Seehundbestand nähert sich historischem Tiefpunkt

iceland fishing

Das Meeresforschungsinstitut empfiehlt, die Jagd auf Seehunde in Island weiter einzuschränken und noch mehr Massnahmen zu ergreifen, um den Beifang von Seehunden in Fischernetzen zu reduzieren. Damit soll der Bestand auf die von der Regierung angestrebte Zahl angehoben werden.
Auch die möglicherweise störende Wirkung von Menschen auf Seehunde, vor allem in den Monaten Mai bis August, wenn die Jungen aufwachsen und der Fellwechsel stattfindet, soll weiter begrenzt werden, berichtet das Bændablaðið.
Die Empfehlung des Meeresforschungsinstitutes basiert auf den Bestandszahlen in Island, die das Institut in Zusammenarbeit mit dem Seehundezentrum bei Zählungen im Sommer 2020 ermittelt hatte.

Im Jahr 1980 war der Seehundbestand auf 33.000 Exepmplare geschätzt worden, bis zum Jahr 1989 nahm die Zahl dann stetig ab, bis sie bei 15.000 Exemplaren angekommen war.
Die Schätzung aus 2020 belief sich auf 10.319 Tiere, was 69 Prozent weniger sind als im Jahr 1980 und 14 Prozent unter den 12.000 Exemplaren liegt, die die Regierung sich als Ziel gesetzt hat.
Damit weisen die Ergebnisse der letzten Jahre darauf hin, dass sich die Bestandszahl dem historischen Tiefstand nähert.

Beifang im Fischernetz gilt als Haupttodesursache
Im Jahr 2019 war ein Gesetz in Kraft getreten, nach dem die Seehundjagd in isländischen Hoheitsgewässern, in Flüssen und Seen grundsätzlich verboten wurde. Eine Ausnahmegenehmigung gibt es von der Fischereibehörde für die Jagd zum persönlichen Verzehr. Der Verkauf und die Vermarktung von Seehunderzeugnissen ist ebenfalls verboten.

Der Bestandsverlust durch die indirekte Bejagung, wenn Seehunde als Beifang im Fischernetz verenden, fällt hingegen ziemlich hoch aus. Tod als Beifang gilt heute demnach als Haupttodesursache der isländischen Seehunde. Zu dem Thema stehen bislang allerdings kaum Daten zur Verfügung. Zur Zeit arbeitet das Institut an Daten von Fischereiinspektoren und Bestandszählungen in Trawlernetzen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass in den Jahren von 2014 bis 2018 durchschnittlich 1.389 Seehunde pro Jahr in Fangnetzen für Seehasen gelandet sind.
Die Zahlen für Kabeljaunetze und Grundschleppnetze liegen weitaus niedriger und sind schwerer zu beurteilen. Für die Jahre 2014 bis 2018 lag der Beifang bei jährlich ca.15 Robben in Kabeljaunetzen und Seehunden in Grundschlepnetzen.

Antibiotikaverbrauch in isländischer Landwirtschaft am niedrigsten im EU-Vergleich

Einer in der vergangenen Woche erschienenen Studie der Europäischen Arzneimittelbehörde zufolge ist der Antibiotikaverbrauch der isländischen Landwirtschaft in allen europäischen Ländern am niedrigsten. Nur Norwegen steht noch besser da.

Wie das Bændablaðið schreibt, bestätigt diese Studie einmal mehr die einzigartige Stellung der isländischen Lebensmittelproduktion.
Innerhalb der Europäischen Union benutzt Schweden die wenigsten Antibiotikapräparate, 11,1 mg/CPU, das sind immer noch dreimal mehr Antibiotika als Island.
Der hohe Antibiotikaverbrauch in der Landwirtschaft, und auch in der Humanmedizin, steht in direktem Zusammenhang zur Entstehung multiresistenter Keime, die als grösste Bedrohung für die Menschheit gelten. Infektionen durch multiresistente Keime katapultieren Gesundheitssysteme im Kampf gegen Krankheiten zurück in das vergangene Jahrhundert, hinzu kommen hohe Kosten für die Sozialgemeinschaft, sowie eine hohe Sterberate. Heute sterben in Europa tausende Patienten an den Folgen von Infektionen durch multiresistente Keime.

