Elektrische Katzen bringen Pflegeheimbewohner zum Lächeln

Zehn elektrische Katzen wohnen neuerdings im Pflegeheim Hrafnista am Sléttuvegur in Reykjavík, berichtet RÚV. Bereichsleiterin Elsa Björk Árnadóttir findet, die Neuzugänge kämen genau richtig, sie beglückten die Bewohner und vermittelten vor allem dementen Schutzbefohlenen ein Gefühl von Nähe, denn viele von ihnen lebten gesellschaftlich isoliert.

Die Katzen miauen, bewegen sich und schnurren, wenn man sie streichelt. Sie haben unterschiedliche Farben, und jede von ihnen trägt einen Namen. Es gibt fünf Kater und fünf Katzen: Njáll, Tómasína, Valli, Tómas, Káta, Vigdís, Hlýja, Snjólfur, Snælda und Nói.
Natürlich dürfen die Katzen auch ins Bett der Bewohner, und wenn sie müde werden, tauscht man einfach die Batterie aus. Sie erweisen sich zudem als einfacher zu handhaben, denn sie kratzen nicht, und sie gehen auch nicht auf Wanderschaft. Und niemand reagiert allergisch auf die Haare, freut sich Elsa Björk.

Das Streicheln der Katzen, und ihr Schnurren sei Stimulation für die Bewohner. “Das ist diese Nähe, die ja oft fehlt. Einfach unglaublich, wie manche, von denen man kaum etwas hört und die nur im Rollstuhl sitzen, auf einmal reagieren, wenn sie diese Katzen im Arm haben. Da erwachen sie zum Leben, das ist so schön zu beobachten.” erzählt Elsa. Alle im Haus seien sehr glücklich über den Zuwachs am Sléttuvegur.

Reykjanesausbruch: Kurzfristige Räumung wegen neuen Lavasturzbachs, Touristen in Gefahr

Das Vulkangebiet in den Geldingadalir hatte am Vormittag kurzfristig evakuiert werden müssen, nachdem unerwartet Lava aus einem Lavasee über den Hügel und in das Tal Nátthagi gesprudelt war, wo sich die allermeisten Touristen aufhalten.
Wanderweg A ist damit nicht mehr benutzbar.
Wegen grosser Hitzeentwicklung und giftigen Gasen entschied die Polizeidirektion von Suðurnes, das Gebiet räumen zu lassen.

Da der Lavafluss in der Heftigkeit nur kurz anhielt und dann wieder verebbte, konnte die Räumung später aufgehoben werden. Sigurður Bergmann, der diensthabende Polizeileiter in den Geldingadalir, berichtet, die Besucher hätten die Räumung im Allgemeinen mit Verständnis hingenommen und sich an die Anweisungen der Einsatzkräfte gehalten.
Die Hitze an dem Hügel war so gross und die Gasentwicklung so stark, dass die im Einsatz befindlichen Mitglieder der freiwilligen Rettungsgruppe trotz Gasmasken und Messgeräten den Ort fluchtartig verlassen mussten. Bogi Adolfsson, der Leiter der Rettungstruppe aus Grindavík, sagte Vísir gegenüber, die Lava sei so schnell unterwegs gewesen, dass man ihr nicht hätte entkommen können.
Eine Gruppe von 40 Touristen ist Sigurður zufolge jedoch weiter den Hügel hinaufgestiegen, ohne sich um Evakuierung oder Gefahren zu scheren.

Mit Hubschrauber zur Polizei gebracht
Drei weitere Besucher mit dickem Fell taten es ihnen gleich und brachten sich ebenfalls in Lebensgefahr. Der eine wurde auf der RÚV-Webcam gesehen, wie er den Kraterrand des aktiven Kraters während einer Aktivitätspause hinaufstieg. Im Video erkennt man ihn so gerade vor den Gaswolken und kann sich die Grössenverhältnisse am Krater vorstellen, im Screenshot befindet er sich auf dem dunkleren Teil der Kraterwand links von der weissen Gaswolke.

Zwei andere Lavatouristen erklommen das Bergplateau Gónhóll, welches seit Wochen nicht mehr zugänglich ist, nachdem Lava den Wanderweg über die Hügelkette abgeschnitten hatte. Die beiden Touristen waren über die Lavafläche gestiegen, um auf den Berg zu gelangen. Ein Hubschrauber der Küstenwache, der mit Ausrüstungsmaterial für Vulkanforscher unterwegs war, griff die beiden auf und brachte sie der Polizei zum Verhör.
Sigurður betont, dass Einsatzkräfte auch weiterhin vor Ort sein werden.
Derweil wird nun daran gearbeitet, den Wanderweg C zu verbessern, bevor sich der erste Schnee in der Region zeigt.

Der Vulkanologe Ármann Höskuldsson gab RÚV gegenüber an, mit solchen Ereignissen – Lavablasen, die erkaltete Oberfläche durchbrechen und mit grosser Kraft Material fördern – müsse man häufiger rechnen, dieser Ausbruch verlaufe .