Reykjavík wird Kulisse für Spionagethriller

Reykjavík pond

Island erfreut sich auch weiterhin grosser Beliebtheit bei der internationalen Filmindustrie. Kürzlich etwa drehte ein Filmteam Szenen für einen Arnaldur Indriðason-Krimi in der Secret Lagoon in Flúðir, Ende März wird die Strasse zum Kleifarvatn für drei Tage wegen Dreharbeiten gesperrt, und Anfang April dreht das TrueNorth Team dann in Downtown Reykjavík Szenen für den Spionagethriller Heart of Stone, einer Regiearbeit von Tom Harper, der dann beim Streaminganbieter Netflix zu sehen sein wird.

Leifur B. Dagfinnsson, der Produzent von TrueNorth, meint, Heart of Stone werde zu einer riesige Werbekampagne für Reykjavík und Island.
Wegen komplizierter Aufnahmen müssen einer Mitteilung der Stadtverwaltung zufolge Frakkastígur, Sæbraut und das Gebiet um die Konzerthalle Harpa für mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt werden. Das Drehteam besteht aus 600 Mann, hinzu kommen über 300 Schauspieler und Nebendarsteller.
Leifur sagte Vísir, der Umfang der Dreharbeiten sei vergleichbar mit denen für Flags of our Fathers von Clint Eastwood, der seinerzeit in Sandgerði aufgenommen worden war. Dieser Film war nur einer von vielen, die teilweise zur gleichen Zeit in Island gedreht wurden, wie etwa Tomb Raider, Batman Begins und der James Bond-Film Die Another Day.

Auch Einer Hansen Tómasson von der Marketingabteilung der Tourismusbehörde sieht in Spielfilmen eine hervorragende Werbung für das Land als Reiseziel. „Das ist natürlich eine gute PR für Stadt und Land. Diese Projekte haben gezeigt, dass sie Touristen ins Land ziehen,“ erklärte er. Dabei sei es wichtig dass die Dreharbeiten nicht nur in der Natur stattfänden, sondern auch in den Städten und Orten, und das gebe es nun immer öfter.
Nicht nur Netflixzuschauer haben am Ende etwas von den Dreharbeiten, sondern auch Hotels und Restaurants, denn das 1000 Mann starke Drehteam von TrueNorth muss ja angemessen übernachten und mindestens einmal am Tag mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden.

Erste ukrainische Flüchtlinge wurden in Island krankenversichert

landspítali hospital

Zwanzig ukrainische Flüchtlinge sind gestern in die isländische Krankenversicherung aufgenommen worden. Damit können sie jetzt sämtliche medizinischen Versorgungsleistungen in Anspruch nehmen. Die Krankenversicherung hatte angekündigt, Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet bevorzugt zu behandeln, und am Mittwoch hatten die ersten 20 Personen die entsprechenden Dokumente erhalten. Noch am gleichen Tag waren sie bei der Versicherung registriert worden.

“Die Aufnahme dieser Flüchtlinge ist eine große gesamtgesellschaftliche Aufgabe, nicht zuletzt für das Gesundheitswesen. Wir haben uns um eine schnelle Registrierung bemüht, damit diese gefährdete Gruppe einfachen Zugang zur Gesundheitsversorgung hat, da zu erwarten ist, dass viele innerhalb dieser Gruppe dringend ganz unterschiedliche Hilfe benötigen. Es gibt viele Säuglinge in der Gruppe und sie sind Teil der hervorragenden Säuglingsvorsorge, die wir in diesem Land haben. Die Vorbereitung ist sehr erfolgreich gelaufen und wir haben gut mit dem Roten Kreuz, der Einwanderungsbehörde, dem Gesundheitsdienst, dem Einwohnermeldeamt, isländischen Freiwilligen und allen anderen Beteiligten kooperiert.“ schrieb María Heimisdóttir, die Direktorin der isländischen Krankenversicherung auf der Webseite der IHI.
In der Erklärung heisst es weiter, dass die Flüchtlinge genau wie alle anderen Menschen in Island jederzeit Zugang zu Notfallversorgung haben, ganz gleich, ob sie in der Krankenversicherung registriert sind oder nicht.

Die Krankenversicherung wird sich auch an der Aufnahme von Flüchtlingen in der neuen Ambulanz von Domus Medica in Reykjavík beteiligen. Dort soll ein Vertreter der Krankenversicherung Informationen zu medizinischen Hilfsmitteln, Rabattkarten für Medikamente und zu Zuzahlungen im Gesundheistwesen erteilen.
IHI hat seit dem Tag, als feststand, dass Island Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen würde, mit den Krankenversicherungen in Europa zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass die Flüchtenden Zugang zu nationalen Gesundheitssystem haben: eine komplizierte Aufgabe, immerhin befinden sich inzwischen Millionen von Menschen auf der Flucht.
“Die Zusammenarbeit wird weitergehen; die meisten Flüchtlinge wollen in ihr Heimatland zurückkehren, sobald der Krieg vorüber ist,” heisst es in der Erklärung.