Seeohrenzucht in Grindavík geplant

Die isländische Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST hat das Unternehmen Sæbýli ehf. für die Fischzucht in Grindavík registriert.
In dem Ort in Südwestisland sollen bis zu 20 Tonnen Seeohren (Haliotis) in einem Gebäude an Land gezüchtet werden, berichtet mbl.is. Die Betriebserlaubnis muss noch ein Umweltgutachten durchlaufen.
Für den Ort Eyrarbakki sind 70 Tonnen Produktionsumfang geplant, dafür wird kein Umweltgutachten benötigt, weil die Zuchtaktivität in einer bereits bestehenden Fischfabrik betrieben werden soll. Bislang hatten dort vorbereitende Zuchtaktivitäten stattgefunden.
Das Unternehmen Sæbýli ehf. arbeitet schon seit 2009 an Möglichkeiten, die vor allem in Japan als Delikatesse beliebte Schneckenart im sogenannten Vertical Farming zu produzieren.
Vor zwei Jahren hatten die Unternehmenseigner mbl.is gegenüber angegeben, sie planten solche Zuchten an bis zu 25 Orten im ganzen Land mit jeweils fünf bis sechs Tonnen Produktionsumfang und etwa 30 Mitarbeitern aus der jeweiligen Region. Die Seeohrenzucht eigne sich für kleine Gemeinden und hinterlasse einen geringen ökologischen Fussabdruck, hatte es damals gehiessen.

Seeohren, auch Abalonen genannt, sind Schnecken, die in einer ohrenähnlichen Muschel aus Perlmutt leben. Das Schneckenfleisch ist in Asien beliebt, das Perlmutt aus der Muschel findet in der Schmuckherstelung Verwendung.

Hund nach drei Wochen in Eis und Schnee vom Berg gerettet

An die 20 Mitglieder der regionalen Rettungswachten aus Bolungarvík, Hnífsdalur und Ísafjörður haben gestern abend unter schwersten Bedingungen einen Hund aus dem Bergmassiv Ófæri (isl.: der Unzugängliche) gerettet. Wie Vísir berichtet war die Bordercollie-Hündin Píla fast drei Wochen wie vom Erdboden verschluckt gewesen, nachdem sie am 6. Januar vor Feuerwerkskörpern geflüchtet war.
Die Suche hatte grossangelegt stattgefunden, am Ende hatte ein Kajakfahrer vom Meer aus die Hündin auf etwa 200 Metern Höhe in der unzugänglichen Bergwand entdeckt. Sofort machten sich die Retter auf den Weg und schickten eine Drohne in die Luft, die den Fund des Kajakruderers bestätigte.

“Das ist nicht gerade die bequemste Landschaft da oben, hinzu kamen Schnee und Eis,” berichtet Ragnar Högni Guðmundsson vom Rettungsteam. Er sagt, vor zehn Tagen habe man Hundespuren in dem Gebiet gefunden, eine Suche sei jedoch ergebnislos verlaufen. Danach war ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen über das Gebiet gezogen und man habe nicht weitersuchen können, zumal es auch spezieller Kletterausrüstug bedarf, um an dem Berg voranzukommen.

Gestern schliesslich nutzten die Retter den Tag mit gutem Wetter und befestigten Seile am Berg, um den Hund nach unten abzuseilen. “Eine Riesenaktion,” bestätigt Ragnar, “eine technische Aktion.” Um die Mittagszeit habe man den Hund in die Arme seiner erleichterten Besitzerin übergeben können.
“Píla muss sich die ganze Zeit da oben aufgehalten haben, und sie hat sicher nichts gefressen.” meint Ragnar. Zweifellos erstaunlich, dass der Hund unter diesen Bedingungen überlebt hat, zumal das Wetter in der Region zuletzt ausgesprochen schlecht gewesen war.

Der Pilot des Drohnenfluggerätes schüttelt immer noch den Kopf. “Ich bin viermal dort gewesen und habe den Berg abgeflogen. Da hat man nie etwas gesehen, aber möglicherweise hat sie sich eine ganze Weile in einer Vertiefung im Berg aufgehalten,” meint Stefán Örn Finnbjörnsson.