COVID 19: Restaurants und Konzerte erhalten Ausnahmegenehmigungen

A waiter holding two dishes in Hlemmur Food Hall

Gesundheitsminister Willum Þór Þórsson hat entschieden, dass Restaurants von den Versammlungsverboten ausgenommen werden, die seit heute gelten. Statt der für alle anderen geltenden 20 Personen dürfen Restaurants nun 50 Personen einlassen. Auch Musikern, die Weihnachtskonzerte abhalten, wurde gestattet, ihre Veranstaltungen nach den bis gestern geltenden Bestimmungen abzuhalten.
Die Ausnahmegenehmigung wurde in Anbetracht der kurzen Vorwarnzeit gewährt. Allerdings müssen sie wie alle anderen um 21 Uhr ihre Türen schliessen und auch weiterhin strenge Seuchenschutzmassnahmen einhalten, wie Zugang zu Handdesinfektionsmitteln gewährleisten, Maskenpflicht und einen Meter Abstand zwischen Tischgemeinschaften, die keine Beziehung untereinander haben.

Ausnahme auch für Konzerte
Am heutigen 23. Dezember wird in Island Þorláksmessa gefeiert, und in Reykjavík duftete es in allen Strassen nach skata, dem fermentierten Rochen, der traditionell zu Mittag gereicht wird. Überall bummeln die Leute durch die Strassen, trinken Kaffee und tätigen allerletzte Weihnachtseinkäufe.
Auch das Weihnachtskonzert von Bubbi Morthens war so eine Tradition, die schon im letzte Jahr ausgefallen war und mit Stand von gestern dann erneut abgeblasen wurde, doch Bubbi und auch Emmsjé Gauti erhielten ebenfalls Ausnahmegenehmigungen und dürfen ihren Konzerte nach den alten Bestimmungen abhalten. Das bedeutet, getrennte Zuhörergruppen von jeweils 500 Personen, die alle einen negativen COVID-Antigentest vorweisen müssen.
In einem Gespräch mit dem Fréttablaðið hatte Chefepidemiologe Þórólfur Guðnason die Ausnahmeregelungen als “vielleicht nicht grade die schlauste Vorgehensweise” bezeichnet. Bei der heutigen COVID-Pressekonferenz sagte er, mit den Ausnahmegenehmigungen lade man die Gefahr zu sich nach Hause ein.

Gestern sind 494 Personen positiv auf das SARS-CoV2 Virus getestet worden, ein neuer Rekord. Am Tag zuvor waren es nur 318 gewesen. Wie schon gestern testeten 51 Personen an der Grenze positiv. Insgesamt 300 positiv getestete Personen hatten sich nicht in Quarantäne befunden.

 

Lamb kommt dem “Oscar” immer näher

lamb dýrið noomi rapace

Dýrið (Lamb), ein Spielfilm des Regisseurs und Drehbuchautors Valdimar Jóhansson, ist für den Academy Award (Oscar) 2022 in die engere Auswahl genommen worden. Zuvor war der Film im Oktober als isländischer Beitrag für den Besten internationalen Themenfilm nominiert worden. Auf der Liste für die engere Auswahl stehen 15 Filme aus 15 verschiedenen Ländern, wurde gestern bekannt.

Das übernatürliche Drama Lamb erzählt die Geschichte eines isländischen Bauernpaares, María (Noomi Rapace) und Ingvar (Hilmir Snær Guðnason), das einen Mischling aus Schaf und Mensch bei sich aufnehmen, nachdem er bei ihnen im Schafstall geboren wurde.
Der Film hatte im vergangenen Juli Premiere gehabt und nicht nur internationalen Beifall erhalten, sondern auch Preise gewonnen. Er war einer von sechs Beiträgen, die von der Un Certain regard Jury beim Filmfestival in Cannes nominiert wurden und gewann den Preis für Originalität. Er wurde bester Film beim Sitges Fantastic Film Festival in Katalonien und hier erhielt Noomi Rapace auch den Preis für die beste Schauspielerin.
Lamb ist eine isländisch-schwedisch-polnische Koproduktion, das Drehbuch stammt aus der Feder von Regisseur Valdimar Jóhansson und dem Dichter Sjón. Die endgültigen Nominierungen für den Academy Award werden Anfang Februar 2022 verkündet.

Reykjanes: Neuer Erdbebenschwarm im alten Eruptionsgebiet

Keilir in the fog

Keine zwei Tage sind vergangen, dass der Vulkanausbruch in den Geldingadalir offiziell als beendet erklärt wurde, da schüttelt sich die Erde in dem Gebiet erneut. An die 5000 Erdbeben haben sich seit Dienstagnachmittag am Fagradalsfjall auf der Halbinsel Reykjanes ereignet. Ein Beben der Stärke 4,0 in der vergangenen Nacht konnte bis in die Hauptstadt Reykjavík wahrgenommen werden. Es war das fünfte Beben über Stärke 4 in diesem Erdbebenschwarm, berichtet RÚV.
“Seit Mitternacht haben wir um die 800 Beben aufgezeichnet, die meisten fanden nahe des Fagradalsfjall statt, dort wo das Eruptionsgebiet in den Geldingadalir war,” erklärte Einar Bessi Gestsson, ein Experte für Naturkatastrophenschutz. Die heutige seismische Tätigkeit tritt dabei ähnlich wie gestern auf und zeigt sich in Perioden.
Heute soll es neue Satelitenbilder geben, die die Lage auf der Halbinsel, so hofft man, besser beleuchten, auch wenn diese Analysearbeit schwierig ist. Einar Bessi bezeichnet die Aktiviät bei mehreren Erdbeben pro Tag als stark. Das stärkste Beben gestern war mit 4,9 aufgezeichnet worden.

Eins der möglichen Szenarien dieser Bebenserie ist nach Angaben der Vulkanabteilung beim Wetterdienst ein Vulkanausbruch. Die seismische Unruhe ähnele sehr der Situation im März, kurz bevor am Fagradalsfjall Lava an die Erdoberfläche trat. “Damals hatten wir mehrere tausend Beben am Tag,” sagt Einar, “am wahrscheinlichsten ist es, dass dort Magma unter der Oberfläche unterwegs ist. Ob sie allerdings die Oberfläche erreicht, können wir unmöglich sagen.” Im März hatte die Erde gut einen Monat gebebt, bevor sie schliesslich aufbrach.

Wegen der seismischen Unruhe hat die Wetterbehörde den Alarmcode für den Flugverkehr auf Orange erhöht. Er weist Teilnehmer am Luftverkehr darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit auf einen vulkanausbruch steigt oder dass es einen kleineren Vulkanausbruch mit wenig Ascheemmssion gibt. Vor zwei Wochen war die Ungewissheitsstufe in dem Gebiet aufgehoben worden. Sie ist noch nicht wieder ausgerufen worden, eine Entscheidung steht jedoch an.
Hier kann man den Verlauf der Erdbebentätigkeit beobachten.