Insel im Schnee, kein Reisewetter

Nach dem schweren Schneesturm von Sonntagnacht ist das Wetter in vielen Landesteilen auch weiterhin rauh und unvorhersehbar. Sämtlichen Strassen der Insel sind schneebedeckt und teilweise unbefahrbar. Die Behörden weisen daraufhin, dass auch heute kein Reisewetter herrscht.
In der Hauptstadt behindert Schnee den Verkehr, die Zufahrtspässe Hellisheiði, Þrenglsi und Mosfellsheiði sind gesperrt. Schneeräumfahrzeuge kommen nur langsam vorwärts. In der vergangenen Nacht hatten sich bei Schneesturm mehr als ein Dutzend Fahrzeuge auf dem Þrengslipass festgefahren oder waren von der Fahrbahn gerutscht.

Auf den Strassen im Süden und Südwesten ist es glatt, dazu kommen Schneeverwehungen und schlechte Sicht.
Der Norden versinkt ebenfalls im Schnee, dort sind viele Strassenabschnitte gesperrt, entweder durch Schneemassen oder wegen Lawinengefahr.
Der Pressesprecher der Strassenverwaltung, G. Pétur Matthíasson, sagte RÚV gegenüber, die Fahrbedingungen seien im gesamten Land schlecht, und von jeglichen Fahrten werde abgeraten. “Es schneit und stürmt in weiten Teilen. Hier im Westen auf der Hellisheiði und Þrengsli, und dann haben wir die Mosfellsheiði auch gesperrt. Das ist einfach kein Reisewetter.” Er schätzt, dass es den ganzen Tag dauern wird, um die Schneemassen zu beseitigen.
Daher sind auch Überlandfahrten der Busgesellschaft Strætó ausgefallen, wie etwa die Verbindung zwischen Borgarnes und Akureyri, sowie alle Fahrten in den Osten, solange die Hellisheiði gesperrt ist.

Westfjorde müssen weiter ausharren
In den Westfjorden herrscht schon seit Tagen Lawinengefahr, vor allem Ísafjörður und Patreksfjörður sind betroffen, hier hatten bereits einige Höfe evakuiert werden müssen. Für die beiden Regionen wurde die Gefahrenstufe ausgerufen. In den nördlichen Teilen der Westfjorde hatte es in den vergangenen Tagen zahlreiche Lawinenabgänge gegeben.
Das schlechte Wetter behindert auch den Warenverkehr, sowohl den Abtransport von Erzeugnissen aus der Region, als auch die Versorgung mit Frischwaren für die Supermärkte. Frische Milch etwa wird nur zweimal die Woche an Bónus in Ísafjörður geliefert, und auch das Brot wird knapp. Wie Marktleiter Brynjar Aron Þorgeirsson RÚV gestern gegenüber angab, hätte sich am Sonntag auch die Fleischkühltruhe rasch geleert, weil die Leute sich auf das schlechte Wetter vorbereiteten.
Auch für den heutigen Tag gilt für den gesamten Westen des Landes noch die gelbe Warnstufe, in weiten Teilen stürmt und schneit es immer noch.

Staat bietet Daunensammelgebiet zur Pacht an

Female eiderducks

Ríkiskaup, die dem Finanzminister unterstellte Behörde für öffentliche Beschaffung und Versorgung, bietet die Nutzung des Staatslandes Hrafnseyri im Arnarfjörður zur Pacht für das Daunensammeln an, berichtet mbl.is. Auf dem Land nisten Eiderenten, es ist zwar nicht bekannt, wieviele Nester sich auf der Länderei befinden, doch die Daunenausbeute wird auf drei bis acht Kilogramm pro Jahr geschätzt. Für ein Kilo rohe Daunen gibt es um die 200.000 Kronen.

Bislang haben sich nach Angaben der Behörde mehrere Personen gemeldet, die das Gelände zum Daunensammeln pachten möchten. Daher wird das Angebot nun öffentlich ausgeschrieben, obwohl keine Verpflichtung dazu besteht.
In der Anzeige der Behörde heisst es, das Aufgebot sei aufgesetzt worden, um allen Interessenten öffentlich und transparent die gleichen Chancen zu bieten, die auf den allgemeinen Grundsätzen der öffentlichen Auftragsvergabe und objektiven Kriterien für die Auswahl von Betreibern beruhen. Entschieden wird nach Eignung und Gebot. Das Aufgebot beginnt am 24. Februar um 12 Uhr Mittags.

Hrafnseyri im Arnarfjörður ist Staatsland unter Aufsicht des Büros des Premierministers. Das Brutgebiet liegt an der Flussmündung zwischen Hrafnseyri und Auðkúla und ist bereits umzäunt.
Der neue Daunensammler muss sämtliches für das Gewerbe notwendige Material und Gerät stellen und heranschaffen, und er muss das Brutgebiet bis Mitte April fertiggestellt haben. Unter anderem hat er die Enten während der Brutzeit und bis zum Verlassen der Nester vor Raubtieren zu schützen. Das ist möglicherweise der schwierigere Teil des Projektes, denn viele Daunenbauern liegen Tag und Nacht mit dem Gewehr auf der Lauer, um die an Eiern und Jungen interessierten Füchse und Raubvögel abzuwehren.
Der Pächter darf die Daunen sammeln und gegen einen Festpreis an den Landeigentümer verkaufen. Der Vertrag soll für fünf Jahre geschlossen werden und kann bei Interesse um drei Jahre verlängert werden, wenn vor dem 1. April 2022 unterzeichnet wird.