Luftverkehr über Island erreicht Vor-Pandemiestand, Fluglotsen gesucht

Der Luftverkehr über dem Nordatlantik kommt langsam wieder an die Verkehrsdichte vor der Corona-Pandemie an. Zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie sucht der Flughafenbetreiber Isavia nun wieder nach Bewerbern für die Ausbildung zum Flugverkehrsleiter, berichtet Vísir.

Ein Teil des Luftverkehrs über dem Nordatlantik läuft über das isländische Hoheitsgebiet. Die meisten Überflüge wurden in den Jahren 2017 bis 2019 verzeichnet, und eigentlich hätte das in 2020 so weitergehen sollen, immerhin brachte der Februar 2020 die höchste Überflugzahl aller Zeiten.

Mit dem Virus brach jedoch auch der Flugverkehr über Island zusammen. Kondensstreifen am isländischen Himmel wurden zur Seltenheit, kaum sah man mal ein Flugzeug in der Sonne blinken. Vor allem in den ersten Wochen der Pandemie war der vollkommen flugzeugfreie Himmel ein Erlebnis für sich.
“Wo an normalen Tagen bei uns zehn bis zwölf Flugverkehrsleiter arbeiten, waren da vielleicht noch drei im Tower,” erinnert sich Þórdís Sigurðardóttir, eine Betriebsleiterin der Isavia.

Als die Welt stillzustehen schien, flogen vielleicht noch 100 Flugzeuge pro Tag über das isländische Hoheitsgebiet. An verkehrreichen Tagen in 2019 waren dies bis zu 800 Flugzeuge gewesen. Daher waren immer weniger Fluglotsen vor Ort, wobei die Isavia keine Kündigungen ausgesprochen hatte. Jetzt kommt der Betrieb wieder in Gang. Þórdís sagt, nach Wochen mit schwankenden Zahlen sei man inzwischen bei fast 80 Prozent der Flugzahlen von 2019 angekommen.

Grund genug für die Isavia, an Nachwuchs für den verantwortungsvollen Job zu denken, denn Flugverkehrsleiter sind nur bis zum 63. Lebensjahr tätig und ein grosser Jahrgang macht sich derzeit bereit, in Rente zu gehen. Die Lücke muss gefüllt werden, erklärt die Fluglotsin Guðný Tómasdóttir.
Þórdís erwartet, dass der Flugverkehr in den kommenden Monaten weiter steigen wird. Im Jahr 2024 könnte er die Zahlen aus 2019 wieder erreicht haben und danach allgemein weiter steigen.

Riesige Eisberge nahe der Westfjorde beobachtet

iceberg Icelandic coast guard

Die isländische Küstenwache war gestern per Hubschrauber auf einer Expedition nördlich der Westfjorde unterwegs, um das Meereseis zu kartografieren, welches sich seit einigen Wochen in der Region bewegt. Etwa 17 Seemeilen vor der Küste fanden die Küstenwächter einen riesigen Eisberg von 250 Metern Länge und 150 Metern Breite.
Ein Mitglied der Küstenwache wurde auf den Eisberg abgeseilt, dann landete auch der Hubschrauber auf dem Eis.
Auf der Karte sieht man, wo Eisberg und Meereseis sich nördlich der Westfjorde befinden. Hier gibt es ein Video des Eisbergs.

Auch im Húnaflói befindet sich ein riesiger Eisberg, etwa 20 Seemeilen nördlich von Selsker. Das Küstenwachschiff Þór war gestern in der Region unterwegs, und auf dem Screenshot ist deutlich zu erkennen, wie klein das eigentlich grosse Schiff neben dem Eisberg wirkt.

Der Eisberg im Húnaflói hat eine Länge von 250 Metern und eine Breite von 260 Metern, und er ist 15 Meter hoch. Er hat eine V-Form, und Experten vermuten dass er bei einer Meerestiefe von 80 Metern gestrandet ist.
Die Küstenschifffahrt ist vor beiden Eisbergen gewarnt worden.