Tempo 70 Schilder in Sauðárkrókur verschwunden

Sämtliche Tempo 70 Schilder rund um das nordisländische Städtchen Sauðárkrókur sind am vergangenen Wochenende verschwunden, berichtet RÚV. Bis neue Schilder montiert sind, dürften Autofahrer es schwer haben, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten.

Schilder ordentlich abgeschraubt
Das Regionalblättchen Feykir berichtete, dass Mitarbeitern der Strassenverwaltung in der Freitagnacht die fehlenden Schilder aufgefallen sei. Die genannten Schilder seien säuberlich abgeschraubt und entfernt worden seien, insgesamt sieben Stück. Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 90 km/h auf 70 km/h ausserhalb von Sauðárkrókur war erst kürzlich eingeführt worden.
Projektleiter Rúnar Pétursson glaubt jedoch nicht, dass die Schilder gestohlen wurden, sondern eher, dass es sich um eine Art Scherz handelt.

Dennoch, die Schilder sind sehr teuer und die ganze Aktion dürfte um die 300.000 Kronen kosten.
“Wir wissen nicht, wo diese Schilder sind oder haben sie irgendwo gesehen. Ich habe Kontakt zur Polizei aufgenommen und sie von der Sache unterrichtet. Angezeigt haben wir das natürlich nicht, aber die Leute halten die Augen offen, falls sie irgendwo über einen Schilderstapel fallen,” meinte Rúnar.

Unspannender Einrichtungsgegenstand

Die Herstellung der Schilder ist im vollen Gange, in einer Woche dürften sie in Sauðárkrókur angekommen sein. Bis dahin könnten die Autofahrer es schwer haben, sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen auf dem Abschnitt zu halten. “Ich weiss nun auch nicht, ob das rechtens ist, wenn die Polizei jetzt auf einem Strassenabschnitt Geschwindigkeitsmessungen durchführt, wo die Beschilderung fehlt.” grübelt Rúnar.
Er ist sich aber siche,r dass die Schilder irgendwann wieder auftauchen.
“Ich weiss nu nicht was die Leute mit so einem Stapel grosser Verkehrsschilder zuhause bei sich im Wohnzimmer treiben. Das ist ja jetzt nicht gerade ein spannender Einrichtungsgegenstand.”

Grímsvötn: Gletscherlauf hat begonnen, Experten halten Ausbruch für möglich

Der seit Tagen erwartete Gletscherlauf aus den Grímsvötn im Vatnajökull-Massiv hat gestern eingesetzt und inzwischen an Fahrt aufgenommen. Gestern Abend hatte der Fotograf Ragnar Axelsson das Gebiet überflogen und die ersten Anzeichen der Fluten fotografisch festgehalten.

Konduktivität und Durchflussmenge im Gletscherfluss Gígjukvísl steigen seit letzter Nacht kontinuierlich. Man rechnet damit, dass der Gletscherlauf am Sonntag seinen Höhepunkt erreicht haben wird. Messungen der isländischen Wetterbehörde zufolge sind die Bedingungen dergestalt, dass die Grímsvötn vor einem Ausbruch stehen. Die Region wird daher engmaschig überwacht, vor allem auf Erdbeben, denn die sind untrügliche Vorboten einer Eruption, berichtet RÚV.

In den vergangenen drei Tagen hatte sich die Durchflussmenge stetig erhöht, am heutigen Vormittag wurden 930 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Zum Wochenende hin soll sie sich dann vervierfachen. Am Morgen wurde berichtet, dass die Eishöhle unter den Grímsvötn um zehn Meter gesunken ist, inzwischen liegt sie 17 Meter tiefer als noch vor neun Tagen, als der Prozess begonnen hatte.
Auch die Konduktivität ist seit letzter Nacht stark gestiegen, sie wird inzwischen mit 272 Mikrosiemens pro Zentimeter gemessen. Bis zum Höhepunkt des Gletscherlaufs wird sich dieser Wert noch einmal verdoppeln.
Unterhalb des Gletschers hat sich eine riesige Lagune gebildet, aus der das Wasser erst jetzt allmählich in den Fluss überläuft.

 

 

 

 

Ausbruch durchaus im Bereich des Möglichen
Die Grímsvötn gehören zu Islands aktivsten Vulkanen und melden sich im Durchschnitt einmal pro Jahrzehnt mit einem Ausbruch. Es ist vorgekommen, dass es an den Grímsvötn zu einem Ausbruch kam, nachdem das Wasser abgelaufen war und der Druck im Krater abgenommen hatte. Zuletzt ereignete sich ein solcher Ablauf im Jahr 2004. Damals brach der Vulkan drei Tage nach Beginn des Gletscherlaufs aus. Zuvor hatte es einen Erdbebenschwarm gegeben, der Hinweise auf einen möglichen Ausbruch lieferte.
Bis zum jetztigen Zeitpunkt ist noch keine seismische Unruhe in der Region festgestellt worden.
Der letzte Ausbruch der Grímsvötn ereignete sich im Jahr 2011, allerdings war damals das Wasser bereits sechs Monate zuvor aus dem Krater gelaufen. Seither hat es aus den Grímsvötn sechs Gletscherläufe ohne darauffolgenden Ausbruch gegeben.