COVID-19: Anstieg der Fallzahlen, Pandemiehaus fast ausgebucht

In den vergangenen drei Tagen sind in Island 214 COVID-19 Fälle diagnostiziert worden, entweder nach Auftreten von Symptomen, in Quarantäne oder per Zufallstest. Von den 214 Personen befanden sich 113 bei Testung bereits in Quarantäne, 101 waren nicht in Quarantäne. Die Tageszahlen werden auf covid.is am Wochenende nicht mehr aktualisiert.
In Isolierung befinden sich heute 757 Personen, am Donnerstag waren es noch 653. In Quarantäne sitzen 1777 Personen, letzten Donnerstag waren 1418 gewesen. In der Testquarantäne befinden sich 298 Personen.
Im Krankenhaus befinden sich sieben Personen wie auch letzten Donnerstag, einer liegt auf der Intensivstation, jedoch nicht am Beatmungsgerät. Das Durchschnittsalter der stationären Patienten beträgt 42 Jahre.

An der Landesgrenze sind allein gestern 18 COVID-Fälle bei der Testung gefunden worden, 17 davon waren aktive Infektionen, bei einer Personen wird das Antikörperergebnis abgewartet.
Die Reproduktionsrate im Land beträgt 220,1 am Donnerstag hatte sie noch bei 187,1 gelegen. Die Reproduktionsrate bei den Infektionen an der Landesgrenze liegt bei 24,8, von 18,5 am Donnerstag. Zivilschutzchef Víðir Reynison zufolge bereitet sich die Universitätsklinik auf eine Mehrbelastung durch COVID-bedingte Einweisungen vor. Vísir gegenüber sagte er, er befüchte einen Rückschlag.

Das Pandemiehaus des Roten Kreuzes in Reykjavík meldet ebenfalls steigende Gastzahlen. Inzwischen sind über 100 Zimmer besetzt, 76 Personen sitzen in Isolierung. Hausleiter Gylfi Þór Þorsteinsson erwartet, dass sich die Lage weter verschärft, nachdem die Seuchenschutzmassnahmen nun so gut wie abgeschaft worden sind. Am gerade vergangenen Wochenende habe es so gerade hingehauen mit der Zimmerzahl. Die Herkunft der Gäste sei gemischt, jedoch sehe er etwas weniger Touristen als vorher. Drei Pandemiehäuser gibt es in Island, zwei in der Hauptstadt und eins in Akureyri. Sie werden vor allem von Personen genutzt, die sich im Krankheits- oder Quarantänefall zuhause nicht isolieren können oder von Touristen, die bei Einreise oder vor der Ausreise positiv getestet werden und sich isolieren müssen.

 

Immer mehr streunende Katzen, seit COVID abklingt

Die Zahl der streunenden Katzen ist in diesem Herbst in die Höhe geschnellt, und Islands Katzenheime melden Land unter. Der genaue Grund für die vielen Streuner ist nicht bekannt, doch Arndís Björg Sigurgeirsdóttir, die Leiterin der Katzenrettungsorganisation Villikettir glaubt, es könnte an den gelockerten Massnahmen nach der COVID Pandemie liegen: Leute die sich während der Pandemie ein Haustier angeschafft hatten, haben die Lust daran verloren, wo sie nun nicht mehr zuhause sitzen müssen, berichtet RÚV.

“Wir hatten genau davor während COVID richtig Angst,” sagt Arndís. “Dass Leute, die sich zuhause gelangweilt haben, sich eine Katze als Schmusetier zulegen. Immer mehr ehemalige Haustiere ziehen nun heimatlos durch die Strassen,” sagt sie.

Im Frühjahr hatte ein Gerücht die Runde gemacht, dass es viel zu wenig Jungkatzen in Island gebe. Das hatte dazu geführt, dass Leute Katzen adoptiert hatten, um sie dann zu verkaufen.
Villikettir (Wildkatze) hat sich traditionell zum Ziel gesetzt, für Katzen zu sorgen, die niemals als Haustier gelebt haben und nicht zahm sind. Jetzt gibt es neue Kundschaft, denn für immer mehr streunende Hauskatzen, die an Dosenfutter und Sofakissen gewöhnt sind, muss gesorgt werden.
“Ich weiss nicht ob die Leute sich klarmachen, was für eine Verantwortung eine Katze bedeutet. Katzen wurden als Haustiere ausgesucht, weil viele Leute denken, sie sorgen schon für sich selbst.”

