Kleinstes Fablab Islands steht in Hólmavík

Ein Ehepaar, das lieber Werkzeug als Klamotten und Autos kauft, hat das kleinste Fablab Islands in Hólmavík in Strandir eröffnet. Sie hoffen, dass die kleine Hightechwerkstatt unter Beweis stellen kann, dass eine solche Unternehmung auch den kleinsten Dorfgemeinschaften Nutzen bringt.
Das neue Fablab befindet sich in der Sýsla, einer Werkstatt im alten Amtsbüro in Hólmavík. Dort kann man seine Träume Wirklichkeit werden lassen, zumindest den bastlerischen. Ásta Þórisdóttir und Svanur Kristjánsson hatten die Werkstatt eröffnet, nachdem sie jahrelang alle möglichen Werkzeuge und Maschinen angesammelt hatten, berichtet RÚV.
„Unser Geld fliesst halt nicht in tolle Autos oder schicke Klamotten. Das geht alles in Werkzeug. Da kam eines Tages die Frage auf, ob wir nicht versuchen sollten, das für die Dorfgemeinschaft zu nutzen, nachdem wir nun alle Werkzeuge und Geräte besassen, die ein übliches Fablab so anbietet,“ erklärt Ásta.
Die ersten Wochen sind prima gelaufen, und den Leuten von Strandir scheinen die Bastelideen nicht auszugehen. „Das ist einfach grossartig, die alle hier einzuladen. Kommt und schaut und probiert aus!“

Einziges privat betriebes Fablab
Der Aufbaufonds der Westfjorde lieferte eine finanzielle Unterstützung für das Projekt. Ein Jahr lang soll damit eine normale Öffnungszeit gesichert werden. Und inzwischen ist das Fablab-Strandir Teil eines Fablab-Makernetzwerkes geworden.
“Wir leben natürlich in einer Region, die so eine Werkstatt niemals bekommen würde. Das Gebiet ist einfach zu klein, es gibt zuwenig Einwohner, die sowas aufsuchen würden. Damit ist das das einzige privat betriebene Fablab in Island,” sagt Werkzeugbesitzerin Ásta stolz.

Aber gerade dort wo es nur wenig Einwohner und wenig Maschinen und Werkzeuge in den Häusern gibt, beweist ein Fablab eben seinen Wert.
“In meinen wildesten Träumen wird das gut besucht und die Leute nutzen es. Dann haben wir auch eine Grundlage, um zu zeigen, dass es dafür einen Bedarf gibt, und das kommt auch kleinen Siedlungsgemeinschaften zugute“, sagt sie.

Das erste Fablab in Island war im Jahr 2008 auf den Westmännerinseln geschaffen worden. Weltweit gab es damals 38 solcher Einrichtungen. Im Jahr 2021 waren ihre Zahl auf 1900 angewachsen, in Island gab es sieben. Mit Ástas und Svanurs Fablab sind es nun acht.

Goldregenpfeifer gesichtet, Frühling im Anmarsch

Golden Plover Iceland

Islands Frühlingsbote, der Goldregenpfeifer (heiðlóa) ist auf der Insel angekommen. Die ersten Exemplare des Zugvogels wurden im Südosten gestern erspäht, wie die ostisländische Vogelwarte meldet. Auch andere Zugvögel sind bereits gesichtet worden, wie die Blässgans und die Kleine Rietgans auf ihrem Weg zu den Brutplätzen. Island ist für viele Vogelarten das wichtigste Brutgebiet überhaupt: ein Drittel der Weltpopulation des Goldregenpfeifers etwa brütet auf der Insel.

Der Winter 2021/22 ist besonders schneereich und stürmisch gewesen. Erst im letzten Monat war die Insel von einer Reihe von Stürmen heimgesucht worden, und Reykjavík hatte Rekordschneefälle erlebt. Mancherorts gab es keine Schneeschaufeln mehr zu kaufen, und auch die Schneefräsen wurden knapp.
Wo auch in diesen Tagen viele Landesteile noch im Schnee versinken, schenkt der Anblick der heiðlóa Hoffnung auf einen nahen Frühling.

Hrísey stellt Verhaltensregeln für Kreuzfahrttouristen zusammen

Die Bewohner der Insel Hrísey in Nordisland haben einen Wegweiser zusammengestellt, der den Kreuzfahrttouristen im Sommer helfen soll, Einwohnern und Natur den nötigen Respekt erweisen. Mit dieser Liste von Verhaltensregeln erwartet die Vorsitzende des örtlichen Tourismusverbandes sozusagen Vorbildtouristen im Sommer, berichtet RÚV.

Dazu gab es ein Vorbereitungstreffen von Tourismusverband, Interessensvertretern und dem Gemeinderat der Insel, um die Chancen zu erörtern, die die Kreuzfahrtschiffe für die kleine Insel bedeuten könnten. Dabei geht es auch um ein Projekt zusammen mit internationalen Verbänden für die Kleinkreuzschiffahrt.
Hrísey war erst während der COVID-19 Pandemie zu einem beliebten Ziel für kleine Fahrgastschiffe geworden, und in diesem Sommer werden mindestens zehn von ihnen erwartet. Linda María Ásgeirsdóttir vom regionalen Tourismusverband sagt, die Bewohner sähen in den Schiffen eine Chance für die lokale Wirtschaft, aber sie wollten sich gut darauf vorbereiten. Man müsse aufpassen, dass nicht zuviele Leute auf einmal kommen, zumal diese kleinen Schiffe in der Regel 200 Personen an Bord hätten.

Nun also gibt es schon mal eine Ideenliste, was alles in dem Verhaltensreiseführer stehen muss, bevor die ersten Kreuzfahrer Fuss an Land setzen. Eine Sorge der Insulaner gilt der Vogelwelt, auf die unbedingt Rücksicht genommen werden muss. Linda meint, da sich jedoch der grösste Teil der Insel ohnehin in Privatbesitz befinde, könnten die Gäste gar nicht überall herumlaufen. „Das soll auch nicht so sein, dass man gar nichts darf. Nur diese allgemeinen Regeln. Wir möchten nicht, dass unsere Kinder ohne Erlaubnis fotografiert werden. Dass die Leute nicht in die Gärten gehen. Ich meine, an manchen Orten ist es so, dass die Touristen in die Häuser gehen und vor den Fenstern herumhängen.“
Die Liste mit den Verhaltensregeln soll den Gästen ausgehändigt werden, bevor sie an Land gehen. Sie müssen sich verpflichten, die Regeln einzuhalten.
Linda ist optimistisch. “Wir werden hier nur Vorbildtouristen im Sommer haben,“ sagt sie überzeugt.