Bettenmangel trotz neuer Klinik

landspítali hospital

Für das Jahr 2040 ist einer neuen Studie zufolge mit einem eklatanten Mangel an Klinikbetten zu rechnen, obwohl dann das neue Krankenhaus an der Hringbraut in Reykjavík längst in Betrieb genommen sein wird. Der Leiter der neuen Klinik hofft, der Krieg in der Ukraine bringe keine Verzögerungen für den Neubau.
Am 18. März hatte das Gesundheitsministerium eine Studie zur Zukunftsentwicklung der Universitätsklinik (Landspítali) veröffentlicht. Sie basiert auf Daten aus dem Jahr 2019.
Demnach wird der Bedarf für Klinikbetten in Island im Jahr 2040 um 80 Prozent steigen. Verantwortlich dafür sind vor allem demografische Gründe: die zunehmende Alterung der Bevölkerung und ein Anwachsen der Gesamtbevölkerung um 18 Prozent in den kommenden 18 Jahren. Rechnet man diese Zahlen mit ein, hätte das Gesundheitswesen trotz Errichtung der neuen Klinik in 2040 nur die Hälfte der benötigten Betten zur Verfügung, wenn keine weiteren Anstrengungen unternommen werden.
Der Studie nach könnte das Gesundheitswesen den Mangel bewältigen, indem es Landzeitpflege und Grundversorgung vom Landspítali in ein “besser geeignetes Gesundheitsumfeld” verlagere. Die Behörden müssten dann 240 Betten in häuslicher Pflege und Einrichtungen für ältere Menschen und Rehabilitation schaffen.

In einem Interview mit RÚV mahnte der Leiter der Universitätsklinik, Runólfur Pálsson, die Zeit dränge.
“Jeder kennt die derzeitige Situation in Bezug auf Klinikbetten,” meinte Runólfur. “Auch der Personalmangel ist ein wachsender Grund zur Besorgnis. Wir hätten viel früher handeln müssen, die Vorbereitungszeit für den Bau des neuen Krankenhauses ist viel zu lang gewesen.”
Am Pflegenotstand in der Klinik hat sich trotz Abebben der COVID-Welle nur wenig geändert, auch weiterhin fehlt es an Klinikbetten, und jeden Tag warten 30 Patienten in der Notaufnahme auf ein stationäres Bett.
Hinzu kommen Krankheitsfälle beim Pflegepersonal, sei es durch COVID, Grippe oder stressbedingte Krankmeldungen.
Bislang waren die Bauarbeiten an dem neuen Klinikgebäude jedoch nach Plan verlaufen, wie der Leiter der neuen Klinik, Gunnar Svavarsson bestätigte. Verzögerungen könnte es allerdings durch den Krieg in der Ukraine geben, denn derzeit könne kein Stahl aus dem Land importiert werden.

Skál! Bald könnten Brauereien ausschenken dürfen

Eine neue gesetzliche Bestimmung würde Kleinbrauereien erlauben, ihr Bier vor Ort zu verkaufen. Wie Vísir berichtet, hatte Justizminister Jón Gunnarsson die Bestimmung vorgelegt, nach der Brauereien Bier in Flaschen an Besucher abverkaufen dürften, und zwar ohne komplizierte Bürokratie wie etwa die Beantragung einer Ausschanklizenz oder das Eröffnen eines Lokals mit Alkohollizenz vor Ort.

Ein ähnlicher Vorschlag war schon von Amtsvorgängerin Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir gekommen, jedoch dem Protest der staatlichen Alkoholbehörde ÁTVR zum Opfer gefallen. Damals war argumentiert worden, die vorgeschlagenen Änderungen würden die staatlich betriebenen Alkoholläden benachteiligen.

Gerade erst hatte ÁTVR eine Schlappe einstecken müssen, als das Reykjavíker Bezirksgericht in dem Fall ÁTVR gegen Sante ehf, Santewine SAS und Bjórland zugunsten der drei online operierenden Grosshändler urteilte, die ausserhalb des staatlichen Monopols Alkohol verkaufen. ÁTVR hatte verlangt, dass diese Unternehmen ihren Betrieb einstellen, weil ÁTVR exklusive Rechte am Alkoholverkauf in Island hält.

Die Alkoholbehörde hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Finanzminister Bjarni Benediktsson, in dessen ministerieller Verantwortung ÁTVR steht, hatte jedoch zuvor bereits angegeben, er würde die neue Bestimmung sogar gerne noch weiter gehen lassen, damit traditionelle Onlinegeschäfte für Alkohol in Island erlaubt würden.