Durchsichtige Mülltüten lehren Isländer das Mülltrennen

Die Einführung durchsichtiger Mülltüten im vergangenen Jahr hat offenbar ein wichtiges Ziel erreicht: Islands Bürger zum Müllsortieren zu erziehen. Wie Gunnar Dofri Ólafsson vom Müllverwertungsunternehmen Sorpa dem Fréttablaðið gegenüber sagt, sei die Menge an zu vernichtendem Müll seither um 1200 Tonnen gesunken.

An ihrem 30. Geburtstag, dem 26. April 2021, hatte die Sorpa angekündigt, keinen Müll in schwarzen Tüten mehr entgegenzunehmen, weil man den Inhalt der Tüten nicht sehen könne. Damit wollte man verhindern, dass wiederverwertbarer Müll entsorgt wird. Zuvor war nämlich fast die Hälfte des Müllaufkommens Recyclingmaterial gewesen, wie Pappe, Plastik, Kleidung und Elektrogeräte, was die Leute unsortiert in den Container warfen.
„Jetzt können unsere Mitarbeiter erkennen, was sich in den durchsichtigen Tüten befindet und die Leute darauf hinweisen, wohin dieser Müll gehört. Nun kann man sich nicht mehr hinter einer schwarzen Mülltüte verstecken,“ meint Gunnar.

Man kann natürlich trotzdem noch mit schwarzen Tüten zur Müllsammelstelle kommen, doch kostet das 500 Kronen pro abgegebener Tüte. „Und dann gibt es noch das Angebot, die Tüte auseinanderzunehmen und mit Hilfe des Mitarbeiters alles in den richtigen Container zu stecken.“ erklärt Gunnar die erzieherische Methode.
„Wir machen das nicht aus Spass. Wir haben die Aufgabe, den zu entsorgenden Müll zu reduzieren. Wir haben die Aufgabe, dabei zu helfen, ein Kreislaufsystem einzuführen. Wir haben die Aufgabe, die Müllverwertung zu verbessern, und wir sehen, dass das ein sehr guter und starker Weg dafür ist, und ich merke, dasss alle damit zufrieden sind.“

Die Mitarbeit der Bevölkerung sei hervorragend. Zahlen der Sorpa zufolge ist die verkaufte Anzahl der durchsichtigen Mülltüten stark gestiegen, von ehemals drei Prozent ist der Anteil dieser Tüten auf um die 50 Prozent gestiegen.
Auch die Gesamtmüllmenge ist zurückgegangen. Von Januar bis November 2020 lag sie bei 55.000 Tonnen, davon gingen 5800 Tonnen in die Restmüllcontainer. Ein Jahr später gab es nur noch 49.000 Tonnen Müll, von denen 4300 Tonnen im Restmüllcontainer landeten. Die Restmüllmenge fiel damit von 10,5 Prozent auf 8,8 Prozent innerhalb eines Jahres. Gunnar beobachtet, dass die Leute inzwischen viel bewusster an die Sache herangingen und sich bemühten, ihren Müll korrekt zu trennen.

 

Schleppnetzfang wird im Borgarfjörður eystra verboten

Das Ausbringen eines Grundschleppnetzes ist in der als „Schrank“ bezeichneten Meeresregion bei Glettinganes innerhalb der 12 Seemeilenzone vor der Küste des Borgarfjörður eystra nicht mehr gestattet, eine entsprechende Verordnung hat die Ministerin für Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei, Svandís Svavarsdóttir heute unterzeichnet. Damit soll die Fangmenge kleiner Fischerboote wie Ruderboote oder Leinenfangboote, erhöht werden.
In einer Mitteilung des Ministeriums heisst es, die Sperrung für andere Schiffe gelte von Juli bis Dezember, und während dieser Zeit sei der Fischfang mit Grundschleppnetzen in einem Gebiet von sechs bis 12 Meilen ausserhalb von Glettingarnes, dem südlichen Teil des Skápur, verboten.
Zuvor hatte die Gemeindeleitung des Borgarfjörður eystra sich an das Ministerium gewendet und darum gebeten, eine Sperrung des Gebietes für den Schleppnetzfang zu bewirken.

Zur Vorbereitung der Verordnung hatte das Ministerium Daten der Fischereibehörde herangezogen, die zeigen, dass durch die Sperrung damit gerechnet werden darf, dass sich der Fang kleinerer Boote bedeutend erhöhen werde. Für grössere Trawler in dem Gebiet habe die Aussperrung kaum oder keine Auswirkungen.
Das Anliegen der Gemeinde stammt aus dem November 2020 und wurde damit begründet, dass der Schleppnetzfang grosser Trawler die Kernaktivitäten einer fragilen Siedlung bedrohe.
Ministerin Svandís Svavarsdóttir ist erst seit vergangenem September im Amt und hat seitdem bereits mehrere heisse Eisen in Landwirtschaft und Fischerei angefasst.