Bedrohung von Journalisten an der Tagesordnung

Jeder vierte Journalist in Island ist während seiner Tätigkeit schon einmal bedroht worden. Das sagte der Journalismusdozent Friðrik Þór Guðmundsson von der Universität Islands RÚV gegenüber in einem Interview.
Körperliche Gewalt kommt eher selten vor, aber verbale und elektonische Drohungen, wie etwa mit Nachrichten und Telefonanrufen unter anderem von Reichen und Mächtigen seien üblich. Friðrik zufolge haben Untersuchungen gezeigt, dass diese Einschüchterungsversuche und Bedrohungen gegen Journalisten weitaus üblicher sind als die Öffentlichkeit sich klar macht, Dies sei sehr besorgniserregend.

Journalistenpreise für herausragende Reportagen
Gestern war Tag der Journalisten, und viele Redaktionen hatten ihre Türen für die Allgemeinheit geöffnet und stellten ihre Arbeit vor. Auch der Journalistenpreis 2021 wurde verliehen.
Er ging in diesem Jahr an den Journalisten Aðalsteinn Kjartansson vom Magazin Stundin für seine Reportage über Eigentumsverhältnisse isländischer Fischereiunternehmen und über die sogenannte Guerilla-Division des Fischereimulti Samherji. Aðalsteinn war im Rahmen seiner journalistischen Arbeit zum Thema im Herbst vor Gericht zitiert worden und hatte dabei den Status eines Angeklagten erhalten.
Sunna Karen Sigurþórsdóttir, Journalistin bei Stöð 2, Bylgjan und Vísir wurde für ihre Berichterstattung über unzumutbare Behandlungen am Lebensende durch einen Arzt am Gesundheitszentrum in Suðurnes geehrt.
Arnar Þór Ingólfsson und Þórður Snær Júlíusson vom Magazin Kjarninn erhielten den Preis für Investigativen Journalismus des Jahres für Reportagen zur sogenannten Guerilla-Division des Fischereimultis Samherji.
Ásdís Ásgeirsdóttir vom Morgunblaðið wurde mit dem Preis für das Interview des Jahres geehrt für ihr Interview mit Óli Björn Pétursson über grobe sexuelle Gewalt in dessen Kindheit.