Ein Drittel des gefangenen Fisches landet wieder im Meer

fishing lumpfish net

Die isländische Fischereibehörde hat in diesem Jahr mithilfe von Drohnen zehnmal mehr Fälle von Rückwürfen in der Fischereiindustrie nachweisen können als noch im vergangenen Jahr. Bis zu diesem Monat konnte die Behörde mindestens 120 Fälle aufdecken, wo Fischereiunternehmen, grosse wie kleine, ihren Fang ins Meer zurückgeworfen haben. In manchem der Fälle wurden zwei oder mehr Fische pro Minute und bis zu einem Drittel des Gesamtfanges ins Meer zurückgeworfen, berichtet Kjarninn.

Zehnmal mehr Fälle durch Drohnen entdeckt
Bis zu diesem Jahr hatte die Fischereibehörde etwa 10 Fälle pro Jahr aufgedeckt. Doch mit Einführung der Drohnenüberwachung zu Beginn des Jahres wendete sich das Blatt und die entdeckten Fälle verzehnfachten sich. Ein Grossteil der Fälle endete mit einem mahnenden Brief der Behörde, dass Fang nicht ins Meer zurückgeworfen gehört, immerhin in einem Fall war die Lizenz zeitlich begrenzt eingezogen worden, und in drei Fälle hatte es Verwarnungen gegeben.
Die Drohnenüberwachung findest zumeist vom Land aus statt, damit entdecken die Ermittler allerdings eher die kleinen, küstennah operierenden Fischerboote. Manche Drohnenflüge im Frühjahr wurden jedoch auch vom Schiff aus gestartet. Bei allein vier Fällen aus diesem Jahr handelt es sich um riesige Trawler. Elín Björg Ragnarsdóttir, die Leiterin der Inspektionsabteilung bei der Behörde, sagte RÚV, die plötzlich hohe Zahl der entdeckten Fälle bedeutet sicher nicht dass mehr Boote Rückwurf praktizierten, sondern dass man jetzt mehr Fälle finde, auch wenn sich dies nicht bestätigen lasse.

Internationales Problem
Unter Rückwurf versteht man den Teil eines Fangs, der ins Meer zurückgeworfen wird und nicht an Bord gelagert wird. Der Prozentsatz an Fischen, die den Rückwurf überleben, ist je nach Fischart verschieden. Auch die Gründe für den Rückwurf sind unterschiedlich, mal sind es Fische, die man nicht vermarkten kann, oder die zu klein sind, um angelandet zu werden, oder es handelt sich um Fisch, der die Quote übersteigt und deshalb nicht an Land gebracht werden darf.
Man schätzt dass jährlich eine Million Tonnen Fisch in die Nordsee geworfen wird, oder ein Drittel des jährlichen Gesamtfanges.
Nach isländischem Gesetzt ist Rückwurf verboten. Isländische Bestimmungen verlangen, dass die Schiffe Fisch aus Quotenfang oder solchen, für den es einen Markt gibt, an Bord behalten.

Stromverknappung betrifft Industrie und Datenzentren

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Islands nationaler Energieversorger Landsvirkjun hat kurzfristig entschieden, die Stromabgabe an Industrieunternehmen, wie Fischmehlfabriken, Aluminiumschmelzen und Datenzentren zu reduzieren, berichtet RÚV. Die Entscheidung war gefallen, nachdem es einem Stromengpass gegeben hatte, der auf mehrere Ursachen zurückzuführen gewesen war, zusätzlich gab es Probleme an einem Umspannwerk, niedrige Wasserstände in den Talsperren und eine verringerte Übertragungskapazität. Die betroffenen Unternehmen mussten daraufhin entweder ihren Betrieb herunterfahren oder auf andere Energiequellen wie Öl umstellen.

Datenzentren fahren Betrieb zurück
Der nationale Stromkonzern hatte ursprünglich angekündigt, dass es eine Verknappung im Januar geben werde. Vorgestern wurde die Versorgung jedoch mit sofortiger Wirkung reduziert. Sigríður Mogensen vom isländischen Industrieverband erklärte, die Stromverknappung hätte eine sofortige Wirkung auf die Datenzentren. “Wir wissen von Fällen, wo isländische Datenzentren leider den Kundenservice beenden mussten [gestern]; früh am morgen, nachdem diese Information bekannt wurde. Das bedeutet einen sofortigen Ertragsverlust, und wir dürfen gerne im Kopf behalten, dass die Datenverarbeitungsindustrie pro Jahr mindestens 20 Mrd ISK in ausländischen Devisen für die nationale Wirtschaft einbringt.”

Islands billige erneuerbare Energie und die niedrigen Durchschnittstemperaturen im Land, die die Notwendigkeit von aufwendiger Kühlung verringern, hatten die Insel in den letzten Jahren zu einem attraktiven Standort für Datenzentren und Kryptowährungsindustrie werden lassen Sigríður zufolge könnten die aktuellen Engpässe eine langfristige Auswirkung auf das Gewerbe haben, weil potentielle Kunden nun die Energiesicherheit in Island in Frage stellen würden. “Das wäre dann ein endgültiger Verlust für die Wirtschaft, und wir müssen unsere Lektion daraus lernen, um für die Zukunft zu planen.”

Der Geschäftsführer der Fischmehlfabriken Síldarvinnslan in Ostisland sagte, die Engpässe würden die Produktion selbst nicht tangieren, aber höhere Kosten für das Unternehmen verursachen, weil man jetzt Öl als Energielieferanten nutzen müsse. “Die Ölpreise sind zur Zeit hoch, wohingegen beim Strompreis berücksichtigt werden muss, dass es wie jetzt zu Verknappungen können kann. Von daher wird dies eine Preiserhöhung mit sich bringen.” Die Loddensaison steht vor der Tür, damit ist ein hoher Energiebedarf in den Fischmehlfabriken absehbar.