Reykjanes: Touristen bevölkern Lavafläche und hoffen auf Ausbruch

Geldingadalir eruption lava

Um die 1500 Touristen haben sich in den vergangenen drei Tagen in die Geldingadalir begeben, obwohl davor gewarnt wird, weil sich dort jederzeit die Erde öffnen und glühendheisse Lava ausstossen kann. Manche der Touristen sind auch auf die Lavafläche gelaufen, berichtet RÚV. Das ist auch weiterhin streng verboten. Der Vulkanausbruch am Fagradalsfjall war vor Weihnachten als offiziell beendet erklärt worden, kurz darauf begann allerdings eine neue Erdbebenserie, die der vom März 2021 ähnelt und immer noch anhält.

Heute war der Wissenschaftsrat des Zivilschutzes zusammengetroffen, um das aktuelle Erdbebengeschehen auf der Halbinsel Reykjanes zu besprechen. Alleine vor den Feiertagen waren dort fast 2000 Erdbeben aufgezeichnet worden. Nach Analyse der Beben geht man davon aus dass, falls es zu einem erneuten Ausbruch komme, sich dieser im gleichen Gebiet wie im März ereignen werde, schreibt RÚV, es sei allerdings unmöglich, einen genauen Ort zu bestimmen.
Die Erdbeben ziehen Touristen an den Ort, die darauf hoffen, als Erster zugegen zu sein, wenn sich Lava an der Erdoberfläche zeigt. Seit Beginn der Bebentätigkeit wird davor gewarnt, dass eine Eruption ohne jede Vorwarnung und an jedem beliebigen Ort der Region beginnen kann. Auch vor Steinschlag wird gewarnt, denn nun erschüttern die Beben lockeres vulkanisches Gestein und instabile Krater.

Die Polizei von Grindavík beobachtet das Tun der Gäste intensiv, untersagen will man die Besuche jedoch nicht. “Wenn wir es schaffen, die Leute zu warnen und sie wissen, in welche Gefahr sie sich begeben, da bringt es nichts Gutes, das Gelände zu sperren. Wir schaffen das nicht.” sagt Hjálmar Hallgrímsson von der Polizei in Grindavík.
Zu den Besuchern gehören auch Reiseleiter mit ihren Gruppen, die sich jedoch verantwortungsvoll verhalten. “Wir hören allerdings auch, dass Leute weit in die Lava hineinlaufen und das ist natürlich verboten. Das wollen wir nicht sehen.” Auch spielende Kinder sind auf der Lava gesehen worden.
Das Gelände wird gesperrt, sobald ein Vulkanausbruch dort beginnt.

 

COVID19: Kirchen geschlossen, Neujahrsmessen im Radio zu hören

New Year's Eve Fireworks in Reykjavík, 2017.

Islands Staatskirchen werden an diesem Jahreswechsel leer bleiben. Das hat Bischöfin Agnes M. Sigurðardóttir angesichts der neuen Coronawelle mit der Omikronvariante angekündigt.
Die religiösen Zeremonien der evanglisch-lutherischen Staatskirche werden zwar stattfinden, doch allesamt hinter verschlossenen Türen. Gläubige können den Zeremonien im Radio bei Rás 1 beiwohnen.
Am Silvesterabend findet um 18 Uhr eine Andacht in der Hallgrímskirche statt. Pastor Sigurður Árni Þórðarson liest die Messe, dazu gibt es Musik vom Chor der Hallgrímskirche unter der Leitung von Steinar Logi Helgason.
Am Neujahrstag um 11 Uhr wird eine Messe in der Reykjavíker Domkirche gefeiert. Die Feierlichkeiten werden von Bischöfin Agnes M. Sigurðardóttir, Pastor Sveinn Valgeirsson und Pastorin Elínborg Sturludóttir gehalten. Organist: Kári Þormar. Es singt der Chor der Domkirche.
Am 2. Januar um 11 Uhr findet eine Messe in der Áskirche im Laugardalur statt. Die Messe hält Pastor Sigurður Jónsson. Organist: Bjartur Logi Guðnason. Es singt der Chor der Áskirche.

Die evanglisch-lutherische Staatskirche ist die grösste religiöse Institution in Island, 62 Prozent der Einwohner sind Kirchenmitglieder. Zweitgrösste religiöse Instititution mit 4 Prozent ist die katholische Kirche. Etwa 7,6 Prozent der Isländer gehören keiner Glaubensgemeinschaft an.

Der aktuellen Coronawelle ist es zu verdanken, dass die Kirchen geschlossen bleiben. An den Weihnachtstagen waren 1600 Personen positiv getestet worden, alleine am 26. Dezember hatte es 664 Infektionen gegeben. Obwohl es aus anderen Ländern Hinweise darauf gibt, dass die Omikron Variante weniger Krankenhauseinweisungen verursacht, waren die Seuchenschutzmassnahmen am 2. Dezember strenger gestaltet worden, weil Infektionen dennoch zu Krankheitsfällen führen und den Betrieb der Universitätsklinik belasten.

 

Junge Nachrückparlamentarier nehmen Sitze ein

Zwei Nachrückabgeordnete haben heute innerhalb der Piratenpartei ihre Parlamentssitze eingenommen: Gunnhildur Fríða Hallgrímsdóttir und Lenya Rún Taha Karim. Gunnhildur Fríða ist mit 19 Jahren und 241 Tagen die jüngste Person, die jemals einen Sitz im Parlament innehatte. Zuvor war Karl Liljendal Hólmgeirsson mit 20 Jahren und 355 Tagen der jüngste Parlamentarier gewesen, als er im Jahr 2018 seinen Sitz einnahm.
Gunnhildur ist eine bekannte Klimaaktivistin und engagiert sich für die neue Verfassung. Sie rückt für den Piraten Björn Levi Gunnarsson ein.

Lenya Rún Taha Karim war Anfang Oktober in die Schlagzeilen gekommen, als sie die eigentlich jüngste Parlamentarierin in der isländischen Geschichte hätte werden sollen. Doch eine umstrittene Stimmennachzählung im Wahlkreis Nordwest kostete sie und einige andere den Abgeordnetensitz, stattdessen wurde sie die erste Ersatzparlamentarierin der Piratenpartei. Sie rückt ein für den Abgeordneten Andrés Ingi Jónsson.
Das jüngste gewählte Parlamentsmitglied war im Jahr 2013 Jóhanna María Sigmundsdóttir, die für die Fortschrittspartei amtierte und 21 Jahre und 303 Tage alt war.