Wer Villikettir unterstützen möchte, kann Geld spenden, eine Pflegestelle für Katzen vor der Vermittlung bereitstellen oder anderweitig helfen.
Informationen gibt es in isländischer Sprache auf der Webseite der Organisation.

 

Gänsejäger möglicherweise für Tod von zwei Pferden verantwortlich

Auf dem Hof Skeggjastaðir in Vestur Landeyjar im Süden des Landes sind in der vergangenen Woche zwei Pferde umgekommen. Wie es den Anschein hat, sind sie von Gänsejägern erschossen worden, berichtet RÚV.

Baldur Eiríksson auf Lindartún kümmert sich um die Pferde auf den Weiden um Skeggjastaðir. Ganz in der Nähe befindet sich auch eine Weide, die Jäger für die Jagd auf Graugänse nutzen dürfen.
“Am letzten Freitag habe ich die Pferde kontrolliert, da finde ich zwei tote Pferde auf der Weide liegen. Ich hatte wegen der Treibearbeit nicht soviel Zeit, um das eingehender zu untersuchen, aber ich sah, dass da Blut aus den Nüstern gelaufen ist und dass die beiden tot zu Boden gestürzt sind.” erzählt er. Auch die Brust der beiden Pferde sei blutig gewesen.

Wie Vísir berichtet, habe Baldur danach seinen Nachbarn getroffen, der ihm erzählte, er habe am Wochenende zuvor zwei Personen an der Weide angetroffen, die dort nichts zu suchen hatten. Sie seien Gänsejäger gewesen, hätten jedoch Kleinkalibergewehre mitgeführt, anstatt der für die Gänsejagd üblichen Schrotflinten. Der Nachbar habe das Auto der beiden und die Autonummer fotografiert.
“Ich glaube dass diese Gänsejäger mit dem grossen Jagdgewehr die beiden getötet haben, weil das nicht normal ist, dass Pferde tot zu Boden stürzen und dann aus Brust und Nüster bluten.” sagt Baldur.
Er hat den Vorfall bei der Polizei zur Anzeige gebracht, und nun wird ermittelt.

“Ich habe auch einen Tierarzt geholt, und der hat das bestätigt, es gibt keinerlei Anzeichen für Tritte oder sowas. Die Pferde sind tot zu Boden gestürzt.”
Bei den toten Pferden handelt es sich um einen dreijährigen Junghengst und ein Fohlen.
“Wenn Leute mit dem Jagdgewehr in die Luft schiessen und Gänse im Flug schiessen, dann fliegt die Kugel bis zu 10 Kilometer weit. Diese Leute muss man unbedingt fassen.” findet Baldur.

 

Steigende Quecksilberwerte in nordischen Seevögeln

Einer neuen Studie zufolge werden bei nordischen Seevögeln immer höhere Quecksilberwerte gemessen, berichtet RÚV. Vor allem in Vögeln südlich von Grönland sind die Quecksilberwerte höher als an jedem anderen Ort im Nordatlantik.
Der isländische Biologe und Ornithologe Erpur Snær Hansen war einer von 79 Wissenschaftlern, die an der Studie gearbeitet hatten. Für die Quecksilbermessungen im Vogelorganismus wurden Federn von Zugvögeln gesammelt.

“Wir haben einen grossen Fleck südlich von Grönland gefunden,” erklärt er. “Vögel, die sich dort den Winter über aufhalten, haben viel höhere Quecksilberwerte als Vögel an jedem anderen Ort.” Das Quecksilber sei eine Mischung aus natürlichem Material und industrieller Verschmutzung, welche sich in den polaren Gewässern ansammle und dann im Eis festsitze. Im Frühling schmelze das Eis, und werde mit der Strömung entlang der grönländischen Küste getrieben.

Anfang Oktober war diese Seevogelregion per OSPAR Convention for the Protection of the Marine Environment of the North-East Atlantic international unter Schutz gestellt worden.
Die Ergebnisse haben möglicherweise weitreichende Folgen, erklärt Erpur. “[Quecksilbergehalte] steigen innerhalb der Nahrungskette, je höher man in ihr sitzt, desto mehr ist man ihnen ausgesetzt … die Leute sollten das überwachen, weil es auch den Fisch betrofft, den wir ins Ausland verkaufen wollen.”