Hohe Neuinfektionszahlen, Schulen öffnen dennoch

Gestern sind in Island 1,289 Personen positiv auf COVID-19 getestet worden, das ist die zweithöchste Anzahl seit Beginn der Pandemie. An der Landesgrenze wurden 177 Personen positiv getestet, die Gesamtzahl der Ansteckungsfälle lag gestern daher bei 1,466.
Etwa 62 Prozent der positiv Getesteten im Land befanden sich nicht in Quarantäne.
Insgesamt sitzen zur Zeit 8.641 erkrankte Personen in Isolierung, und 6.940 in Quarantäne.

In stationärer Behandlung am Landspítali wegen COVID-19 befinden sich heute 28 Patienten, das sind drei mehr als gestern. Auf der Intensivstation liegen acht Patienten, sieben von ihnen, so informiert Landspítali, sind ungeimpft. Sechs Patienten müssen beatmet werden.
Die Infektionszahl auf 100.000 Einwohner gerechnet auf die vergangenen zwei Wochen beträgt jetzt 2,817, von 2,543 von letztem Donnerstag. Die Inzidenz an der Grenze liegt bei 240, von 197,4 vom letzten Donnerstag.

Schule beginnt heute wieder
Trotz der hohen Infektionszahlen ist heute der Schulbetrieb wieder aufgenommen worden, schreibt Vísir. Islands Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason hatte in seinem Memo or Weihnachten empfohlen, die Schule erst nach dem 10. Januar wieder beginnen zu lassen. Gesundheitsminister Willum Þór Þórsson sagte Vísir gegenüber, man habe durch die Pandemie hindurch versucht, die Schulen und Freizeitgestaltung für Kinder offen zu lassen. Es habe sich gezeigt, wie wichtig das sei, man spreche viel über das soziale und geistige Befinden von Kindern und daher wolle man Wert darauf legen, die Kinder zu unterstützen. Es sei wichtig, eine Routine für die Kinder aufrecht zu erhalten, auch wenn man damit rechne dass einige Schulen wegen Ansteckungsfällen wieder schliessen müssten.

 

Neue Unwetterwarnung, Touristen von gesperrtem Pass geholt

Cars trapped on the road

Nach dem Sturmtief am Neujahrstag steht mehr Schlechtwetter auf dem Programm, diesmal mit einem Rekord. Wenn sich die Vorhersagen bewahrheiten, dann erwartet die Insel ein Tiefdruckgebiet mit 925 mbar, und das könnte dann das tiefste Tiefdruckgebiet seit Beginn der Messungen werden. Wie Wetterexperte Einar Sveinbjarnason auf seiner Webseite erklärt, stammt kommt heisse Luft aus dem Süden der USA und trifft vor der Küste Islands auf extrem kalte Luft. Am Donnerstagmorgen wird sich der Prozess im Faxaflói vor der Küste Reykjavíks in Gang setzen.
Das Tiefdruckgebiet entwickelt sich mit hohem Tempo, daher, so schreibt RÚV, ist es schwierig, Vorhersagen zu geben, welche Auswirkungen es auf Island haben wird. Meteorologen sehen jedoch jetzt schon Sturm und Niederschlag, sowie hohen Wellengang im Bild, ausserdem besteht die Möglichkeit, dass dem Tief am Wochenende ein bis zwei weitere folgen.
Mit Wetterwarnungen ist erst morgen früh zu rechnen. Schon jetzt aber ist klar, dass man seine Reisepläne anpassen sollte, weil sich die Lage in kürzester Zeit ändern kann.

Touristen von der gesperrten Öxnadalsheiði geholt
Es lohnt sich, solch Warnungen ernst zu nehmen. Am Neujahrstag hatte ein Sturmtief die gesamte Insel betroffen, die Behörden hatten Warnmeldungen auf allen Kanälen gesendet, ausserdem war eine Vielzahl von gefährdeten Strassen vorsorglich gesperrt worden.
Trotzdem hatten Rettungsteams diesmal nicht nur mit den üblichen herumfliegenden Dachplatten und Trampolins zu tun gehabt, sondern mussten auch Touristen aus einem Schneesturm auf der Öxnadalsheiði holen. Der für sein heftiges Wetter bekannte Bergpass der Ringstrasse im Norden des Landes war gesperrt gewesen. Zusätzlich zu dem Schild in isländischer und englischer Sprache hatte ein Schlagbaum die Zufahrt zu dem Pass versperrt. Nach Angaben der Retter vom Team Súlur waren die Touristen an dem Schlagbaum vorbeigefahren und hatten sich mit ihrem Mietwagen mitten auf der Heiði im Schneesturm festgefahren.

Doch auch diesmal will Landsbjörg nichts von einer Gebühr wissen, die von solchen Leuten zu zahlen wäre. “Wir möchten lieber, dass die Leute uns anrufen, wenn etwas schiefgegangen ist, und um Hilfe bitten, als dass sie sich weigern, weil sie wissen dass sie etwas falsches getan haben,” bekräftigte Guðmundur Búi Ólafsson, der Leiter der Rettertruppe Súlur die Entscheidung der Freiwilligenorganisation.