Dalabyggð mit schlechter oder keiner Telefonverbindung

horses, Mundaðstungu

So mancher Notfallknopf von Pflegebedürftigen funktioniert nur an bestimmten Stellen ihres Hauses, beklagt der Gemeinderatsvorsteher von Dalabyggð, wo viele Haushalte nur eine schlechte Telefonverbindung haben. Von den 976 gemeldeten Haushalten müssen 301 mit schlechter Mobilfunkverbindung leben, in 22 Häusern gibt es kaum oder überhaupt keine Mobilfunkverbindung.
Diese Informationen sind einer Antwort der Ministerin für Hochschule, Industrie und Innovation, Áslaug Arna Sigurbjörnsdóttir, auf eine parlamentarische Anfrage hin zu entnehmen.
Gemeinderatsvorsteher Eyjólfur Ingvi Bjarnason erklärt, dass was als phasenweise Verbindung kategorisiert werde, sei in Wirklichkeit eine sehr schlechte Verbindung. “Damit meint das Ministerium, dass es möglicherweise draussen ganz gute Verbindung gibt, und drinnen an einem Fenster des Hauses. Die Leute können also nicht überall im Haus telefonieren.” sagte Eyjólfur im Morgenradio.

Die schlechte Verbindung verursache Unsicherheit und wirke sich auf das Alltagsleben aus. “Hier werden ja Betriebe geführt, hier gibt es kleine Tourismusunternehmen, und da kann man Kunden nicht antworten. Wenn etwas in der Schule passiert, können die Lehrer oft die Eltern nicht erreichen. Hier wohnen viele ältere Leute, und viele helfen sich im Alltag mit einem Notfallknopf, und wenn ihnen etwas passiert, dann müssen sie sich am richtigen Ort im Haus befinden, um Verbindung für den Notruf zu haben,” erklärte der Gemeindevorsteher.
Als sei das nicht genug, ist auch die Stromversorgung nicht gesichert. Seit Jahresbeginn habe er achtmal ohne Strom dagesessen.
“Die Antwort, die wir bekommen, ist die, dass wir die 112 immer erreichen, wenn wir nur am richtigen Ort sind. Ist das das Mindestmass im Jahr 2022? Wir finden nicht. Wir wollen natürlich die gleichen Dienstleistungen haben wie andere.”

Ausnahme für ukrainische Flüchtlinge: Haustiere dürfen nach Island

This cat is not Gunnlaugur

“Ukrainische Flüchtlinge haben unbeschreibliches Elend durchgemacht, daher ist es wichtig, dass wir sie auf menschliche Weise aufnehmen. Es ist nicht gut, sich unter diesen Umständen von seinen Tieren trennen zu müssen,“ sagte die Ministerin für Landwirtschaft und Lebensmittel, Svandís Svavarsdóttir. Sie hat entschieden, für den Import von Haustieren aus der Ukraine eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, berichtet das Fréttablaðið.
Zuvor waren Veterinäraufsichtsbehörde und die Isolationsstationen kontaktiert worden. Bei allen herrsche einer Mitteilung des Ministeriums zufolge guter Wille, passende Lösungen zu finden. Man geht davon aus, dass etwa ein Prozent der Menschen, die sich zur Zeit auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine befindet, Haustiere bei sich hat. Um diesem Umstand auf menschliche Weise zu begegnen, hat das Ministerium nun geprüft, wie man die Einfuhr dieser Haustiere ermöglichen könnte. Normalerweise dürfen Flüchtlinge und Asylbewerber keine Haustiere auf die Insel mitbringen.
Bei einer Konferenz von Tierärzten der nordischen Länder war kürzlich empfohlen worden, dass Mitgliedsstaaten der EU sich bei der Aufnahme von Haustieren aus der Ukraine flexibel zeigten. In der Folge hatten nordische Länder Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Drei Monate Isolation und Impfungen
Für die Einfuhr der genannten Haustiere gibt es jedoch strenge Vorschriften, denn in der Ukraine ist die Tollwut weit verbreitet. In Island gibt es keine Tollwut. Die Haustiere werden daher sofort in die Isolationsstationen transportiert, wo sie tierärztlich untersucht und gechipt werden. Ausserdem müssen sie gegen Tollwut geimpft werden, ein Antikörpertiter soll einen Monat später folgen. Wenn alle Ergebnisse zufriedenstellend ausfallen, muss das Haustier drei Monate in Quarantäne verbleiben und mindestens zweimal während dieser Zeit gegen Parasiten behandelt werden.

