Fünf Naturschutzgebiete für EU-Smaragd-Netzwerk nominiert

Island hat fünf isländische Naturschutzgebiete als Teil des Smaragd Netzwerkes im Rahmen der Berner Konvention nominiert, berichtet das Bændablaðið: Guðlaugstungur, der Nationalpark Vatnajökull, die Naturschutzgebiete an Mývatn und Laxá, das Vestmannsvatn und das Þjórsárver im zentralen Hochland. Das 1979 ins Leben gerufene europäische Netzwerk möchte wildlebende Pflanzen und Tiere sowie ihre natürlichen Lebensräume vor äusseren Einflüssen schützen.
Auf der Webseite des Umweltministeriums heisst es, die fünf Gebiete seien ausgewählt worden, weil sie die Anforderungen zu gesetzlichem Schutz, Überwachung und einem dazugehörigem Konzept erfüllten.
Island hat die Berner Konvention zum Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere in Europa am 1. Oktober 1993 unterzeichnet. Jedes Mitgliedsland soll Vorschläge für Gebiete unterbreiten, die zum Smaragd Netzwerk gehören könnten. Die Vorschläge können einzeln kommen, oder zu mehreren gebündelt.
“In Zusammenarbeit mit Island werden die Vorschläge Islands  unter Berücksichtigung der eingereichten Daten von Experten der Berner Konvention begutachtet. Bislang ist nicht bekannt, ob die Gebiete als Teil des Smaragd Netzwerkes anerkannt werden, mit Ergebnissen ist jedoch im kommenden Jahr zu rechnen,” heisst es auf der Webseite des Ministeriums.
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Lawinenabgang vor Súðavík, Strassen gesperrt

Avalanche in Iceland February 2014.

Die Strasse nach Súðavík in den Westfjorden hatte gestern Abend nach Lawinenabgang gesperrt werden müssen.
Bragi Þór Thoroddsen, der Gemeindedirektor im Súðavíkurhreppur, sagt, die Sperrungen hätten grosse Auswirkungen auf Einwohner und andere, was Berufstätigkeit wie Wohnen angehe. Wegen der Sperrung hatten gestern Abend 25 Personen in Súðavík übernachten müssen.

Mit der covid-bedingt geltenden Versammlungsregel von derzeit 10 Personen war es nicht so einfach, die 25 Gestrandeten in Súðavík unterzubringen. “Wir sind nicht besonders vorbereitet für so etwas, da haben wir halt die Sporthalle geöffnet, alle Lagerkammern ausgeräumt und Matratzen ausgelegt und Leute zusammengetrommelt,” erzählt Bragi.
Seiner Ansicht nach ist die Gefahr an dem Hang allgegenwärtig, und die Bürger wollten so schnell wie möglich einen Tunnel haben. “Das ist nur eine Frage der Zeit, wann jemand durch eine Lawine zu Schaden kommt, und darauf wollen wir nicht warten,” sagte Bragi RÚV gegenüber. Ein junger Mann aus Súðavík hatte gestern Abend beschrieben, wie mehrere Fahrzeuge im Schnee festsassen, bevor die Strasse gesperrt wurde, und wie gefährlich er es empfunden hatte, anderen zu helfen, während über ihm am Hang rutschender Schnee lauerte. Er selbst war zuvor einer Lawine nur knapp entkommen.

Zur Zeit sind die meisten Strassen zwischen den Orten der Westfjorde unbefahrbar, und die beiden gefährlichen Strassenabschnitte Súðavíkurhlíð und Eyrarhlíð zwischen Ísafjörður und dem Hnífsdalur sind gesperrt. Heute Abend soll es mit steigenden Temperaturen im Breiðafjörður und den Westfjorden regnen, dann steigen die Flusspegel an und es besteht die Gefahr von Schlammlawinen. Für den gesamten Norden und die Westfjorde gilt daher die gelbe Warnstufe.

Tunnel ist geplant, aber ohne Zeitplan
Der Januar sei für die Leute von Súðavík immer schwer, denn vor 25 Jahren hatte eine schwere Lawine dort viele Menschenleben gekostet. Ein Tunnel zwischen dem Álftarfjörður und dem Skutulsfjörður stehe zwar auf dem Strassenbauplan, aber ohne Zeitvorgabe, und offenbar interessiere die Politik sich nicht für das Problem, obwohl es sich hier um einen Abschnitt der Ringstrasse handle.

Vor zwei Jahren hatte die Strasse nach Súðavík in den ersten drei Monaten ganze 40 Mal gesperrt werden müssen, mit Konsequenzen für Anwohner und Pendler, die nicht zur Arbeit fahren konnten, und Warentransport gab es auch nicht. Stattdessen sassen die Leute jedesmal zuhause fest.
Damals hatte Bragi angegeben, die Lage bedrohte die Sicherheit der Bürger. Es sei vorgekommen, dass erkrankte Personen mit dem Schiff von Súðavík nach Ísafjörður gebracht werden müssen, weil die Strasse gesperrt war. “Ich weiss, dass Leute das immer wieder als Gefahr aus dem Berghang empfunden haben, entweder wegen der Schneelawinen oder wegen Steinschlags. Das ist das ganze Jahr über gefährlich. Ehrlich gesagt finden es viele unangenehm, an diesem Hang vorbei zu fahren.” hatte Bragi gesagt.