fünf Tage mehr als im Durchschnitt. Im Norden der Insel hingegen fehlte der Schnee, Akureyri sah nur 11 verschneite Tage, fünf weniger als im Durchschnitt zwischen den Jahren 1991 bis 2020.

Ungewöhnlich warmer Winter
Nicht nur nass sondern auch warm ist es in diesem Winter gewesen, und zwar im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre. Die Durchschnittstemperatur in Reykjavík lag bei 2,5 Grad, Akureyri brachte 1,9 Grad. Die höchste Temperatur betrug 18,6 Grad, sie wurde am 26. März am Kvísker gemessen. Am kältesten war es am 14. März mit -16,6 Grad am Kárahnjúkarvirkjun, im bewohnten Gebiet erreichte Svartárkot einen Rekord mit -15,3 Grad am 2. März.

Düsterer Hauptstadtwinter
In Reykjavík hat sich die Sonne nur selten blicken lassen, dort wurden 68 Sonnenstunden gemessen, 42 Stunden unter dem Durchschnitt. In Akureyri gab es hingegen 112 Sonnenstunden, 34 mehr als sonst und neuer Rekord seit dem Jahr 1996.
Damit ist klar dass der Winter 2021/22 vor allem zwischen Januar und März mit Fug und Recht als schlecht bezeichnet werden darf.
Im gesamten Februar führten die Niederschläge zu massiven Verkehrsbehinderungen, vielerorts hatten Teile der Ringstrasse immer wieder gesperrt werden müssen, weil die Räumfahrzeuge die Schneemassen nicht bewältigen konnten.