Als Hauptgrund für den geringen Antibiotikaverbrauch in Island gilt die einzigartig gute Gesundheit des isländischen Viehbestands. Die Kriterien zum Einsatz von Antibiotika sind streng und zielen darauf ab, den Verbrauch noch weiter zu senken.
In der Studie wurde der Antibiotikaverkauf in 31 europäischen Ländern zwischen den Jahren 2010 und 2020 untersucht. Demnach betrug der Gesamtverkauf von Anibiotika in der Lebensmittelproduktion (Agrar und Fischwirtschaft) im Jahr 2019 in den 31 Ländern 5,214,9 Tonen.
Spanien stand mit 1,007,2 Tonnen Antibiotika an der Spitze der Tabelle, gefolgt von Polen mit 840,6 Tonnen, Italien mit 731,3 Tonnen, Deutschland mit 654,5 Tonnen und Frankreich mit 407,4 Tonnen.

Screenshot Bændablaðið

Aus all diese Ländern werden beträchtliche Mengen an landwirtschaftlichen Erzeugnissen nach Island importiert, vor allem Rind- und Schweinefleisch aus Spanien und Deutschland.
Deutschland hingegen ist einer der Hauptabnehmer für PSMG, ein in Island aus dem Blut tragender Stuten hergestelltes Fruchtbarkeitspräparat.

In Island liegt die Menge an verkauften Antibiotika für den Einsatz bei Tieren bei 0,5 Tonnen. Norwegen kaufte 4,7 Tonnen, Schweden 8,6 Tonnen, Finnland 9,4 Tonnen und Dänemark 87,7 Tonnen.

Eiseskälte im Inland, morgen Wintersturm

In der vergangenen Nacht ist das Thermometer am Mývatn auf bis -21 Grad gefallen, für diesen Winter ein Kälterekord, berichtet RÚV. Auch heute soll es mit Temperaturen von -2 bis -15 Grad sehr kalt bleiben. Diese erste Kältewelle des Winters fällt im Inland und in den bergigen Regionen fernab der Küste am heftigsten aus.

Am heutigen Samstag gibt es nur wenig Wolken und leichten Wind aus veränderlichen Richtungen, in den Küstenregionen kann es hier und da schneien.
Im ganzen Land herrscht Frost, mit Temperaturen von -2 bis -15 Grad, am kältesten wird es im Bergland des Nordostens.
Morgen folgt dann im Süden und Westen Sturm aus Südost mit steigenden Temperaturen, ab Mittag muss im Flachland mit Niederschlägen gerechnet werden, die sich regional als Schneesturm zeigen können. Im Norden und Osten beginnt der Tag mit gutem Wetter, nach Mittag schaut der Sturm dann auch dort vorbei und bringt Niederschläge, die Verkehrsbehinderungen zur Folge haben können.
Für die Westhälfte der Insel, sowie das zentrale Hochland gilt morgen die gelbe Warnstufe.

Im ganzen Land herrschen auf den Strassen winterliche Bedingungen, fast überall ist es glatt, vielerorts sind die Strassen schneebedeckt, teilweise so, dass man nur mit einem schweren Geländeagen vorwärtskommt. Die Bergpässe Öxi und Breiðdalsheiði sind unbefahrbar.
Die aktuelle Wettervorhersage findet man auf vedur.is, die Strassenzustandskarte gibt es auf vegagerdin.is, und auf safetravel.is findet man unter alerts aktuelle Warnmeldungen.
Wetterbedingt kann es jederzeit zu Strassensperrungen kommen, Reisende sollten ihre Pläne entsprechend flexibel gestalten.