Hoher Anteil von Nichtgeimpften bei ausländischen Mitbürgern

Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft, die in Island registriert sind und dauerhaft hier wohnen, sind in weitaus selteneren Fällen gegen COVID-19 geimpft als die Landsleute, berichtet das investigative TV-Magazin Kveikur. Bei den isländischen Staatsbürgern ab 16 Jahren sind nur sechs Prozent nicht geimpft. Die oben genannten ausländischen Mitbürger kommen auf einen Anteil von 50 Prozent nicht geimpfter Personen. Verschiedene Faktoren könnten die Diskrepanz erklären.

Kamilla Sigríður Jósefsdóttir, die Stellvertreterin des Chefepidemiologen, sagte, es sei klar, dass die Botschaft der Gesundheitsbehörden nicht ganz zu den ausländischen Mitbürgern durchgedrungen sei.
“Wir arbeiten daran, unsere Kommunikation zu verschiedenen Gruppen zu stärken und neue Wege zu finden, um die Information an den Mann zu bringen,” sagte Kamilla. “Wir werden möglicherweise die Impfung zu anderen Zeiten oder an anderen Orten ermöglichen, damit die, die Probleme haben, ihren Arbeitsplatz mitten am Tag zu verlassen, sich impfen lassen können.”

Die Daten von Kveikur nennen keine Gründe, warum soviele ausländische Einwohner nicht geimpft sind. Es könnte aber möglich sein dass viele ausländische Mitbürger mit einer registrierten Adresse in Island ganz woanders leben. Ein Teil der Gruppe kann im Ausland gewesen sein, als die Einladung zur Impfung einging, oder hat sich im Ausland impfen lassen, was in den inländischen Statistiken nicht auftaucht. Manche sind möglicherweise nicht mit einer isländischen Telefonnummer im Gesundheitswesen registriert, und die benötigt man, um einen Impftermin zu erhalten.
Eine kleinere Zahl Personen könnte aus medizinischen Gründen den Impftermin nicht wahrgenommen.

 

Hauptstadt mit 52 Stunden Sonnenschein im September

Man muss schon bis ins Jahr 1943 zurückgehen, um ähnlich wenig Sonnenstunden für den Septembermonat in Reykjavík zu finden, berichtet RÚV. Ganze 52,7 Stunden lang hat in diesem September die Sonne in der Hauptstadt geschienen, das sind 65,6 Stunden unter dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020.

In einem Monatsbericht des isländischen Wetterdienstes heisst es, der gerade vergangene Monat sei vielmehr von schlechtem Wetter geprägt gewesen. Zu Beginn sei es recht warm gewesen, die letzten 10 Tage zeigten sich dann kalt. Der Wind im ganzen Land lag um 0,4 m/s über dem Durchschnitt, dazu ging ein ungewöhnliches Unwetter aus dem Nordwesten über das Land.
Auch die Niederschläge lagen fast überall über dem Durchschnitt, besonders stark war im September der Südwesten von Regenfällen betroffen.

Zum Ende des Monats schneite es dann mancherorts, und in den Westfjorden und im Norden war die Erde an vielen Stellen ganz weiss. In Akureyri gab es zwei Tage lang Schnee, für den Rest des Monats blieb die Stadt im Norden vom Schnee verschont.

 

Eisberge vor der Küste von Melrakkaslétta gesichtet

Riesige Eisberge dümpeln dieser Tage vor der Küste von Melrakkaslétta bei Hraunhafnartangi, berichtet Vísir. Experten gehen davon aus, dass sie vom Grönlandgletscher abgebrochen und mit der Meeresströmung nach Island treiben.
Pedro Rodrigues, der Leiter der Forschungsstation Rif in Melrakkaslétta, sagte vor einigen Tagen Vísir gegenüber, seiner Schätzung nach sei der zuerst gesichtete Eisberg um die 500 Meter lang, auch wenn es eher schwierig sei, das zu schätzen, weil er sich ziemlich weit draussen befindet.
Von der Küste aus sieht die Eismasse wie eine Insel aus. Inzwischen haben sich weitere Eisberge dazugesellt, heute Morgen wurde einer gesehen, den die Mitarbeiter von Rif mit einer Kathedrale verglichen.

Als der erste Eisberg in Sicht kam, dachten Küstenbewohner von Melrakkaslétta natürlich sofort an Eisbären, die gerne als Passagiere auf solchen Eisbergen reisen und dann an Land schwimmen. Doch bislang ist in der Region noch keine Spur gefunden worden.