Neue interaktive Kraftwerkskarte veröffentlicht

Eine neue und aktualisierte Version der isländischen Naturkarte ist heute Mittag vom isländischen Umweltschutzbund Landvernd offiziell vorgestellt worden.

In einer Mitteilung von Landvernd heisst es, dass die Nachfrage in- und ausländischer Energieunternehmen nach den Energievorkommen des Landes so gross ist wie nie zuvor. Darüber hinaus wird in vielen Teilen des Landes daraufhingearbeitet, grosse Vorhaben für den Bau von Windparks durchzudrücken. Windparks stellten eine neue Bedrohung für die isländische Tierwelt, Natur und Umwelt dar, derer die Öffentlichkeit sich unbedingt bewusst sein müsse.

Die Naturkarte ist eine interaktive Karte, in der man einzigartige Regionen in Island findet, die wegen Kraftwerksplänen gefährdet sind. Die Karte zeigt Pläne für Wasserkraftwerke, Erdwärmekraftwerke und Windparks. Sie basiert auf dem isländischen Rahmenplan für Energiegewinnung und auf amtlichen Daten zu in Betrieb befindlichen Kraftwerken sowie weiteren Kraftwerksplänen. Auf der Karte kann man unter anderem Projekte sehen, die sich laut Rahmenenergieplan in der Nutzungskategorie, Wartekategorie und in der Schutzkategorie befinden.

Ausserdem sind alle grösseren Kraftwerke zu sehen, die bereits Energie produzieren. Es gibt zu jedem einzelnen Kraftwerk Fotos, Videos und Textbeiträge (auf isländisch) mit Informationen zu den jeweiligen Kraftwerken, die umliegende Natur, Planungsstand und mehr, sodass die Landsleute besser verstehen, um was es da eigentlich geht.
Die Karte soll fortwährend mit Daten ergänzt werden, die auch aus der Bevölkerung entgegen genommen werden, wie Landvernd schreibt.

Hier gibt es die Kraftwerkskarte.

 

Friedenssäule auf Viðey für die Ukraine entzündet

Imagine Peace Tower

Heute Abend um 20 Uhr wird auf der Insel Viðey die Friedenssäule als Zeichen der Unterstützung für die Ukraine entzündet. Das teilte die Hauptstadtverwaltung mit. Vor dem Rathaus und vor Höfði, dem Haus, wo sich 1986 Ronald Reagan und Michail Gorbatschow trafen und das Ende des Kalten Krieges einläuteten, soll jeweils die ukrainische Flagge gehisst werden.
Das Rathaus wird ausserdem in den ukrainischen Farben angeleuchtet, wie viele Rathäuser und öffentliche Gebäude auf der ganzen Welt.
Dagur B. Eggertsson zufolge ist es wichtig, dass die Einwohner der Ukraine Unterstützung auf der ganzen Welt spüren „angesichts Russlands ungerechtfertigtem Angriffskrieg“.
“In Europa sind souveräne Staaten überfallen worden. Das ist ein klarer Verstoss gegen das Völkerrecht, und die Menschen auf dem Kontinent erwarten, dass Europa zusammensteht, Frieden sichert und Unterstützung für das ukrainische Volk zeigt. Reykjavík ist eine Stadt des Friedens, und die Friedenssäule von Yoko Ono ist ein verbindendes Symbol des Friedens, das die kommenden Tage von Viðey aus leuchten wird.”

Heute und am Samstag finden in Reykjavík spontan organisierte Solidaritätskundgebungen statt.

 

Island beteiligt sich an Sanktionen gegen Russland

Prime Minister of Iceland Katrín Jakobsdóttir

Islands Premierministerin, die Aussenministerin und der Staatspräsident haben heute die russische Militäraktion in der Ukraine verurteilt. Das isländische Parlament Alþingi diskutierte die Entwicklung in einer Fragestunde, wo Oppositionspolitikerin Helga Vala Hegladóttir den Justizminister drängte, die Ukraine zu einem unsicheren Land zu erklären und Flüchtlinge aus dem Land in Island aufzunehmen.

Aussenministerin Þórdís Kolbrún Reykfjörð Gylfadóttir erklärte, Island würde „voll und ganz an internationalen Sanktionen“ gegen Russland teilnehmen.
Islands nationaler Sicherheitsrat trifft sich noch heute, um die Lage zu besprechen, berichtet RÚV. Das Treffen war schon vor dem Angriff des russischen Militärs auf die Ukraine vergangene Nacht angesetzt gewesen. Premierministerin Katrín Jakobsdóttir sagte, die pessimistischsten Vorhersagen über die Ereignisse in Russland seien wahr geworden.
„Die isländische Regierung und ich verurteilen diesen Angriff, natürlich. Das ist ein schwerwiegender Bruch internationalen Rechts und sieht tatsächlich so aus als ob die schlimmsten Vorhersagen in der Angelegenheit nun wahr geworden sind,“ sagte Katrín. Island werde als NATO-Gründungsmitglied mit seinen Alliierten und der NATO kooperieren.

Unklar ob der russische Botschafter bleibt
Þórdís Kolbrún wurde gefragt, ob zur Debatte stehe, den russischen Botschafter des Landes zu verweisen. “Wir haben ihn gestern hergebeten und unsere Ansicht präsentiert. Jetzt geht es darum, das zu unterstützen, was innerhalb der NATO Unterstützung braucht, die Sache genau zu beobachten und zu prüfen, was da passiert. In Bezug auf die russische Botschaft hier, das wird sich herausstellen.” gab Þórdís an.
Die russische Botschaft in Island hatte Erklärungen des Staatspräsidenten und des Aussenministers kritisiert, in denen diese Unterstützung für die territoriale Integrität der Ukraine erklärten, und sie “einseitig” und “subjektiv” genannt.

Während der parlamentarischen Fragestunde am Morgen hatte die Oppositionspolitikerin Helga Vala Helgadóttir den Justizminister Jón Gunnarsson gedrängt, die Ukraine noch heute zu einem unsicheren Land zu erklären und die Ankunft von Flüchtlingen aus dem Land zu erleichtern. Der Minister antwortete, die Sache “sollte jetzt untersucht werden”, gab aber keine handfeste Erklärung ab, berichtet Kjarninn. Jóns letzte Amtshandlungen in Bezug auf Asylbewerber, darunter ein Gesetzesvorschlag zur Änderung des Einwanderungsgesetzes, waren von Menschenrechtsorganisationen und vom Ärztebund in Island kritisiert worden.