Flugzeugabsturz: Vier Leichen lokalisiert, Einsatz abgebrochen

missing plane Þingvellir

Alle vier Leichen des Flugzeugabsturzes auf dem Þingvallavatn sind gefunden worden, berichtet Vísir. Wie der Leiter der südisländischen Polizeidirektion, Oddur Árnason, bestätigte, hatten Rettungstaucher die vier Leichen in 37 Metern Tiefe auf dem Grund des Sees lokalisieren können.
Da sich das Wetter in der Region rasch verschlechtert, haben die Einsatzkräfte ihre Arbeit fürs Erste abgebrochen. Eine Bergung der Leichen ist jedoch in Vorbereitung und wird in Angriff genommen, sobald die Wetterbedingungen dies zulassen.

“Die Angehörigen sind von der aktuellen Lage unterrichtet worden. Sie haben darum gebeten, herzliche Grüsse an alle Rettungskräfte für ihren Einsatz der letzten Tage auszurichten. […] Auch die Polizei in Südisland dankt allen, die sich bis jetzt an der Aktion beteiligt haben, obwohl da noch eine große und anspruchsvolle Aufgabe vor uns liegt, um diese Angelegenheit zuende zu bringen.” heisst es in einer Mitteilung der Polizei.

Schweres Unwetter am Montagmorgen, Island bleibt geschlossen

Der isländische Wetterdienst hat für heute Nacht und morgen die orangefarbene Warnstufe ausgegeben, für das Südland, die Bucht Faxaflói vor Reykjavík und den gesamten Hauptstadtbereich gilt die rote Warnstufe. Seit Einführung der Warnstufen im Jahr 2017 ist eine rote Warnung nur zweimal vorgekommen.
Das von Neufundland herüberziehende Unwetter betrifft die gesamte Insel. Es beginnt kurz nach Mitternacht im Südwesten und zieht sich von dort nach Nord und Nordosten. Auch heftige Niederschläge stehen auf dem Programm, sah es zunächst nach Schneestürmen aus, könnte sich der Schnee in den Niederungen in Regen verwandeln und die eisbedeckten Strassen in windbetriebene Rutschbahnen verwandeln.

Weiträumige Sperrungen zur Verkehrsverhinderung
Doch fahren wird ab heute Nacht ohnehin niemand mehr, denn die Strassenverwaltung hat bereits einen Plan veröffentlicht, in dem weiträumige Sperrungen aufgeführt sind. Den Plan findet man hier. Die Strassenzustandskarte mit den Sperrungen gibt es hier.
Bei der Strassenverwaltung geht man davon aus, dass viele Strassen ab morgen früh um 9 Uhr wieder geöffnet werden können, die vier Einfallstrassen nach Reykjavík Hellisheiði, Þrengsli, Mosfellsheiði und Lyngdalsheiði könnten jedoch bis Dienstagmittag gesperrt bleiben.

Sämtliche Flüge der Fluglinie Play sind für morgen abgesagt worden, davon sind mehrere hundert Passagiere betroffen. Auch Icelandair hat sämtliche Flüge zwischen Island und Europa gestrichen, hier sind 1300 Passagiere betroffen. Die Fähre zwischen Þorlákshöfn und den Westmännerinseln bleibt bis Dienstag im Hafen vor Anker liegen. Der schwere Wellengang kommt oft erst nach dem Sturm, Experten des Wetterdienstes rechnen bis in den Dienstag mit einer Wellenhöhe von 12 bis 18 Metern, daher können auch die bei Touristen beliebten Strände noch Tage nach einem Sturm gefährlich sein.

Einsatzkräfte sind auf alles gefasst
Nach einem Treffen der Einsatzkräfte hat der isländische Zivilschutz die Gefahrenstufe für das ganze Land ausgerufen. Das Einsatzzentrum in Skógarhlíð wird um Mitternacht besetzt, und auch im Südland und Suðurnes, sowie dem Unwetter folgend dann in den anderen Landesteilen, beginnen die regionalen Einsatzkräfte ihre Arbeit.
RÚV berichtet, dass an dem Treffen auch die Stromerzeuger und Versorgungsunternehmen teilgenommen haben, sowie die Telekommunikationsunternehmen, Strassenverwaltung, Wetterbehörde und viele andere. Nach Angaben von Víðir Reynisson, dem Leiter des isländischen Zivilschutzes, stünden alle bereit und hätten ihre Hausaufgaben gemacht, immerhin verfüge man über die Erfahrung der vergangenen Jahre, in denen es schwere Unwetter gegeben hatte. In diesem Fall könne man jedoch keine Teams in betroffene Gebiete schicken, weil das Unwetter im ganzen Land heere. Daher muss jede Region ihre Probleme zunächst selbst beheben.

Viele Gemeinden haben bereits angekündigt, dass Schulen und Kindergarten morgen geschlossen bleiben, in Reykjavík verbleiben die Busse des öffentlichen Nahverkehrs im Depot. Sollten die erwarteten Niederschläge als Schnee fallen, kann eine Räumung der Strassen länger als gewohnt dauern.

Der Zivilschutz fordert alle, Bürger wie Touristen auf, morgen gar nicht erst aus dem Haus zu gehen, sondern das Unwetter daheim oder im Hotel abzuwarten.

Aktuelle Warnmeldungen findet man stets auf safetravel.is. Hier kann man das Unwetter in Echtzeit mitverfolgen.

 

Flugzeugabsturz: Radar findet menschliche Konturen

missing plane Þingvellir

Den ganzen Tag hatte im Wettlauf gegen das drohende Unwetter heute Nacht eine grossangelegte Suche nach den am Donnerstag verunglückten Flugzeuginsassen stattgefunden, die sich, wie wie gestern bekannt wurde, nicht im Flugzeugwrack gefunden hatten. Die Suche umfasst die Uferregion, die Wasseroberfläche, sowie per Tauchboot den Seegrund. Das Wrack im Þingvallavatn ist nach Angaben der Polizei relativ vollständig, berichtet Vísir.

Neusten Informationen zufolge gibt es auf den Radaraufnahmen des Wracks eine Kontur, bei der es sich möglicherweise um einen menschlichen Körper handeln könnte. Am Spätnachmittag hatten sich daraufhin Taucher einer Sondereinheit der Polizei und der Küstenwache in den Þingvallavatn begeben, um den Hinweisen des Gavia-Unterwasserbootes auf den Grund zu gehen. Das Flugzeugwrack liegt bei Ölfusvatnsvík in 50 Metern Tiefe.

Zur Zeit geht man davon aus, dass das Flugzeug auf dem Þingvallavatn notgelandet ist, bevor es versank, und dass die Insassen es geschafft hatten, das Flugzeug vorher zu verlassen. Vier Personen hatten sich an Bord der Cessna befunden, der isländische Pilot und drei ausländische Touristen. Am Tag des Flugunfalls hatte im Süden Islands extreme Kälte geherrscht, die Temperaturen hatten im zweistelligen Minusbereich gelegen, und Þingvallavatn ist zu grossen Teilen von Eis bedeckt.