Afghanische Haustiere auf dem Weg in die USA
Anfang Februar hatte ein russisches Transportflugzeug in Keflavík Zwischenstop eingelegt, an Bord hatten sich 300 Haustiere befunden, die in Afghanistan herrenlos zurückgeblieben waren. 50 Hunde befanden sich im Besitz der US-Armee. Der Tierschutzbund SPCA hatte damals den Flug in die USA organisiert, wo die Hunde und Katzen ihren Hals über Kopf geflohenen Eigentümern übergeben werden sollten.
Da der Zwischenstop über 12 Stunden dauerte, hatten die Tiere jedes in seiner Transportkiste unter strengster Aufsicht ausgeladen und an Land versorgt werden müssen.
Auch Island hatte afghanische Flüchtlinge aufgenommen, zunächst 78 und dann noch einmal 70. Die Einfuhr von Haustieren der Flüchtlinge stand nach Angaben von Atli Viðar Thorstensen, einem Bereichsleiter beim Isländischen Roten Kreuz, jedoch nicht zur Debatte. “Wir kommen mit sozialer Unterstützung und haben bei Familienzusammenführungen geholfen, aber keine Haustiere.“ hatte Atli im Februar angegeben.

Ölpest in den Westfjorden: Umweltverbände verlangen Erklärung wegen toter Enten

Female eiderducks

Mehrere Umwelt- und Tierschutzverbände verlangen eine ordentliche Untersuchung der Ölpest in Suðureyri in den Westfjorden, die 208 Eiderenten das Leben gekostet hat, berichtet RÚV. Mitarbeiter des Naturkundeinstitutes der Westfjorde haben 140 Eiderentenkadaver im Súgandafjörður gefunden, dazu hatten 68 Enten euthanasiert werden müssen. Bei der Ölpest am 3. März waren etwa 9000 Liter Öl aus einem vergrabenen Öltank in Suðureyri ausgelaufen. Ein grosser Teil des Öls versickerte im Erdreich, viel gelangte jedoch auch an den Strand und in den Hafen, wo sich eine Eiderentenkolonie zur Nacht aufhielt.
Tagelang hatten Tierschützer ölverklebte Enten eingesammelt, gesäubert und aufgepäppelt. Am Ende hatte ein Tierarzt einen Grossteil der Enten eingeschläfert, weil sie seiner Ansicht nach keine Überlebenschancen hatten.

Verbände verlangen Erklärung von Behörden
Jetzt haben sich der Vegetarierbund, der Verband für Tierschutz in Island, die Umweltschutzorganisation Landvernd, der Vogelschutzbund und der Verband junger Umweltschützer gemeinsam zu Wort gemeldet und verurteilten die Zögerlichkeit der Behörden nach dem Umweltunfall.
„Wir glauben, dass Zögerlichkeit, falsche Einschätzung und die Reihenfolge falscher Entscheidungen den unnötigen Tod von hunderten von Eiderenten verursacht hat, die man hätte retten können, wenn Reinigungsarbeiten und Rettungseinsatz begonnen worden wären, sobald das Leck aufgefallen ist, gemäss einem gut vorbereiteten Einsatzplan,“ heisst es in der gemeinsamen Erklärung der Verbände.

Sie verlangen nun eine Erklärung vom Energieunternehmen Orkubú Vestfjarðar, der Umweltbehörde und dem Gesundheitsamt der Westfjorde zu den Verzögerungen bei den Rettungs- und Reinigungsarbeiten, die erst drei Tage nach Bekanntwerden des Lecks begannen. Auch Umwelt- und Enerhieminister Guðlaugur Þór Þórðarson wird in dem Brief verantwortlich gemacht. Er soll eine Untersuchung des Umweltunfalls veranlassen und einen Notfalleinsatzplan zur Rettung von Tieren im Fall einer Ölpest vorlegen.

Eiderenten sind geschütze, bedrohte Art
Die Umweltverbände weisen darauf hin, dass die Eiderenten unter Schutz stehen, und dass ihr Bestand in Europa sich in den vergangenen Jahrzehnten verringert hat. Der Eiderentenbestand steht auf der internationalen roten Liste der bedrohten Arten und in Europa auf der Liste bedrohter Vögel in relativer Gefahr.
Im Tierschutzgesetz geht es auch um die Verpflichtung zur Hilfe. Jeder der bemerkt, dass ein Tier krank oder verletzt ist, sich in einer Notlage befindet oder hilflos ist, muss dem Gesetz nach handeln und dem Tier nach besten Kräften helfen. Auch die Verpflichtung von Gemeinden ist gross, sie sind gesetzlich verpflichtet, sich darum zu kümmern, dass Tieren geholfen wird, die einem Umweltunfall zum Opfer fallen.

Vögel wurden entgegen Expertenrat eingeschläfert
In ihrem Brief weisen die Verbände darauf hin, dass sowohl der Vogelkundler Erpur Snær Hansen vom Naturkundeinstitut Suðurlands als auch Þorkell Heiðarsson, ein Experte des Reykjavíker Haustierzoos, ihre Beratung und Hilfe bei der Rettung der Enten angeboten hatten. Þorkell habe angegeben, es sei durchaus möglich, Vögel nach einer Ölpest zu retten, vor allem wenn sie die ersten zwei Tage überlebten. Am wichtigsten sei es, schnell zu reagieren, das hätten Rettungsversuche bei ähnlichen Unfällen im Ausland gezeigt.
“Man muss keinen ganzen Fjord voller Vögel töten. Ich finde es uglaublich, dass man da tatsächlich den Kammerjäger rufen muss,” kommentierte der Biologe Þorkell Heiðarsson.